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Thailands König ist in Engelberg – doch wissen soll das niemand

Gemäss der thailändischen Botschaft befindet sich seine Majestät König Maha Vajiralongkorn derzeit in der Schweiz. Er soll im Engelberger Hotel Waldegg residieren. Das hält auch die Kantonspolizei Obwalden auf Trab.
Philipp Unterschütz und Lucien Rahm
Der thailändische König Maha Vajiralongkorn soll im Hotel Waldegg in Engelberg sein. Dorthin reiste am Dienstag auch Prapassorn Peter (Bild), in der Hoffnung, ihren König zu Gesicht zu bekommen. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Engelberg, 5. Juni 2018))

Der thailändische König Maha Vajiralongkorn soll im Hotel Waldegg in Engelberg sein. Dorthin reiste am Dienstag auch Prapassorn Peter (Bild), in der Hoffnung, ihren König zu Gesicht zu bekommen. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Engelberg, 5. Juni 2018))

«Long live the king.» Der Wunsch an die Adresse des thailändischen Königs Maha Vajiralongkorn prangt auf einem laminierten Zettel, den Prapassorn Peter vor dem Hotel Waldegg in Engelberg glücklich in die Kamera des Fotografen hält – zusammen mit einem Bild des Monarchen. Die Luzernerin mit thailändischen Wurzeln hat am Dienstag extra freigenommen, um nach Engelberg zu reisen – in der Hoffnung, hier ihr Idol zu treffen.

Ist gar eine Etage ganzjährig vermietet?

Schon am Abend davor hatte sie vom Gerücht erfahren. Vom Gerücht nämlich, dass der thailändische König in Engelberg erwartet werde. Am Montagmittag soll er gemäss «Blick» dann tatsächlich im dortigen Hotel Waldegg eingetroffen sein. Ob das stimmt? Die thailändische Botschaft bestätigt, dass der König derzeit in der Schweiz weile – ohne weitere Angaben zu machen: Der Besuch sei «privater Natur und höchst vertraulich». Manolito Birrer, der Direktor des Hotels Waldegg, wiederum bestätigt gegenüber unserer Zeitung, dass derzeit eine thailändische Delegation im Hotel weilt. Keine Auskunft gibt er darüber, ob König Maha Vajiralongkorn der Gruppe angehört.

Hier, im Hotel Waldegg in Engelberg, soll sich der thailändische König aufhalten. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Engelberg, 5. Juni 2018))

Hier, im Hotel Waldegg in Engelberg, soll sich der thailändische König aufhalten. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Engelberg, 5. Juni 2018))

Fakt ist: In Engelberg sind nicht zum ersten Mal hochrangige thailändische Gäste zu Besuch. Schon mehrfach wurden dort entsprechende Autokonvois gesichtet. Im Dorf glaubt man auch zu wissen, dass eine Etage des Hotels Waldegg ganzjährig an thailändische Offizielle vermietet ist. Die Etage umfasse mehrere renovierte Suiten. Klar ist, dass am Montag in Emmen eine Boeing 737 der Royal Thai Air Force landete. Gestartet war die Maschine in München, wo sich König Maha Vajiralongkorn oft aufhält. 2016 erwarb er in Tutzing am Starnberger See gar ein grosszügiges Anwesen – die Villa Stolberg mit grossem Park und direktem Zugang zum See.

Weder Gemeinde noch Touristiker wissen näheres

Nicht informiert über den möglichen Besuch des hohen Gastes wurde die Gemeinde Engelberg, wie Talammann Alex Höchli gegenüber unserer Zeitung sagt: «Das ist aber bei privaten Besuchen auch nicht üblich.» Ohnehin will man in Engelberg den Gästen eine hohe Privatsphäre bieten, was Peter Reinle, Marketingchef der Titlis-Bahnen folgendermassen auf den Punkt bringt: «Wer will, dass man von seinem Besuch in der Schweiz weiss, geht nach St. Moritz. Wer anonym bleiben will, kommt nach Engelberg.» Bei den Titlis-Bahnen stehen laut Reinle Prominente in der Regel an, wie alle anderen Gäste auch und verlangen keine Sonderbehandlung. Vom Besuch des Königs sei bei den Titlis-Bahnen nichts bekannt. Auch eine Anfrage bei Tourismusdirektor Frédéric Füssenich bringt keine weiteren Informationen: «Wir wissen auch nur, was in der Presse steht. Private Besuche gehen uns ja eigentlich auch nichts an. Es gehört zu unserem Selbstverständnis, dass wir die Anonymität aller Gäste respektieren.»

Eine Boeing 737 der Royal Thai Air Force steht am Dienstag auf dem Militärflugplatz Emmen. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Emmen, 5. Juni 2018))

Eine Boeing 737 der Royal Thai Air Force steht am Dienstag auf dem Militärflugplatz Emmen. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Emmen, 5. Juni 2018))

Mit Blick auf den aktuellen Besuch zugeknöpft gibt sich auch das Fedpol – obwohl es bestens informiert ist. Denn das Bundesamt für Polizei ist immer dann zuständig, wenn hochgestellte Persönlichkeiten in der Schweiz weilen und ihren eigenen, bewaffneten Personenschutz mitbringen: «Persönliche Sicherheitsbeamte ausländischer Gäste brauchen Bewilligungen vom Fedpol, um eine Faustfeuerwaffe zu tragen», bestätigt Mediensprecherin Lulzana Musliu auf Anfrage. Ob eine solche für Engelberg erteilt worden ist, will das Fedpol nicht sagen. Man mache aus Sicherheitsgründen keine Angaben zur Sicherheitsbeurteilung von einzelnen Besuchen in der Schweiz oder den getroffenen Massnahmen für einzelne Besucher.

Kantonspolizei Obwalden: «Man kennt sich»

Ergiebiger ist eine Nachfrage bei der Kantonspolizei Obwalden. Sie setzt jeweils jene Sicherheitsmassnahmen um, die ihnen das Fedpol vorschlägt, wie Marco Niederberger, Leiter der Verkehrs- und Sicherheitspolizei, sagt. Die Art der Massnahmen hänge von der Bekanntheit der Gäste ab. Auch spiele eine Rolle, wie intensiv die Medien über einen solchen Aufenthalt berichten. «Wenn ein Besuch medial bekannt wird, müssen wir unser Engagement entsprechend anpassen», so Niederberger. Ein thailändischer König könne dann beispielsweise eben auch zusätzliche Besucher an den Aufenthaltsort der Gäste locken. Da es nicht der erste Besuch der thailändischen Delegierten ist, sind die vorzunehmenden Massnahmen für die Kantonspolizei nicht neu. Daher funktioniere auch die Zusammenarbeit mit den eigenen Sicherheitsleuten des Königs reibungslos. «Man kennt sich mittlerweile und weiss, wie man arbeitet», sagt Niederberger.

Mit anderen Worten: König Maha Vajiralongkorn scheint tatsächlich vor Ort zu sein. Wer weiss: Vielleicht hat inzwischen sogar Prapassorn Peter den sehnlichst erwünschten Blick auf ihren König erheischen können.

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