THEATER EICH: Der «Krone»-Wirt treibt ein falsches Spiel

Das Loch in der Kasse will der «Krone»-Wirt mit illegalem Glücks- spiel aufbessern. Das kommt nicht gut.

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«Krone»-Wirt Sepp Stalder (Marcel von Niederhäusern) versucht, sich die Gesundheitskommissarin Frida Felber (Silvia Schaller) vom Hals zu halten. (Bild: Pius Amrein)

«Krone»-Wirt Sepp Stalder (Marcel von Niederhäusern) versucht, sich die Gesundheitskommissarin Frida Felber (Silvia Schaller) vom Hals zu halten. (Bild: Pius Amrein)

Die Abfallsäcke türmen sich vor seiner Beiz, Unordnung allenthalben; ein jämmerliches Bild gibt auch der bauliche Zustand seiner «Krone» her: Wirt Sepp Stalder (Marcel von Niederhäusern) will seine Kasse deshalb mit illegalen Spielabenden in seinem Hintersäli aufbessern. Die desolate Lage hindert ihn zudem nicht im Geringsten daran, zusammen mit seinen Kumpeln, dem Metzgermeister Karl Sieber (Eugen Burkhard) und dem Bäckermeister Rolf Unger (Jöggu Rey), den Grossteil der Zeit mit Jassen an den Tischen vor der «Krone» zu verbringen. Sehr zum Missfallen der Bäckersfrau Rosa (Andrea Garcia) und ihrer Kollegin Senta Sieber (Julia Krauer). Beide Geschäftsfrauen scheuen sich denn auch nicht, die Männer überaus lautstark und energisch nach Hause zu beordern. Da hat es dann schnell ein Ende mit den grossmäuligen und auch unzimperlichen Sprüchen der Männerrunde. Beim Auftritt der Frauen ziehen die Herren aber die Köpfe ein, und die Stimmung schwindet.

Jöggu Rey (als Rolf Unger, links) und Eugen Burkhard (als Karl Sieber). (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
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Urs Furrer (als Emil Ötterli, links) und Silvia Schaller (als Frida Felber). (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Jöggu Rey (als Rolf Unger), Andrea Garcia (als Rosa Unger), Marcel von Niederhäusern (als Sepp Stalder) und Eugen Burkhard (als Karl Sieber, von links). (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Eugen Burkhard (als Karl Sieber, links) und Julia Krauer (als Senta Sieber). (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Marcel von Niederhäusern (als Sepp Stalder, links) und Silvia Schaller (als Frida Felber). (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Marcel von Niederhäusern (als Sepp Stalder), Eugen Burkhard (als Karl Sieber) und Julia Krauer (als Senta Sieber, von links). (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Jöggu Rey (als Rolf Unger), Marcel von Niederhäusern (als Sepp Stalder) und Eugen Burkhard (als Karl Sieber, von links). (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Jöggu Rey (als Rolf Unger, links) und Eugen Burkhard (als Karl Sieber). (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Ja, es kommt nicht gut

«Jetz chunnts ned guet!», heisst die Komödie von Armin Vollenweider, die am kommenden Samstag auf der Bühne in der Mehrzweckhalle Eich Premiere hat. Tatsächlich kann es nicht gut kommen, als mit Frida Felber (Silvia Schaller) eine Gesundheitskommissarin auftaucht und der Polizist Ötterli die Güselsäcke inspiziert. Der fiese Wirt scheut sich denn auch nicht, die Betriebe seiner Kumpel anzuschwärzen, um sich selber die Kommissarin vom Hals zu halten. Polizist Ötterli allerdings findet in den Güselsäcken vor der Beiz Hinweise, die auf illegales Treiben im Hintersäli weisen. Neu werden die Karten gemischt, als der Wirt die zwei jungen, attraktiven Frauen Bea (Eliane Waldispühl) und Gabi (Chantal Waldispühl) einstellt. Die Jassrunde begeistert sich urplötzlich für Fitness und Nordic Walking im Schlepptau der jungen Animateurinnen. Sehr zum Missfallen der Ehefrauen. Nein, «jetz chunnts ned guet». Wirklich nicht?

Freche Sprüche zuhauf

An der Hauptprobe vom Sonntagnachmittag ist Regisseurin Veronica Giger noch nicht vollends zufrieden: «Gebt Gas! Es muss Zug haben!», pusht sie die Akteure. Nun, damit meint sie in erster Linie Lautstärke und Bewegung. Kaum die frechen Sprüche. Damit wird in der Vorlage nicht gespart; Sprüche fallen nämlich zuhauf, teils echt lustig und auch mal leicht grenzwertig. Die vielen Lacher des Publikums an der Hauptprobe zeigen aber: Das Gezeigte gefällt. Auch die Regisseurin ist am Schluss zufrieden. «Jetzt gibts noch eine Probe, dann die Kinderaufführung am Mittwoch, und dann sind wir bereit.» Veronica Giger hat das Stück um zwei, drei Szenen aus dem Dorfleben erweitert und zusätzliche Akteure eingebaut: So erhält etwa Armando Bay Sonderapplaus, wie er der gestürzten Conny wieder auf die Beine hilft eine hübsche zusätzliche Kleinszene am Rand des Geschehens. Zum vierten Mal ist Marcel von Niederhäusern mit dabei – als «Krone»-Wirt hat er einen grossen Part zu bestreiten und macht das frisch, frech und ungezwungen. «Wir haben ein Superteam und zusammen eine tolle Probezeit – ich freue mich jedes Mal, an die Probe zu gehen.»

Hannes Bucher

Hinweis

Weitere Aufführungen in der MZH Eich: Heute, 16 Uhr (Kinderaufführung); Sa, 17. 1., 20 Uhr; So, 18. 1., 16 Uhr; Fr, 23. 1., und Sa, 24. 1., jeweils 20 Uhr. Weitere Infos: www.theatereich.ch