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THEATER PERLEN: Ein Lied und ein Theaterstück heiraten

Was war zuerst, das Lied oder das Theaterstück? Das Theater Perlen zeigt ab diesem Samstag «De Schacher Sepp» und verbindet beides zeitgemäss und berührend.
Yvone Imbach
Peter Klaus verkörpert im Theater Perlen den Schacher Sepp. (Bild: Nadia Schärli (27. Februar 2018))

Peter Klaus verkörpert im Theater Perlen den Schacher Sepp. (Bild: Nadia Schärli (27. Februar 2018))

Yvone Imbach

region@luzernerzeitung.ch

Wenn sich am Samstag im Gasthaus «Die Perle» der Vorhang zur Premiere öffnet, lädt das Theater Perlen zu einem beliebten Volksstück. Gezeigt wird «De Schacher Sepp», bei dessen Titel man sofort an das gleichnamige Lied und dessen Jodler Ruedi Rymann aus Giswil denkt. Das Lied wurde 2007 zum «grössten Schweizer Hit aller Zeiten» gewählt. Niemand weiss aber genau, wer es geschrieben hat.

Herbert Marberger führt in Perlen das 3. Mal Regie und hat recherchiert: «Wie bei vielen Volksliedern hatte die Suisa jenen als Komponisten akzeptiert, der sich zuerst bei ihr gemeldet hatte. Das war ein gewisser Otto Wolf. Allerdings hatte sein «Seppli» nur vier Strophen, die fünfte stammt zweifelsfrei von Ruedi Rymann.»

Engel in Jeans und Stiefeln

Das gleichnamige Theaterstück blickt auch auf eine lange Geschichte zurück, die besser dokumentiert ist. Herbert Marberger hat das Stück vor zwanzig Jahren schon einmal inszeniert. Für die Version 2018 hat er einiges angepasst. «Ich habe aus sechs Bildern fünf gemacht und habe es modernisiert.» So strich er bei der Himmelsszene die stark religiösen Motive und brachte ein bisschen Schalk rein. Seine Engel haben noch (ganz kleine) Flügel, in weissen Jeans und goldenen Stiefeln wirken sie cool. Auch die Sprache wurde von Marberger bearbeitet. «Wir haben den Text intensiv gelesen. Einige Male haben die jüngeren Spieler gar nicht gewusst, was gemeint ist. Gemeinsam haben wir entschieden, was noch verständlich ist und was wir anpassen wollten.» So wurde zum Beispiel aus der «verfluemerenti Gschicht» die verfluchte Geschichte und aus der «alti Bäsi» die alte Tante.

Das heutige Theaterstück hat seine Wurzeln in einer Erzählung von 1871, die hiess «Die seltsame Geschichte des Brandner Kaspar». Erschienen ist sie in einer bayerischen Wochenzeitung. Auch in der Ur-Fassung geht’s um den Tod, der personifiziert dargestellt wird. Der Brandner Kaspar springt dem Tod knapp von der Schippe und bekommt Aufschub. Im Himmel wird dieser «Deal» viel später entdeckt, und nun soll der Tod sein Werk vollenden.

Jörg Schneider erkannte Parallelen

1934 wurde aus der Erzählung ein erstes Theaterstück, 1975 gab’s eine zweite Fassung, 2012 gar eine bayerische Oper. «In den 90er-Jahren wurde aus dem Brandner schliesslich ein Schweizer», weiss Marberger. Autor Kurt Wilhelm führte 1990 Regie im Zürcher Bernhard-Theater bei der Erstaufführung der schweizerdeutschen Bearbeitung. Für die Dialektbearbeitung war Jörg Schneider engagiert, der auch den Tod, den Beinlichrömer, spielte. Jörg Schneider kannte das Lied «De Schacher Sepp» und sah die auffälligen Parallelen im Inhalt von Lied und Theater. Seine Idee, das Lied in das Stück einzubauen, entpuppte sich als exzellent: «Das Schweizer Publikum zog es wie ein Magnet ins Theater», so Marberger. Die aufwendige und sehr schöne Inszenierung des Theaters Perlen wird sicherlich auch das Publikum begeistern und berühren.

Hinweis

Aufführungen: Premiere 3. März, 20.15 Uhr. 9., 10., 14., 17., 23. und 24. März um 20.15 Uhr. 18. März um 17.15 Uhr. Gasthaus «Die Perle», Perlen. Reservation: 079 228 12 68 oder www.theaterperlen.ch.

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