Kommentar

Tempo-30-Regime im Kanton Luzern braucht klare Linie

Tempo 30 auf Kantonsstrassen darf nicht zu einer Verkehrsverlagerung in die Quartiere führen. Deshalb braucht es ein abgestimmtes Vorgehen von Kanton und Gemeinden.

Roseline Troxler
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Roseline Troxler

Tempo 30 ist für viele Autofahrer ein Ärgernis, für Fussgänger und lärmgeplagte Anwohner jedoch eine Wohltat. In den letzten Jahren wurden in der Schweiz zig 50er-Tafeln abmontiert und durch 30er-Signalisationen ersetzt. Das ist eine Folge des wachsenden Verkehrsaufkommens und zeugt vom Wissen um die schädlichen Auswirkungen von Lärm.

Künftig werden Autofahrer im Kanton Luzern noch häufiger auf die Bremse gehen. War Tempo 30 bisher nur auf Gemeindestrassen erlaubt, soll die Temporeduktion nun auch auf Kantonsstrassen möglich werden. Dafür haben sich viele Gemeinden eingesetzt. Schliesslich hat der Kanton in dieser Grundsatzfrage vor zwei Jahren eine Kehrtwende vollzogen.

Sieben Gemeinden, gross und klein, haben von der Möglichkeit bisher Gebrauch gemacht: Ihr Gesuch um Temporeduktion wird vom Kanton geprüft. Eine weitere Gemeinde, Adligenswil, verfügt bereits über eine Bewilligung. Dass der Kanton beim Tempo-Regime einen Schritt auf die Gemeinden zumacht, ist richtig. Sie kennen ihre Strassen, können die Gefahren zuverlässig einschätzen.


Richtig ist, dass der Kanton das Heft in den Händen behält und so Wildwuchs verhindert. Der Kanton soll auch Forderungen stellen. Denn Tempo 30 auf Kantonsstrassen macht nur Sinn, wenn das Tempo zeitgleich auch auf den Gemeindestrassen reduziert wird. Nur so wird eine unerwünschte und mitunter gefährliche Verkehrsverlagerung verhindert.

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