THEATER: Ein Feuerwerk in Rot-Weiss

In der neuen Produktion des Theaterclubs der PH Luzern steht die Definition von«typisch Schweiz» im Zentrum. Die komischen, schrägen, bissigen und wortwitzigen Szenen fliegen dem Publikum um die Ohren.

Yvonne Imbach
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Das Bühnenbild des Theaterclubs der PH Luzern in Form eines Schweizer Kreuzes. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 2. Mai 2017))

Das Bühnenbild des Theaterclubs der PH Luzern in Form eines Schweizer Kreuzes. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 2. Mai 2017))

Yvonne Imbach

stadt@luzernerzeitung.ch

Mit ihrer 13. Produktion«La Suisse existe» macht sich der Theaterclub der Pädagogischen Hochschule (PH) Luzern auf literarische Spurensuche: Was ist denn typisch Schweiz? Schon der erste Auftritt der 18 jungen Frauen und des einen Mannes zieht die Zuschauer sofort in den Bann. Alle Kostüme präsentieren sich konsequent in Rot-Weiss, vom Business-Look über die Tracht bis zum Pettycoat ist so mancher Stil vertreten. Die Bühne zeigt schlichte Holzpaletten, die zu einem grossen, liegenden Kreuz formiert sind, das auf unterschiedlichste Art bespielt wird.

Im Programm wird angekündigt: «Es erwartet Sie ein Abend zwischen Jeremias Gotthelf und Spoken Word, zwischen Ernst Burren und Pedro Lenz.» Während 70 kurzweiligen Minuten fliegen dem Publikum dann die «Text-Raketen» wie ein Feuerwerk in Rot-Weiss um die Ohren.

Vom Fondue bis zu Pirmin Zurbriggen

Die Spielenden formieren sich zu immer neuen Gruppen, zeigen viel Können, grandiose Textsicherheit, sprechen eine Vielzahl von Dialekten und bringen mit Sketches die Lachmuskeln zum Vibrieren. Und auch akustisch werden Knaller am Laufmeter gezündet: Theatermusiker Christov Rolla hat mit dem Ensemble alte und neue Protestlieder einstudiert, die viel Hörgenuss bieten. Die Themenvielfalt ist breit. Das Fondue darf nicht fehlen, eine typische Vereinsversammlung kriegt ihr Fett weg, das Seilziehen gipfelt in lautem Anfeuerungsgebrüll, und immer wieder ist man bei wiederkäuenden Kühen zu Gast. Selbst ein «Nationalheld» der 80er-Jahre, Pirmin Zurbriggen, kommt zu Ehren. Ihm wird ein Song gewidmet, der das Grundgefühl aller Schweizer von 1987 spiegelte: «Ich habe den Fernseher angemacht, Pirmin, du hast so schön gelacht!»

Das freche, pointierte und komische Potpourri verlangt ein enormes Tempo und exakte Einsätze, was dem Ensemble unter der Regieleitung von Reto Ambauen ausgezeichnet gelingt. Monika und Johannes Blatter mit Sohn Nicola (18) zeigten sich nach der intensiv beklatschten Premiere am Donnerstagabend begeistert. Ihre Tochter Norina (22) habe zwar schon immer Freude gehabt, in andere Rollen zu schlüpfen, aber seit einem Schultheater in der 2. Primarklasse bis zum aktuellen Engagement an der PH nie mehr Theater gespielt. «Wir sind sehr positiv überrascht, wie professionell alles wirkte. Die intensive Arbeit hat sich total gelohnt. Das Stück ist poppig und gescheit umgesetzt. Was mich am meisten beeindruckt, ist, wie die Spielenden gelernt haben, mit ihrer Mimik alles aus den Texten herauszuholen», sagt Monika Blatter.

Hinweis

Aufführungen: Heute um 20 Uhr. 10./11. Mai, 20 Uhr. 7. Mai um 17 Uhr. Theater-Pavillon Luzern. Reservationen: www.ztp.phlu.ch

Bild: Pius Amrein (Luzern, 2. Mai 2017)

Bild: Pius Amrein (Luzern, 2. Mai 2017)

Bild: Pius Amrein (Luzern, 2. Mai 2017)

Bild: Pius Amrein (Luzern, 2. Mai 2017)

Bild: Pius Amrein (Luzern, 2. Mai 2017)

Bild: Pius Amrein (Luzern, 2. Mai 2017)

Bild: Pius Amrein (Luzern, 2. Mai 2017)

Bild: Pius Amrein (Luzern, 2. Mai 2017)

Bild: Pius Amrein (Luzern, 2. Mai 2017)

Bild: Pius Amrein (Luzern, 2. Mai 2017)