Theater
Ein teuflisches Spiel an der Kantonsschule Sursee

Die Theatergruppe zeigt «Faust»-Szenen und mischt eigene Dialoge in den Klassiker von Goethe.

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Die Theatergruppe der Kanti Sursee hat keine Berührungsängste mit klassischer Weltliteratur.

Die Theatergruppe der Kanti Sursee hat keine Berührungsängste mit klassischer Weltliteratur.

Bild: Yvonne Imbach (Sursee, 27. Mai 2021)

(imy) Goethes «Faust» – ein schweres Thema für Jugendliche? Kommt darauf an, was man daraus macht. Für die Gruppe des Freifachs Theater an der Kantonsschule Sursee unter der Regieleitung von Dieter Ockenfels geht «Faust» auch jung und anders. Statt zweieinhalb Stunden den Klassiker zu rezitieren, ist ihre Version knackige 75 Minuten lang und bietet nur eine Auswahl «Faust»-Szenen. Stimmig abgerundet wird das dialoglastige Stück von Kanti-Schülerin Charleen Wismer am Flügel.

«Weltliteratur gehört zum Pflichtstoff an Gymnasien», weiss Dieter Ockenfels. «Ich wollte das Stück so verfassen, dass es aufgelockert wird und es so den Jugendlichen auf der Bühne wie auch im Zuschauerraum näherbringen.»

Pädagogisch sinnvoll

Das ganze Schuljahr sei «Faust» im Fokus gestanden, auch im Deutschunterricht aller 4. Klassen. «Zum Thema ‹Dramatisieren› haben wir das Buch nicht einfach nur gelesen, sondern auch kleine Szenen gespielt. Es ist pädagogisch sinnvoll, den jungen Menschen Bühnenkompetenzen zu ermöglichen», so der Theaterprofi.

Die Theatergruppe besteht in diesem Schuljahr aus elf Schülerinnen und einem Schüler zwischen 13 und 17 Jahren. Sie alle schlüpfen in mehrere Rollen und springen dabei nicht nur von Rolle zu Rolle, sondern auch in Zeit und Sprache hin und her. Zwischen den ausgewählten klassischen «Faust»-Szenen ergänzen die Jugendlichen die Geschichte mit eigenen Worten. Sie wechseln dann in den Erzählmodus und stellen Dr. Heinrich Faust dar als «58-jährigen Typen, der ein Down hat und wohl in den Wechseljahren ist». Tadelloses Bühnendeutsch und eine grosse Ernsthaftigkeit fesseln, sodass dem teuflischen Spiel zwischen Mephisto, Faust und Gretchen gerne und mit voller Aufmerksamkeit zugeschaut wird.