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THEOLOGIE: Eine Laufbahn entgegen allen Klischees

Bei der Wahl seines Studienfachs folgte Simone Parise seiner Passion. Die Laufbahn, die er einschlägt, zeigt: Dieses Diplom führt nicht zwingend hinter den Altar.
Masterabsolvent Simone Parise (25) aus Lenzburg bleibt der Uni Luzern noch eine Weile treu: Nach seinem Studium der Theologie trat er eine Assistenzstelle an. (Bild: Dominik Wunderli)

Masterabsolvent Simone Parise (25) aus Lenzburg bleibt der Uni Luzern noch eine Weile treu: Nach seinem Studium der Theologie trat er eine Assistenzstelle an. (Bild: Dominik Wunderli)

Natalie Ehrenzweig

Simone Parise hat sich mit Theologie nicht gerade ein gängiges Studienfach ausgesucht. Nicht einmal seine Familie – er ist Italiener in der dritten Generation – war lückenlos davon begeistert. «Meine Mutter fand: ‹Werde ja nicht Priester!› Während meine Grossmutter sich gefreut hat und wohl hoffte, dass ich genau das werde», erinnert er sich lachend. Auch nach seinem Studium wählt Simone Parise nicht den gängigen Weg: Statt einer kirchlichen schlägt er erst mal eine wissenschaftliche Laufbahn ein. «Ich bin sowohl bei der Wahl meines Studienfaches wie auch bei der Wahl meines Berufes meinem Herzen, meiner Leidenschaft gefolgt. Ich habe mich gefragt, wobei ich am meisten Spass habe», erklärt der 25-Jährige.

Dienst an der Gesellschaft

Die Entscheidung für die Wissenschaft ist für Simone Parise keine endgültige. «Ich kann mir gut vorstellen, später in der Kirche zu arbeiten.» Wissenschaft und Kirche sei kein Gegensatz, er sehe in beidem einen Dienst an der Gesellschaft. Parise wuchs in Lenzburg als Einzelkind in einer Familie auf, die kirchlich sozialisiert ist. Am Ende der Kantonsschule interessierten ihn auch Biologie und Geschichte. «Doch Theologie beschäftigt sich mit vielen der Fragen, die mich auch umtreiben.»

Der Katholik findet nicht, dass er heute gläubiger ist als vor dem Studium. «Ich denke, mein Glaube wurde vertieft, auch erschüttert, bereichert, komplexer. Ich kann die Menschen besser verstehen, und habe ein tieferes Verständnis dafür, weshalb es zu dieser Vielfalt an Glaubensrichtungen kommen konnte und noch immer kommt», betont er.

Rechte Hand des Professors

Simone Parise hat eben erst als Assistent an der Professur für Kirchengeschichte angefangen. «Als Erstes steht jetzt an, ein Thema für meine Doktorarbeit zu finden. In meiner Masterarbeit habe ich über die Migrantenseelsorge im Kanton Aargau von 1945 bis 1990 geschrieben. Vielleicht untersuche ich jetzt die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg», sagt der Lenzburger, der ab Oktober wieder in Luzern wohnen wird. Als Assistent obliegen ihm natürlich auch die Mitarbeit bei Forschungsprojekten und die Betreuung von Studierenden. Zudem gilt es, Korrespondenz, Koordination oder Aufträge des Professors auszuführen.

In seiner Freizeit engagiert sich Simone Parise ehrenamtlich in der Kirche. «Doch ich mag auch gute Serien, wie ‹Breaking Bad›, ‹House of Cards› oder ‹The Big Bang Theory›. Ausserdem höre ich gern klassische Musik und Opern und gehe gern ins Theater. Das macht mich vielleicht wieder zum Exoten», meint er lachend.

Dass seine Studienwahl exotisch war, zeigte sich auch an den Klischees, mit denen der junge Mann seither konfrontiert wird. «Theologie ist den Leuten sehr fremd. So verstehen viele oft erst Geologie. Dann kommt immer gleich die Frage, ob ich Priester sein wolle. Und ob ich mit allem, was der Papst sagt, einverstanden sei.» Er müsse sich regelrecht erklären, legitimieren, sagt Parise.

Die Tradition erforschen

Dass jemand eine Leidenschaft für Kirchengeschichte haben kann, ist wohl für viele unverständlich. Doch: «Ich hatte schon immer eine Faszination für Geschichte.» Bei der Kirchengeschichte interessiere er sich speziell für die historische Entwicklung. «Die Kirche beruft sich immer auf Traditionen. Diese zu erforschen, die Menschen zu erforschen, die von der Religion früher noch viel mehr geprägt wurden als heute, ist sehr spannend», betont Simone Parise.

Das sind die Absolventen

An der gestrigen Diplomfeier der Theologischen Fakultät der Universität Luzern wurden 11 Bachelor- und 18 Masterdiplome, 4 Doktorats- sowie 1 Habilitationsurkunde übergeben:

Bachelor Theologie

Armas Nuñez Jaime Washington, Neuenburg am Rhein (D); Bader Peter, Trimbach;
Franz Katharina Anna, Bern; Halter Valérie, Lungern; Herms Karin, Zürich; Koch Aline Claudia, Kriens; Parise Simone Concetto, Lenzburg; Thürlemann Isabelle, Basel; Wawrzynkiewicz Michal Rafal, Bern.

Master Theologie

Ameling Felicitas, Bern; Baumgartner Marco, Stans; Billian Sonja, Wittenbach; Bucher-Adamek Angela, Kriens; Buck Martin, Malters; Graf Pascal, Bolligen; Heinzmann Stefan, Muri; Loretan Matthieu, Ruswil; Lottenbach Mary-Claude, Lauerz; Menet Annabel Julia, Sargans; Parise Simone Concetto, Lenzburg; Pereira P. Suhas, Olten; Stöckli Mario, Menznau; Stüdli Andreas, Frauenfeld; Walther Matthias, Münchenstein; Wawrzynkiewicz Michal Rafal, Bern.

Bachelor Religionspädagogik

Diethelm Schwingruber Viktor, Luzern; Hermann Michael, Bronschhofen.
Master Religionslehre
Chattopadhyay P. Ioannes Chandon, Disentis/Mustér; Monn Daniel, Zürich.

Dissertationen

Alumkal Jacob Paxy, Indien. «The Death and Resurrection of Jesus Christ Implied in the Image of the Paschal Lamb in 1 Cor 5:7 – An Intertextual Exegetical and Theological Study»; Estermann Guido, Kriens: «Einfluss von Religion auf die staatliche Lehrerbildung der beiden Kantone Bern und Luzern am Beispiel der beiden Seminarien Bern-Hofwyl und Hitzkirch zwischen 1832 und 1946»; Hässig Maria, Luzern: «Tanzendes Wort Gottes. Wegmarken für eine afrikanische Sakramententheologie»; Röck Sarah Maria, Deutschland: «Zeit der Taufe. Canon 856 CIC 1983 im Nexus von Kirchenrecht, Theologie und der ‹Philosophie der symbolischen Formen›».

Habilitation

Berkmann Burkhard Josef, Österreich: «Nichtchristen im Recht der katholischen Kirche».

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