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Saaldecke des Luzerner Theaters ist repariert

Die Decke im Zuschauerraum des Luzerner Theaters drohte abzubröckeln. Jetzt sind die Reparaturarbeiten abgeschlossen, und die neue Saison kann planmässig beginnen.
Hugo Bischof
Peter Klemm, Technischer Direktor des Luzerner Theaters, zeigt die neue Decke mit den Akustik-Paneelen im Zuschauerraum des Luzerner Theaters. Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 8. August 2019)

Peter Klemm, Technischer Direktor des Luzerner Theaters, zeigt die neue Decke mit den Akustik-Paneelen im Zuschauerraum des Luzerner Theaters. Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 8. August 2019)

Die Verantwortlichen des Luzerner Theaters können aufatmen: Die schadhafte Decke im Zuschauerraum ist wieder intakt. «Das gebäudetechnische Problem ist gelöst, die Deckensanierung konnte termingerecht zum Probenbeginn für die neue Saison abgeschlossen werden.» Das teilte die Leitung des Luzerner Theaters mit.

Bei einem routinemässigen Rundgang hatte die Theaterleitung Mitte Juni kleine Risse in der Gipsverkleidung der Decke im Zuschauerraum und über dem Orchestergraben entdeckt. Die beiden letzten Vorstellungen der Spielzeit 2018/19 mussten deswegen abgesagt respektive ins KKL Luzern verlegt werden (Ausgabe vom 15. Juni).

So sah die defekte Saaldecke im Juni dieses Jahres vor Beginn der Reparaturarbeiten aus. Bild: pd

So sah die defekte Saaldecke im Juni dieses Jahres vor Beginn der Reparaturarbeiten aus. Bild: pd

Gemäss Theaterleitung ergaben die darauffolgenden Sondierungen an der Saaldecke folgendes:

«Die Gipsdecke hatte sich wegen Materialermüdung über eine Fläche von zirka 20 bis 25 Quadratmetern vollständig von der Aufhängung gelöst und abgesenkt.»

Die Situation war ernst: Es drohten Gipsteile abzubröckeln. Während der Sommerpause des Theaters wurde deshalb die ganze Saaldecke inklusive Randfries abgebrochen und entfernt – also nicht nur der Teil, wo die Schäden festgestellt worden waren. Danach wurde eine neue feuerfeste Gipskartondecke eingebaut. «Die neue Gipskartondecke wurde nach den neusten technischen Erkenntnissen gebaut», sagte Peter Klemm, der Technische Direktor des Luzerner Theaters, bei einem Rundgang durch den Zuschauerraum.

«Die neue Gipskartondecke schützt die gesamte Deckenkonstruktion aus Beton und Stahl und sorgt zudem für hinreichenden Schallschutz zwischen den darüber liegenden Arbeitsräumen und dem Zuschauerraum.»

Als Neuerung wurden ganz oben an der Saaldecke rundum entlang der Seitenwände Akustik-Paneelen angebracht. Für die Zuschauer im obersten Rang sind sie gut sichtbar. Die Paneelen sind eckig und etwa einen Quadratmeter gross. «Sie sorgen dafür, dass die Akustik im Theatersaal künftig mindestens so gut sein wird wie vorher», sagt Peter Klemm.

Decke erstrahlt neu in Marineblau

Zum Abschluss wurde die Saaldecke neu bemalt. Vorher war sie grau-beige. Die neue Farbe ist ein dunkles Blau, je nach Licht bis zu Marineblau. Birgit Aufterbeck Sieber, Präsidentin der Stiftung Luzerner Theater, spricht schmunzelnd von einem «William-Turner-Blau». Sie spielt damit auf den englischen Maler an, dessen Bilder zurzeit im Kunstmuseum Luzern gezeigt werden. Darunter ist das Bild «Blaue Rigi». Peter Klemm erwähnt einen zusätzlichen Aspekt der neuen Farbgebung:

«Eine dunklere Farbe lenkt weniger ab. Das Publikum konzentriert sich so besser auf das Geschehen auf der Bühne.»

Einige der neuen Akustik-Paneelen im Zuschauerraum des Luzerner Theaters. Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 8. August 2019)

Einige der neuen Akustik-Paneelen im Zuschauerraum des Luzerner Theaters.
Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 8. August 2019)

Dank der erfolgreichen Deckensanierung kann die Spielzeit 2019/20 des Luzerner Theaters wie geplant eröffnet werden. Am 7. September hat Friedrich Dürrenmatts Schauspiel «Der Besuch der alten Dame» (mit Delia Mayer) im grossen Haus Premiere. Die Proben dafür laufen bereits seit dem 5. August.

Deckensanierung kostete 135 000 Franken

Die Kosten der Deckensanierung betragen nach Angaben der Theaterleitung rund 135000 Franken. Dies bezahlt das Theater selber. Für Unterhaltsarbeiten sind gemäss Peter Klemm jährlich rund 200 000 Franken vorgesehen – mit starken Schwankungen. Dieses Jahr werden es somit mehr sein.

Weitere gravierende Mängel im Zuschauerraum habe man bei den Sanierungsmassnahmen nicht entdeckt, sagt Peter Klemm. Es ist allerdings seit Jahren bekannt, dass das 1839 erbaute Luzerner Theater sanierungsbedürftig ist. Im Zusammenhang mit der aktuellen Debatte um die Erneuerung der Theater-Infrastruktur plädiert die Theaterleitung für einen Abriss und Neubau des bestehenden Gebäude. Als Alternative wird ein Erweiterungsbau mit Sanierung und Integration des bestehenden Hauses geprüft.

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