Therapieunfähiger Vergewaltiger wird verwahrt

Ein Brasilianer, der vor acht Jahren in Luzern ein vierjähriges Mädchen vergewaltigt hat, wird definitiv verwahrt. Das Bundesgericht hat die Beschwerde des heute 30-jährigen Mannes abgewiesen und den Entscheid des Luzerner Obergerichts bestätigt.

Drucken
Teilen

Der Brasilianer hatte im Dezember 2002 in einer Wohnung in der Stadt Luzern Kokain abholen wollen. Dabei irrte er sich aber in der Adresse. Als ihm eine 77-jährige Frau die Tür öffnete, schlug er sie bewusstlos und verletzte sie schwer. Anschliessend vergewaltigte er ihre anwesende vierjährige Enkelin.

Zunächst auf Verwahrung verzichtet

Nachdem das Bundesgericht ein erstes Urteil aufgehoben hatte, verurteilte das Luzerner Obergericht den Mann im November 2007 wegen Vergewaltigung, sexueller Handlungen mit Kindern, schwerer Körperverletzung und weiterer Delikte zu sieben Jahren Freiheitsstrafe.

Auf die erstinstanzlich vom Luzerner Kriminalgericht verhängte Verwahrung des Mannes verzichtete das Obergericht und ordnete statt dessen eine stationäre psychotherapeutische Behandlung an. Die Behandlung im Therapiezentrum «Im Schache» musste dann aber abgebrochen werden, weil der Mann unbehandelbar ist.

Therapie mit «Null-Resultat»

Ein Gutachter kam 2010 zum Schluss, dass bezüglich Therapieerfolg von einem «Null-Resultat» auszugehen sei. Ein weiterer Therapieversuch dürfte angesichts der schweren Persönlichkeitsstörung des Mannes, seiner fehlenden Motivation und mangelnden Gruppenfähigkeit kaum Aussicht auf Erfolg haben.

Das Obergericht ordnete auf Basis dieser Expertise im vergangenen Dezember die Verwahrung des Mannes an. Das Bundesgericht hat seine dagegen erhobene Beschwerde nun abgewiesen. Die Richter in Lausanne räumen zwar ein, dass die Zuteilung an eine weibliche Therapeutin sowie die Therapiemethode «suboptimal» gewesen sein könnten.

Der Gutachter habe indessen zum Ausdruck gebracht, dass eine Therapie auch unter optimalen Bedingungen nicht positiver ausgefallen wäre. Die Expertise sei insgesamt eine taugliche und überzeugende Entscheidgrundlage für die angeordnete Verwahrung.

(Urteil 6P_81/2011 vom 16.5.2011)

sda