Endlich dürfen die Mitglieder der Theatergesellschaft Rain wieder spielen

Nach einem Jahr Pause hebt sich in Rain heute der Premieren-Vorhang. Der Bühnenhunger ist ungebremst. Und lässt sich mit einer Komödie bestens stillen.

Yvonne Imbach
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Die Theatergesellschaft Rain bei der Hauptprobe des neuen Stücks «Drü mol drü».Bild: Yvonne Imbach (24. Oktober 2019)

Die Theatergesellschaft Rain bei der Hauptprobe des neuen Stücks «Drü mol drü».Bild: Yvonne Imbach (24. Oktober 2019)

Nach über 170 Aufführungen in 25 Jahren hat sich die Theatergesellschaft Rain letztes Jahr eine Pause gegönnt. Ab heute öffnet sich der Vorhang in der Mehrzweckhalle nun endlich wieder: Mit «Drü mol drü» zielen die Rainer frontal auf die Lachmuskeln ihres Publikums.

Das Profistück von Ray Cooney und Tony Hilton wurde vom erfahrenen Theatermacher und Regisseur Knut Kaulitz übersetzt. In Rain nahm Kaulitz erstmals Platz auf dem Regiestuhl. «Ich führte die Komödie vor 15 Jahren schon einmal mit einer ambitionierten Laiengruppe auf.» Die TG Rain sei mit dem Wunsch auf ihn zugekommen, dieses Stück aufführen zu wollen. «Nachdem ich die Spieler kennen gelernt hatte, sagte ich zu. Sie bringen die Voraussetzungen dafür mit.»

Spielerinnen und Spieler sprühen vor Leidenschaft

Die neue Produktion ist derart mit Pointen, Verwechslungen, Doppel- und Dreifachrollen, Auf- und Abgängen gespickt, dass von den Spielerinnen und Spielern tatsächlich viel gefordert wird: Das A und O ist die tadellose Textsicherheit. Alle Abläufe müssen verinnerlicht; die Kondition stabil sein. Die Hauptprobe am Donnerstag bewies: Sie sind richtig fit, diese Rainer. Das Pausenjahr hat den Spielhunger wachsen lassen, die Bühnenpräsenz wird spürbar leidenschaftlich genutzt.

Die Geschichte spielt auf dem Landsitz eines reichen Fabrikanten. Ein grosses Bravo an die Bühnenbauer: Ihre Illusion einer pompös eingerichteten Villa ist grossartig.

Hausbesitzer Hertling lädt zur Geburtstagsfeier seiner Tochter ein. Ebenfalls soll der Sohn seines verstorbenen Kompagnons kommen: Ihm will er das Vermögen des Vaters übergeben. Was niemand wusste: Willy hat einen Zwillingsbruder, es tauchen zwei Söhne auf. Was nun an Turbulenzen, Liebeleien, Eifersüchteleien und immer neuen Ausreden abgeht, muss man sich selbst anschauen gehen. Der Theaterabend wird zu einem einzigen Lachflash. Dies ist zweifellos der Gesamtleistung aller zuzuschreiben. Jedoch dürfen die beiden Spieler Stephan Burri (als liebenswerter Betrüger Carlos) und Adrian Neff (als dusseliger Willy und charmanter Larry) als wahre komödiantische Talente genannt werden. Dank ihres Könnens, mit Mimik und Körperspiel ganz mit der Figur zu verschmelzen, wird die doch eher dünne Geschichte zu einem grossen Vergnügen. Was sich wie leicht gespielter Klamauk präsentiert, ist harte Arbeit, weiss Knut Kaulitz: «Einmal hat Adrian nur drei Sekunden Zeit, um hinter der Bühne zum nächsten Auftritt zu rennen.»

Hinweis: Premiere am Samstag um 20 Uhr, weitere Aufführungen bis 9. November, MZH Rain. Reservationen: Telefon 0414581285 sowie unter www.tgrain.ch.

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