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THEATER: Französischer Kinohit kommt auf Entlebucher Bühne

Da wird ein braver Zürcher Postbeamter nach Hinterwald im Entlebuch strafversetzt – und alles kommt ganz anders. Es ist der neuste Streich des Jodlerchörlis Lehn.
Hannes Bucherkanton@luzernerzeitung.ch
Der strafversetzte Pöstler Philipp Basler (Thomas Vetter, rechts) muss sich noch an die Eigenheiten seiner neuen Entlebucher Kollegen gewöhnen (Bild: Manuela Jans-Koch (Escholzmatt, 3. November 2016))

Der strafversetzte Pöstler Philipp Basler (Thomas Vetter, rechts) muss sich noch an die Eigenheiten seiner neuen Entlebucher Kollegen gewöhnen (Bild: Manuela Jans-Koch (Escholzmatt, 3. November 2016))

Was haben das Städtchen ­Ber­gues im Norden Frankreichs und Hinterwald im Entlebuch gemeinsam? Nun, beide dienen als Kulisse für eine köstliche Komödie rund um einen strafversetzten Postbeamten. Während aber Bergues konkret existiert, ist Hinterwald auf der Karte im Entlebuch nicht auszumachen. Dort aber wird es von den beiden Escholzmattern Sämi Studer und Simon Strebel fiktiv angesiedelt. Sie sind die Autoren der Komödie «Willkomme z’Hinterwald», die am Samstagabend in der «Krone» in Escholzmatt Premiere feierte. Es ist bereits das dritte Stück, welches das Duo für das Jodlerchörli Lehn geschaffen hat und als Uraufführung auf die Bühne bringt. Beim diesjährigen Stück ist Bergues, konkret der Film «Bienvenu chez les Ch’tis», der dort spielt, Pate gestanden. Die Erfolgskomödie, die weit über Frankreich hinaus zum Kassenschlager wurde, hat Sämi Studer fasziniert. «Inzwischen habe ich den Film wohl 30-mal gesehen», sagt er. Studer siedelt seinen Postbeamten Philipp Basler in Zürich an. Er möchte mit seiner italienischen Frau und der Tochter ins Tessin ziehen, dort eine Poststelle übernehmen. Der Schwindel mit der Krankheit, die ihn an den Rollstuhl fesselt, fliegt auf. Nun muss der Bedauernswerte nach Hinterwald, in dieses fiktive Kaff irgendwo im Entlebuch. Es zeigt sich: Ja, die «Ch’tis» im Film und die Entlebucher haben das Grundsätzliche gemeinsam: eine überaus weicher Kern in einer, zumindest vordergründig, harten Schale. Entsprechend kernig, auch mal hölzern, kommt die Sprache daher, da gibt es Wörter, Ausdrücke, Sprachbilder, welche der feine Zürcher nicht kennt. Ein «Stierenauge» auf dem Teller – barbarisch. «Saarpfe» (schlürfen) oder «schaluus si» (eifersüchtig sein): So zu reden heisst ja geradezu, ­einen Zürcher «ziggle» (necken).

Die Geschichte nimmt ihren Lauf: Der Postbeamte lebt sich ein, und die Strafversetzung wird zum puren Gegenteil.

Starke Hauptrollen und musikalische Untermalung

Die Inszenierung lebt von den tragenden Rollen: Thomas Vetter als Philipp Basler gefällt auf der Bühne ausgezeichnet; Sämi Studer als leicht tollpatschiger Toni Brünisholz versprüht viel liebenswerten Charme. Simon Strebel als schräg-lässiger Postangestellter verpasst dem Stück einen weiteren farbig-amüsanten Touch. Und als zusätzliche Stärke: die eingebundenen Liedereinlagen des Jodlerchörlis Lehn. «Wunderbar, das Herzblut, das da drinsteckt: Dieser Chor ist einer meiner Favoriten», sagt etwa die Luzerner alt Stadträtin Ursula Stämmer. Sie lernte den Chor am Eidgenössischen Jodelfest 2008 kennen und ist bereits zum dritten Mal an einer Theaterpremiere des Jodlerchörlis mit dabei.

Hannes Bucher

Hinweis

Mehr Informationen zum Stück und zu den weiteren Aufführungsdaten: www.jodlerchoerli-lehn.ch

Szene aus dem Theater «Willkomme z'Hinterwald» des Jodlerchörli Lehn in Escholzmatt. (Bild: Manuela Jans- Koch)

Szene aus dem Theater «Willkomme z'Hinterwald» des Jodlerchörli Lehn in Escholzmatt. (Bild: Manuela Jans- Koch)

Szene aus dem Theater «Willkomme z'Hinterwald» des Jodlerchörli Lehn in Escholzmatt. (Bild: Manuela Jans- Koch)

Szene aus dem Theater «Willkomme z'Hinterwald» des Jodlerchörli Lehn in Escholzmatt. (Bild: Manuela Jans- Koch)

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