TESSIN: Hauch von Süden in «Lucerna»

Das Tessin ist Dauergast an der Luga und verwöhnt die Deutschschweizer mit Risotto. Heuer hat es ein grosses Jubiläum zu feiern.

Drucken
Teilen
Gabriele Pedrazzetti, Präsident von Pro Ticino Lucerna, geniesst im Grotto Ticinesi an der Luga einen Boccalino. (Bild Eveline Beerkircher)

Gabriele Pedrazzetti, Präsident von Pro Ticino Lucerna, geniesst im Grotto Ticinesi an der Luga einen Boccalino. (Bild Eveline Beerkircher)

Beatrice Vogel

Das Grotto Ticinesi ist legendär und gehört genauso zum Inventar der Luga wie das Säulirennen oder Jodler und Komponist Franz Stadelmann. Seit 1989, als Tessin Gastkanton war, kann man hier Risotto essen. Gestern war auch Gabriele Pedrazzetti mit seiner Frau und einem Tessiner Freund im Grotto. Pedrazzetti ist Präsident des Vereins Pro Ticino Lucerna. Man kennt ihn vom Restaurant Bellini, das heute von seinem Sohn geführt wird. Pro Ticino Lucerna hat dieses Jahr während der Luga sein 100-Jahr-Jubliäum gefeiert.

Tägliches Säulirennen an der Luga. (Bild: Manuela Jans)
50 Bilder
Tägliches Säulirennen an der Luga. (Bild: Manuela Jans)
Tägliches Säulirennen an der Luga. (Bild: Manuela Jans)
Franz Stadelmanns Seniorennachmittage sind legendär. (Bild: Eveline Beerkircher / Beerkicher)
Der Donnerstagnachmittag gehört den Luga-Besuchern im besten Alter. Dann ruft der bekannte Entlebucher Musiker Franz Stadelmann jeweils in die «Buurestube» in Halle 7 zum beliebten Seniorennachmittag. (Bild: Eveline Beerkircher / Beerkicher)
Sie kamen trotz Sonnenschein auch diesmal in Scharen. (Bild: Eveline Beerkircher / Beerkicher)
Hans und Käthi Schwertfeger am Seniorennachmittag. (Bild: Eveline Beerkircher / Beerkicher)
«Ob gross, ob chlii, alli Lüüt sellid willkomme sii!» (Bild: Eveline Beerkircher / Beerkicher)
Carmen Boog stickt mit ihrer Nähmaschine am Stand Design Schenken. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Misha (7) balanciert auf dem Seil am Kindertag. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Mutter Franziska Lussi mit den Zwillingen Vanessa und Sarah (3) am Luga-Kindertag. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Backen am Luga-Kindertag mit Linda (3) und Anja (5). (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Die Leser Adolf Lustenberger (links) und Walter Albisser (rechts) im Gespräch mit Jérôme Martinu, stv. Chefredaktor. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Kinder spielen bei der Kügeli-Bahn in Zürchers Garten (Bild: Beatrice Vogel / Neue LZ)
Senioren am Tanznachmittag der Pro Senectute (Bild: Beatrice Vogel / Neue LZ)
Messeverkäuferin Cindy Kullack demonstriert ihr Wundermittel am Bein einer 
Kundin: den Haarentfernungshandschuh. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Gabriele Pedrazzetti, Präsident von Pro Ticino Lucerna, geniesst im Grotto Ticinesi an der Luga einen Boccalino. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
«Säuli-Quiz» an der Luga mit den Regierungsratskandidaten Paul Winiker (SVP, neu), Marcel Schwerzmann (parteilos, bisher) und   Felicitas Zopfi (SP, neu) (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Moderation des Comedy-Duos Lapsus auf der Eventbühne (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Gut besuchte Luga am ersten Messesonntag. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Die Besucher schauen auf die knapp einen Meter grosse Dahomey-Kuh Fara, den Stier Imini und das Kalb Malawi hinunter. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Sara, Laura, Alessio und Dario streicheln ein Geissli im Streichelzoo. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Lian Michel auf dem Polizeimotorrad an der Luga. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Die Töffli der «Teffli-Rally» aus Stans vor dem Blutspendemobil (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Die Kletterwand vor Halle 1 (Bild: Beatrice Vogel / Neue LZ)
Rettungshunde vom Roten Kreuz suchen nach Personen (Demonstration der Hunde-Schulung) (Bild: Beatrice Vogel / Neue LZ)
Bike-Polizisten Wermelinger und Sarri präsentieren ihre neue Ausrüstung. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Schausteller Hans Steinhauser von der Firma Ronic. (Bild: Nadia Schärli (Neue LZ))
Jordan testet Kanus an der Luga zusammen mit den Eltern Manuela und Tony Fuchs. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Jean-Jacques Frei, Schausteller von der Firma Aquaclean, reinigt Fensterscheiben. (Bild: Nadia Schärli (Neue LZ))
Blick auf den Gastkanton Zürich während der Eröffnung. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Die Zürcher Regierungspräsidentin  Regine Aeppli und Luzerns Regierungspräsident Reto Wyss bei der Eröffnung am Freitag. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Riesenrad (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Lunapark (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Der Schweizer Tierschutz ist mit dem Streichelzoo zufriedener als noch vor einem Jahr. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
So sagt Martina Schybli: «Es hat deutliche Verbesserungen gegeben.» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Die Rückzugsmöglichkeiten seien besser. «Nun können die Tiere selber entscheiden, wann sie gestreichelt werden wollen», sagt Schybli. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Dennoch sei noch nicht alles tierfreundlich: «Das Gehege könnte noch grösser gestaltet werden», sagt Schybli. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
«Zudem könnte die Einrichtung der Gehege noch optimiert werden.» So seien mehr Klettermöglichkeiten für die Geissen von Vorteil, sagt Tierschützerin Martina Schybli. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Stand der Neuen Luzerner Zeitung in der Halle 4, 410. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Kleine Luga-Besucher toben sich auf einer Luftmatratze aus. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Auf einen Schwatz in der Degustationshalle. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Blick in eine Luga-Halle. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
«Urban Gardening» ist das neudeutsche Wort für eine meist kleinräumige, gärtnerische Nutzung städtischer Flächen innerhalb von Siedlungsflächen. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Blick in die Degustationshalle. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Der Kanton Zürich präsentiert sich als Gastkanton. Auf dem Bild sind die Namen einiger Zürcher Ortschaften zu sehen. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Strampeln, um einen Preis zu gewinnen. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Im Restaurant Leue präsentiert der Kanton Zürich einige Leckereien. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Viel Andrang an der Luga-Sonderschau «Jugend - die beste Generation». (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Proben für die SRF-Sendung «Zoge-n-am Boge» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)

Tägliches Säulirennen an der Luga. (Bild: Manuela Jans)

Hilfe bei der Arbeitssuche

Doch was ist Ziel und Zweck des Vereins? Dazu sagt Gabriele Pedrazzetti: «Früher war Pro Ticino Lucerna eine Hilfsorganisation für Tessiner, die in der Zentralschweiz leben. Sie half bei der Arbeitssuche und bei Sprachproblemen.» Der Verein hat die Kontaktpflege unter Tessinern gefördert das half gegen Heimweh. «Früher hat man Familie und Freunde lange nicht gesehen. Das Tessin war weit weg», erklärt Pedrazzetti. «Heute ist man in knapp zwei Stunden dort.» Deshalb hat sich der Zweck des Vereins im Laufe der Zeit gewandelt. «Heute geht es vor allem darum, die Kultur und die Sprache zu pflegen», so Pedrazzetti. Durchs Jahr organisiert der Verein verschiedene Anlässe, an welchen man zusammenkommt und Bekannte trifft.

Die Tessiner haben eine besondere Beziehung zur Zentralschweiz. Einerseits, weil es viele Tessiner in Luzern gibt. «Bei der Suva und früher bei der SBB-Direktion brauchte es immer Leute, die Italienisch sprechen», sagt Pedrazzetti. Ausserdem gab es bis vor wenigen Jahren auch immer einen Tessiner Bundesrichter in Luzern. Und mittlerweile gibt es in Luzern rund 150 Tessiner Studenten. Pedrazzetti sagt, die Tessiner hätten einen sehr guten Ruf in Luzern. «Wenn ich sage, dass ich Tessiner bin, freuen sich alle. Wir sind hier sehr willkommen.»

«Gesellschaftliche Aufgabe»

Pro Ticino Lucerna hatte zu Spitzenzeiten in den 50er- und 60er-Jahren bis zu 400 Mitglieder. Heute sind es noch 140. «Die Bedürfnisse haben sich geändert», sagt Pedrazzetti. Unter den Mitgliedern besteht aber nach wie vor ein grosser Zusammenhalt.

An den Feierlichkeiten zum 100-Jahr-Jubliläum war auch Stadträtin Ursula Stämmer zugegen. Auf das Verhältnis zwischen Tessin und Luzern angesprochen, sagt sie: «Die Tessiner sind in Luzern gut integriert. Viele sind politisch aktiv.» Sie selbst habe schon seit ihrer Kindheit eine besondere Beziehung zu den Tessinern. Und ihr Mann singe im Corale Ticinesi mit. «Der Verein Pro Ticino hat eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Er hilft, die Kultur zu pflegen», so Stämmer. Es sei erstaunlich, wie gut der Zusammenhalt heute noch sei. Dies spreche dafür, dass es den Verein nach wie vor brauche. «Pro Ticino steht für Tradition, Gemeinschaft und den Stolz, Tessiner zu sein», fasst sie zusammen.