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TIEFBAHNHOF: Küng: «Vor 2035 fährt kein Zug»

Das Jahrhundertprojekt ist einen Schritt weiter. Wann gebaut wird, ist offen. Unklar ist auch die beabsichtigte Vorfinanzierung.
So soll es dereinst im Innern des Luzerner Bahnhofs aussehen, wenn der Durchgangsbahnhof realisiert ist. (Bild: Visualisierung PD)

So soll es dereinst im Innern des Luzerner Bahnhofs aussehen, wenn der Durchgangsbahnhof realisiert ist. (Bild: Visualisierung PD)

Matthias Stadler

Die heutige Infrastruktur um den Luzerner Bahnhof geht auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Auch die Idee eines Durchgangsbahnhofs kam dazumal erstmals auf. Doch gebaut wurde ein solcher nie.

Nun soll der Luzerner Tiefbahnhof den ÖV-Problemen Abhilfe schaffen. Er soll nicht nur dem regionalen Bahnverkehr mehr Möglichkeiten bieten – zum Beispiel verkürzen sich die Fahrzeiten nach Zürich um vier Minuten. Der Bahnhof soll auch für internationale Fahrten Verbesserungen mit sich bringen, indem bessere Anschlüsse beispielsweise an die Hochgeschwindigkeitszüge nach Frankreich und Deutschland erreicht werden können. Zudem gibt es für die Stadt Luzern neue Freiräume für die Entwicklung, und auch der volkswirtschaftliche Nutzen wegen der hohen Investitionen sei vorhanden. Dies sagt zumindest die Luzerner Regierung. Sie stellte gestern den Planungsbericht zum Tiefbahnhof vor. Und auf eine Änderung machte Regierungsrat Robert Küng (FDP) gleich am Anfang aufmerksam: Das Projekt heisst ab sofort nicht mehr Tiefbahnhof – neu ist es ein Durchgangsbahnhof. Dies, weil der Fokus auf einer Durchmesserlinie liegt, ähnlich wie beim Hauptbahnhof Zürich.

Neuer Tunnel unter dem See

Die Regierung hat über 30 Varianten zum Ausbau des Knotenpunkts Luzern geprüft. Die Wahl ist auf den Durchgangsbahnhof gefallen. Dieser habe das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis, erklärte Thomas Buchmann, Departementssekretär des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements. «Mit dem Durchgangsbahnhof profitiert nicht nur die Stadt Luzern, sondern auch die Landschaft.»

Diese Variante sieht vor, ab Ebikon einen zweispurigen Tunnel von rund drei Kilometern bis zum Bahnhof zu bauen. Dabei unterqueren die Züge das Seebecken. Im Bahnhof sollen vier Gleise mit zwei Mittelperrons von 420 Meter Länge unterirdisch gebaut werden. Dies direkt unter den jetzigen Gleisen 8 bis 13. Direkt daran anschliessend soll der Neustadttunnel entstehen. Dieser verläuft unter den bestehenden Gleisanlagen und der Neustadt, wobei die Gleise auf der Höhe Heimbach mit der bereits bestehenden Linienführung zusammenkommen (siehe Grafik).

Ursprünglich rechnete der Kanton mit Kosten von 1,6 Milliarden Franken. Mittlerweile haben sich diese Schätzungen auf 2,4 Milliarden erhöht. Der Kanton Luzern muss davon nichts bezahlen, da die Schweizer Stimmbürger letztes Jahr den Bundesbeschluss über die Finanzierung und den Ausbau der Bahninfrastruktur (Fabi) annahmen. Somit ist der Bund zuständig für Massnahmen und Infrastrukturprojekte der Bahn und damit auch für den Durchgangsbahnhof.

Wer zahlt mit?

Um den Durchgangsbahnhof schneller voranzutreiben, schlägt die Regierung eine Vorfinanzierung vor. Sie rechnet mit Kosten zwischen 120 und 360 Millionen Franken. Die Regierung spielt dabei mit dem Gedanken, dass der Kanton 80 Prozent dieser Kosten übernimmt und die Gemeinden 20 Prozent. Ob sich auch Nid- und Obwalden an diesen Kosten beteiligen, ist noch unklar, wie Regierungsrat Robert Küng erklärte. Er ist überzeugt, dass der Kanton Luzern diese Kosten trotz der angespannten finanziellen Lage tragen kann. Das Volk soll zudem über das Projekt befinden: «Die Vorfinanzierung setzt voraus, dass das Volk mitsprechen kann», sagt Küng. Die Luzerner Parteien haben zur Vorfinanzierung unterschiedliche Meinungen (siehe Kasten).

Wann der Durchgangsbahnhof dereinst realisiert wird, ist gemäss Küng «Kaffeesatzleserei, aber vor 2035 fährt auch im besten Fall kein Zug. Dieses Projekt ist aber die richtige Lösung, und wir sind auf einem guten Weg.» Die Planungszeit beträgt laut Küng rund 8 bis 10 Jahre, die Bauzeit deren 15.

Kantonsrat berät im November

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) arbeitet zurzeit am Ausbauschritt 2030 für den öffentlichen Verkehr. Gemäss dem BAV wäre eine Vorfinanzierung möglich. Im Ausbauschritt 2030 wird definiert, welche Projekte realisiert werden sollen. Ziel der Luzerner Regierung ist es, den Durchgangsbahnhof in diesem Schritt zu verankern. Gemäss BAV wird der Bundesrat dem Parlament 2018 die Botschaft vorlegen, worauf dieses bestimmen wird, welche Projekte im Ausbauschritt 2030 realisiert werden und welche später. Der Luzerner Kantonsrat wird nun aber zunächst in der Session von Ende November über den Planungsbericht befinden.

Matthias Stadler

Den Planungsbericht zum Durchgangsbahnhof finden Sie unter www.luzernerzeitung.ch/bonus

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