Tiefbahnhof: Komitee will vorwärtsmachen

Das Komitee «Tiefbahnhof Luzern» macht Druck beim Bund: Bereits im Jahr 2017 könnte mit dem Bau begonnen werden, lautet eine der Forderungen.

Drucken
Teilen
So soll der Tiefbahnhof dereinst aussehen. (Visualisierung pd)

So soll der Tiefbahnhof dereinst aussehen. (Visualisierung pd)

Das Zentralschweizer Komitee Tiefbahnhof Luzern hat mit Enttäuschung von der aktuellen Fassung des strategischen Entwicklungsprogramms Bahninfrastruktur (STEP) Kenntnis genommen: «Mit den Vorschlägen für die nächsten Ausbauschritte der Bahninfrastrukturen kann die Zentralschweiz alles andere als zufrieden sein», sagt Franz Wicki, Präsident des Komitees. Das Projekt Tiefbahnhof Luzern hat in Bern nur zweite Priorität. Dies will das Komitee ändern und stellt vier Forderungen:

• Im strategischen Entwicklungsprogramm Bahninfrastruktur (STEP) ist der Ausbau der Schienenkapazität in Luzern mit dem Tiefbahnhof Luzern in die erste Dringlichkeitsstufe aufzunehmen.

• Das Projekt Tiefbahnhof Luzern ist möglichst rasch zu realisieren, um für die Zentralschweiz die zusätzlich benötigte Schieneninfrastruktur zu schaffen. Das Komitee fordert, dass 2017, unmittelbar nach Abschluss der Projektierung, mit dem Bau begonnen wird.

• Die gesetzliche Grundlage muss nebst der Vorfinanzierung auch eine Mitfinanzierung des Tiefbahnhofs Luzern durch die Zentralschweizer Kantone ermöglichen. Gleichzeitig lehnt das Komitee die regionsübergreifende Mitfinanzierung von Projekten in anderen Landesteilen ab.

• Die zusätzliche Schienenkapazität im Raum Luzern ist im zuständigen Sachplan in Form einer Durchmesserlinie mit Tiefbahnhof aufzunehmen.

Ende Woche läuft die Eingabefrist beim Bund aus. Ob der Bund den Tiefbahnhof Luzern finanziell mitträgt, entscheidet sich im kommenden Herbst.

pd/rem

So sieht der Tiefbahnhof im Querschnitt aus. (Bild: PD)
24 Bilder
Der Tiefbahnhof wird nicht vor 2030 fertiggestellt. (Bild: PD)
Im Tiefbahnhof kommen vier Gleise zu stehen, 14 Meter unter den heutigen Gleisen 8 bis 14. (Bild: PD)
Der Tiefbahnhof Luzern ist, trotz der sehr komplexen geologischen und hydrogeologischen Rahmenbedingungen, technisch machbar. (Bild: PD)
Kurz nach dem Bahnhof Ebikon zweigt die neue Strecke à Niveau vom bestehenden Trassee ab und taucht beim Ausfluss des Rotsees in einen Tunnel. Dieser unterquert in gerader Linie das Gebiet Schachen in Ebikon und das städtische Wesemlinquartier. Stadteinwärts führt er an der Hofkirche vorbei und schwenkt knapp unter dem Seegrund über einen leichten Bogen in das bestehende Bahnhofsareal hinein. (Bild: PD)
Laut Vorprojekt kostet er rund 1 Milliarde Franken. (Bild: PD)
Als «pièce de résistance» gilt der 400 Meter lange Abschnitt unter dem Seebecken hindurch. (Bild: PD)
Parallel zur doppelspurigen Tunnelröhre wird vom Rotsee bis vor das Luzerner Seebecken ein Sicherheitsstollen mit je einem Zugang von Ebikon und Luzern sowie einer Anzahl Querverbindungen zum Haupttunnel gebaut. (Bild: PD)
Am Seeufer wird ein temporärer Grossschacht als Entnahmestelle für die Tunnelbohrmaschine und als Angriffspunkt für die Seequerung errichtet. Für die Unterquerung des Seebeckens ist eine Ausführung in der sogenannten Deckelbauweise vorgesehen. (Bild: PD)
Von einem Schiff aus werden 142 Grossbohrpfähle in den Seegrund gesetzt. (Bild: PD)
Auf den Pfählen wird eine Arbeitsplattform errichtet. (Bild: PD)
Für die Seitenwände werden Pfähle gebohrt. (Bild: PD)
Die fertiggestellte Pfahlwand (Bild: PD)
Spundwände werden als Baugrubenabschluss eingebracht (Bild: PD)
Die Dichtsohle aus Zement wird eingebaut, um das Eindringen von Wasser von unten in die Baugrube zu verhindern. (Bild: PD)
Die fertiggestellte Dichtsohle (Bild: PD)
Das Wasser wird aus der Baugrube gepumpt. (Bild: PD)
Das Material wird bis auf Höhe Deckelunterkante ausgehoben. (Bild: PD)
Die Tunneldecke wird betoniert. (Bild: PD)
Die Spundwände werden zurückgezogen und die Arbeitsplattform zurückgebaut. (Bild: PD)
Die Arbeitsplattform wird in eine neue Lage verschoben... (Bild: PD)
...und alle bisherigen Arbeitsschritte vier Mal wiederholt (Bild: PD)
Im Dreilindentunnel kommt eine Tunnelbohrmaschine zum Einsatz. (Bild: PD)
Nach dem technischen Innenausbau (Fahrbahn, Fahrleitung, Sicherungseinrichtungen) sieht man den Tunnel im Betriebszustand. (Bild: PD)

So sieht der Tiefbahnhof im Querschnitt aus. (Bild: PD)