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Thomas Bucheli an der Iheimisch: Mahnende Worte zur Klimaerwärmung

Waldbrände, Hochwasser, Stürme, Hitzewellen: Der Klimawandel-Vortrag von Meteorologe Thomas Bucheli regte das Publikum zum Nachdenken an.
Matthias Piazza
SRF-Meteorologe Thomas Bucheli erläutert an der Iheimisch die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf den Kanton Nidwalden. (Bild: Nadia Schärli, Buochs, 30. Mai 2019)

SRF-Meteorologe Thomas Bucheli erläutert an der Iheimisch die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf den Kanton Nidwalden. (Bild: Nadia Schärli, Buochs, 30. Mai 2019)

«Wenn abends am Familientisch ab und zu ein lautes Wort fällt, ist das noch kein Grund, sich Sorgen zu machen. Kommt dies aber immer häufiger vor, sieht’s anders aus.» Diese Aussage hörte man gestern Nachmittag nicht etwa von einem Familientherapeuten. Der SRF-Meteorologe Thomas Bucheli verwendete das Bild, um im vollen Vortragsraum an der Iheimisch den Unterschied zwischen vereinzelten Unwettern, die Teil unseres Wetters und Klimas seien, und den immer häufigeren extremen Wetterereignissen zu veranschaulichen, die der Klimawandel mit sich bringe.

Dass Nidwalden kein weisser Flecken auf dieser Landkarte ist, ist hinlänglich bekannt: Man denke etwa an den Sturm Lothar im Dezember 1999 oder das Hochwasser im August 2005, um nur zwei Ereignisse zu nennen, die nicht nur, aber eben auch in Nidwalden viel Schaden anrichteten. Es dürften nicht die letzten Ereignisse dieses Ausmasses sein, führte der Luzerner Thomas Bucheli aus.

«Wegen des Klimawandels wird es immer wärmer auf unserem Planeten. Das hat Konsequenzen.»

Warme Luft könne viel mehr Wasser in Form von Dampf aufnehmen als kalte Luft. «Wenn die Temperaturen ansteigen, steigt auch das Potenzial für mehr Wasserdampf. Es wird mutmasslich mehr Starkniederschläge geben.» Auch die Zahl der Hitzewellen dürfte künftig zunehmen. Trockenheit und Waldbrände würden ebenso ein immer grösseres Problem. Auch Stürme wie Burglind und Evi Anfang des vergangenen Jahres dürften ein häufigeres Phänomen werden. Kälteeinbrüche, wie wir sie diesen Monat erlebten, würden künftig seltener eintreten.

Warnung vor reisserischen Schlagzeilen

«Uns droht ein Hitzesommer», titelten kürzlich einige Medien – sehr zum Missfallen von Thomas Bucheli: «Solche Schlagzeilen sind unseriös, weil so eine Prognose unmöglich ist. Man kann nicht das Wetter eines ganzen Sommers voraussehen.» Wer sich so etwas anmassen wolle, sei mit den Muotathaler Wetterschmöckern besser bedient.

Bucheli appellierte an die rund 30 Zuhörer, sich eingehend über das Wetter und das Klima zu informieren – insbesondere, um rechtzeitig vor einem Unwetter gewarnt zu sein. Denn Unwissenheit könne gefährlich sein, warnte er und zitierte dabei den britischen Marineoffizier und Meteorologen Robert FitzRoy (1850–1865). «Es ist die natürlichste Neigung des Menschen, das zu unterschätzen, was er nicht versteht.» Auch der italienische Philosoph Niccolò Machiavelli (1469–1527) kam mit einem Zitat zum Thema Wetter zu Ehren. «Es ist der gewöhnliche Fehler der Menschen, bei gutem Wetter nicht an den Sturm zu denken.»

Sensibilisiert im Umgang mit der Natur

Das von der Nidwaldner Sachversicherung (NSV) organisierte Referat hinterliess beim Publikum Eindruck – und regte offenbar auch zum Nachdenken an. «Ich nehme sehr viel von diesem Vortrag mit», sagte etwa Adolf Niederberger (76) aus Stans, ein begeisterter und treuer Iheimisch-Besucher. Beeindruckt habe ihn insbesondere das komplexe Zusammenspiel und die Konsequenzen des Klimawandels. Das habe ihn sensibilisiert. «Zur Natur muss man Sorge tragen.»

Auch jüngere Generationen fühlten sich vom Thema angesprochen. Im Publikum sass auch der 12-jährige Julian Bircher. Er beherzige insbesondere die praktischen Tipps: «Man sollte sich über das Wetter gut informieren, um etwa bei einer Wanderung nicht überrascht zu werden.»

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