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«De Zeppelin flüügt nümme» gibt viel zu lachen

Ein Enkel besucht sein Grosi das erste Mal in ihrer Alterswohnung. Geschichten von früher und aktuelle Diskussionen prägen ihre Begegnung. Das Familienstück des «luki*ju theater luzern» überzeugt mit Tiefgang und Witz.
Yvonne Imbach
Kim Emanuel Stadelmann als Enkel Florian und Lisa Bachmann als Grosi Hanni an der Premiere. (Bild: Ingo Höhn)

Kim Emanuel Stadelmann als Enkel Florian und Lisa Bachmann als Grosi Hanni an der Premiere. (Bild: Ingo Höhn)

Eigentlich ist die Alterswohnung von Johanna nicht nur zwei Zimmer gross, auch der gesamte Zuschauerraum des Kleintheaters gehört dazu. Denn das Publikum ist auch zu Besuch an diesem Tag, als Johannas Enkel Florian sie in ihrem neuen Daheim das erste Mal besucht. Die Zuschauer dürfen quasi durchs Schlüsselloch der Begegnung zugucken. Beide Darsteller wenden sich auch immer wieder direkt ans Publikum, wenn sie ihre jeweils eigene Sicht der Dinge erzählen. Von Grosi Hanni erfährt man, das sie eben achtzig wurde und schon etwas enttäuscht sei: Ihr Lieblingsenkel «Flo» habe sie noch nie in ihrer neuen Umgebung besucht. Florians Begründung lässt nicht lange auf sich warten: «Es riecht in Altersheimen so fest nach alten Menschen und Desinfektionsmittel!»

Flo erklärt Hanni sein Smartphone

Nach der herzlichen Begrüssung kommt ein heikles Thema auf den Tisch, auf dem Florians Lieblingsgetränk aus der Kindheit steht. Florian war dagegen, dass seine Grossmutter ins Alterswohnheim zieht. Johanna verteidigt ihre Entscheidung: «Hier fällt mir alles viel leichter und ich werde unterstützt.» Dann wird es gemütlich; so gemütlich, wie man sich den Besuch bei seiner Grossmutter nur wünschen kann. Sie schwelgen gemeinsam in Erinnerungen, schauen sich alte Fotos an und tanzen sogar Rock’n’Roll zu Elvis. Flo erklärt Hanni sein Smartphone und rappt ihr einen seiner Songs vor. Hanni beichtet, dass sie Flo als Kind angeschwindelt habe: Sie sah nie einen Zeppelin über Luzern fliegen, das sei vor ihrer Zeit gewesen. «Aber du warst halt so fasziniert von diesen Luftschiffen.»

«De Zeppelin flüügt nümme» heisst die 26. Produktion des «luki*ju theater luzern», das seit 37 Jahren Stücke für Kinder, Jugendliche und Erwachsene produziert. Geschrieben wurde es von Lisa Bachmann, die auch in die Rolle der Grossmutter schlüpft: «Endlich darf ich ein Grosi spielen, das war schon lange mein Wunsch!» Kim Emanuel Stadelmann spielt Florian. Regie führte Adrian Meyer, die Produktion leitete Nadja Bürgi. Das rund einstündige Stück überzeugt mit vielen liebevollen Szenen, herzerwärmenden Dialogen und einer guten Portion Witz. Wer keine Grosseltern mehr hat, zerdrückte innerlich vielleicht sogar ein Tränchen: Wie sehr wünschte man sich noch einmal eine Stunde mit Oma oder Opa.

Nach der heftig beklatschten Premiere geht das Stück nun auf Tournee: Besuche in Altersheimen und Schulzimmern stehen auf dem Programm. «Uns ist sehr wichtig, dass wir alle Generationen erreichen», sagt Lisa Bachmann. Sie hofft, dass sich möglichst viele Schulen und Altersheime bei ihr melden (unter www.luki.ju.ch), um eine Vorstellung zu buchen.

Aufführungen: 19. Mai, 11 Uhr, Kleintheater Luzern. 31. Mai, 20  Uhr, Theaterpavillon Luzern.

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