Tessin lehnt Volksinitiative für die Erhaltung der SBB-Werkstätten ab

Die Stimmberechtigten des Kantons Tessin haben die Initiative «Hände weg von den Werkstätten» mit 65,3 Prozent abgelehnt. Ziel war, 400 Arbeitsplätze in den SBB-Werkstätten in Bellinzona zu retten.

Drucken
Teilen

(sda) Im Kanton Tessin ist die Volksinitiative «Giù le mani dalle officine» (Hände weg von den Werkstätten) für die Erhaltung der SBB-Werkstätten mit 65,3 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt worden. Das Volksbegehren war bereits im Jahr 2010 eingereicht worden, nachdem zwei Jahre zuvor ein mehrwöchiger Streik gegen die von der Schliessung bedrohten SBB-Werkstätten in Bellinzona im ganzen Land für einiges Aufsehen gesorgt hatte.

Nur noch maximal 230 Personen werden in Bellinzona beschäftigt

Die Initiative wurde allerdings erst 2016 wieder aufgenommen und am 20. Februar dieses Jahres im Grossen Rat bereits deutlich verworfen. Ziel war es, die 400 Arbeitsplätze in den SBB-Werkstätten in Bellinzona zu retten. Zu diesem Zweck sollten die dortigen Aktivitäten ausgeweitet werden und ein neues Forschungszentrum für die Fördertechnik entstehen.

Die Initianten sahen im Volksbegehren die einzige mögliche Alternative zu einem geplanten Neubau der SBB in Castione bei Bellinzona. Dort sollen allerdings nur noch 200 bis 230 Angestellte beschäftigt werden. An den mit 360 Millionen Franken veranschlagten Kosten beteiligen sich der Kanton Tessin sowie die Gemeinde Bellinzona mit 120 Millionen Franken.