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THEATERPLATZ: Theater soll so oder so ausziehen

Scheitert die Salle Modulable, bleibt das Luzerner Theater vorerst im alten Gebäude. Doch die Kulturhaus-Initianten haben damit anderes vor.
Simon Bordier
Der Theaterplatz ist ein möglicher Standort für einen Theater-Neubau. (Archivbild Pius Amrein)

Der Theaterplatz ist ein möglicher Standort für einen Theater-Neubau. (Archivbild Pius Amrein)

Simon bordier

Im Herbst tritt das Salle-Modulable-Projekt in die heisse Phase. Dann nämlich stimmen die Parlamente von Kanton und Stadt Luzern über den Projektierungskredit für den Theaterneubau ab. Zudem steht in der Stadt eine Volksabstimmung über den Baurechtsvertrag für das Areal Inseli bevor. Wird eine der drei Vorlagen abgelehnt, so bedeutet dies wohl das vorzeitige Ende des Projekts – und das Luzerner Theater müsste vorerst im heutigen, renovierungsbedürftigen Gebäude bleiben.

Doch längst haben andere mögliche Nutzer Interesse an dem Gebäude angemeldet, insbesondere Personen aus der freien Szene. So wurde im letzten April die Kulturhaus-Initiative eingereicht. Deren primäres Ziel ist der Erhalt des 177-jährigen Gebäudes. Und in einem weiteren Punkt heisst es: «Die Stadt Luzern stellt das Haus des ehemaligen Luzerner Theaters der Öffentlichkeit zur Verfügung als Kulturhaus für alle mit einer breiten öffentlichen Nutzung.»

Wie weiter bei einem Nein?

Doch gesetzt den Fall, der Theaterneubau kommt nicht zu Stande und das Luzerner Theater bleibt im heutigen Gebäude: Wird die Initiative dann zurückgezogen? Oder bestehen die Initianten auf der Umwandlung des Gebäudes in ein Kulturhaus mit breiter Nutzung?

«Der Kontext, in dem die Initiative entstand, war ein anderer als heute», sagt Luzia Stofer, Mitinitiantin und ehemalige SP-Grossstadträtin. Sie erinnert daran, dass bis letzten April der Theaterplatz als einer von drei möglichen Standorten für die Salle Modulable zur Diskussion stand. Dem alten Theaterhaus habe ein Umbau oder gar ein Abriss gedroht – dem habe man einen Riegel vorschieben wollen. Und jetzt, wo das Inseli als Standort feststeht, ist die Gefahr aus Sicht der Initianten nicht gebannt: «Sollte das Luzerner Theater dereinst in einen Neubau ziehen, darf das heutige Gebäude keinesfalls abgerissen werden.»

Freie Szene sucht Räumlichkeiten

Aber auch Stofer weiss, dass sich die Pläne für die Salle Modulable und damit die Umzugspläne des Luzerner Theaters in Luft auflösen könnten. «Scheitert die Salle Modulable, so müssen wir nochmals ernsthaft über die Bücher», sagt die Mitinitiantin. Denn damit wäre die Gefahr eines Abrisses wohl vorerst gebannt. Und: «Wir wollen den Betrieb des Luzerner Theaters nicht gefährden», sagt sie.

Andererseits fordere die freie Szene schon seit Jahren neue Räumlichkeiten. Man werde daher mit den interessierten Kreisen der Initiative – dem Netzwerk Neubad, der Interessengemeinschaft Kulturraum BOA – genau schauen, wie es mit dem Kulturhaus weitergehen soll. «Es braucht einen neuen Kulturkompromiss», betont Stofer; die freie Szene dürfe gegenüber der etablierten Kultur nicht zu kurz kommen.

Aus ihrer Sicht wäre allen geholfen, wenn das Luzerner Theater in einen Neubau ziehen könnte und das alte Gebäude anderen Nutzern überliesse. «Ein moderner Theaterbetrieb ist im heutigen Haus nur unter erschwerten Bedingungen möglich und würde in Zukunft millionenschwere Umbauarbeiten erfordern», sagt Stofer.

Salle käme günstiger

Damit stösst sie ins gleiche Horn wie die Projektverantwortlichen der Salle Modulable: Nach deren Rechnung würde ein Verbleib des Luzerner Theaters am jetzigen Standort 66 bis 101 Millionen Franken an Renovierungs- und Sanierungskosten nach sich ziehen. Der Bau der Salle Modulable komme den Steuerzahler günstiger zu stehen, denn dieser lasse sich dank der 80-Millionen-Franken-Schenkung des Mäzens Christof Engelhorn teilfinanzieren, argumentieren die Salle-Befürworter. Im Fall einer Renovierung des heutigen Theaters stünde dieses Geld nicht zur Verfügung.

Dabei lässt sich das Salle-Modulable-Projekt in gewisser Hinsicht ebenfalls als «Haus für alle» verstehen. Denn nicht nur das Luzerner Theater und Lucerne Festival sollen dereinst in dem Musiktheater Platz finden, sondern auch die freie Theaterszene.

Freischaffende Künstler in Salle?

Stofer ist da allerdings skeptisch: «Schon beim Bau des KKL wurde erklärt, dass damit ein breites Kulturangebot ermöglicht werden soll.» Doch heute werde der Bau hauptsächlich von grossen Kulturbetrieben genutzt. Sie glaubt, dass dies auch bei der Salle Modulable der Fall sein werde: «Ein Bau dieser Grösse führt zu hohen Betriebskosten, die sich wiederum auf die Mieten niederschlagen. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass sich freischaffende Künstler unter diesen Bedingungen gross entfalten können.» Deshalb wolle man mit dem Kulturhaus eine «bezahlbare Alternative für alle» schaffen.

Hingegen müsste das Luzerner Theater ein Interesse daran haben, dass die Kulturhaus-Initiative zurückgezogen wird, sollte das Salle-Modulable-Projekt scheitern: Die Ansprüche der Initianten könnten sonst mit allfälligen Entwicklungsideen des Theaters am heutigen Standort kollidieren. «Von dieser Situation sind wir weit entfernt», sagt dazu Birgit Aufterbeck Sieber, Präsidentin der Stiftung Luzerner Theater. Man werde sich nicht an «solchen Spekulationen» beteiligen.

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