Testkäufe: Alarmierende Zahlen

Die Zentralschweizer Kantone schneiden bei Testkäufen schlecht ab. Mehr als die Hälfte der Jugendlichen kamen im Kanton Luzern illegalerweise an Alkohol.

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Ob in Bars, Restaurants oder wie hier auf dem Bild in Discos: Alkohol ist fast immer im Spiel - und oft auch 
bei (zu) jungen Gästen. (Symbolbild Keystone)

Ob in Bars, Restaurants oder wie hier auf dem Bild in Discos: Alkohol ist fast immer im Spiel - und oft auch bei (zu) jungen Gästen. (Symbolbild Keystone)

Bei Testkäufen im Kanton Luzern Ende 2012 wurde in über der Hälfte der Fälle (54 Prozent) Alkohol an Jugendliche verkauft. Bei den jüngsten Testkäufen im Kanton Zug im Januar lag die Quote bei 42 Prozent. Damit bewegt sich die Zentralschweiz klar über dem Schweizer Schnitt: Laut dem Blauen Kreuz, das Testkäufe in der ganzen Schweiz durchführt, lag der Durchschnitt 2011 bei 30,4 Prozent.

Katrin Trüssel, Fachmitarbeiterin des Blauen Kreuzes, rechnet damit, dass die aktuellen Zahlen von 2012, die im Frühjahr zu erwarten sind, ähnlich ausfallen werden. Weshalb verzeichnen die Zentralschweizer massiv höhere Quoten als der Schweizer Durchschnitt? «Wichtig ist, dass man es nicht bei einer einmaligen Testaktion belässt», sagt Katrin Trüssel. Vielmehr brauche es eine längerfristige Sensibilisierung und stetiges «Nachhaken» bei Betrieben.

Weniger Testkäufe

Im Kanton Luzern wurde im vergangenen Jahr zum ersten Mal nur eine Runde von Testkäufen durchgeführt, weil die Sanktionierungsmöglichkeit in Form einer Anzeige seit einem Bundesgerichtsurteil vom Januar 2012 nicht mehr möglich ist. Seither werden die Testkäufe als verdeckte Ermittlung eingestuft und können entsprechend vor Gericht nicht verwertet werden.

Einige Zentralschweizer Kantone wie Uri oder Schwyz führen aufgrund der fehlenden Rechtslage gar keine Testkäufe durch. «Dass keine strafrechtlichen Sanktionen mehr getroffen werden können, ist problematisch – schon allein dadurch, dass aus diesem Grund in bestimmten Kantonen keine Testkäufe mehr durchgeführt werden», sagt Katrin Trüssel. Statt gegen fehlbares Verkaufspersonal vorzugehen, müsse man nun auch gegen das System ankämpfen.

Im Wiederholungsfall kann den Betrieben nach wie vor die Bewilligung eingeschränkt oder entzogen werden. Im Kanton Luzern hat man bisher noch nie von dieser Sanktionierungsmöglichkeit Gebrauch gemacht. Bis 2015 soll das Gesetz Abhilfe schaffen: Dann ist mit dem revidierten Alkoholgesetz zu rechnen.

Rahel Schnüriger

Den ausführlichen Artikel lesen in der Zentralschweiz am Sonntag und im E-Paper.