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TIEFBAHNHOF LUZERN: Robert Küng: «Das Unglück hilft uns»

Die Zugentgleisung sensibilisiere schweizweit dafür, wie wichtig ein Durchgangsbahnhof ist, glaubt Regierungsrat Robert Küng. Er äussert sich dazu, ob das 2,5 Milliarden Franken schwere Projekt jetzt Chancen auf eine schnellere Realisierung hat.
Lukas Nussbaumer
Visualisierung aller Zugstrecken, die in den Luzerner Bahnhof münden. (Bild: VBL / Grafik: Lea Siegwart)

Visualisierung aller Zugstrecken, die in den Luzerner Bahnhof münden. (Bild: VBL / Grafik: Lea Siegwart)

Interview: Lukas Nussbaumer

lukas.nussbaumer@luzernerzeitung.ch

Robert Küng, waren Sie am Mittwoch mit der Bahn unterwegs?

Nein. Ich bin mit dem Auto von Willisau an die FDP-Fraktionssitzung in Wolhusen gefahren. Und gestern habe ich natürlich ebenfalls auf den Zug verzichtet.

Wie haben Sie das Unglück als nicht direkt Betroffener miterlebt?

Anfänglich war ich wie so viele unsicher, ob es Schwerverletzte gegeben hat. Das war zum Glück nicht der Fall. Mitbekommen habe ich, wie gut es die Transportunternehmungen geschafft haben, die über 50 000 Pendler ans Ziel zu bringen.

Hätte Luzern einen Durchgangsbahnhof, wären die Auswirkungen des Unglücks nicht derart gravierend: Passagiere aus Zug und Zürich könnten nach Luzern transportiert werden. Das hilft Ihnen als Kämpfer für einen Durchgangsbahnhof.

Durch das Unglück wird die ganze Schweiz für die Situation in Luzern sensibilisiert. Insofern hilft es uns bei der Argumentation. Und ja: Es kommt mir sehr gelegen, dass nun im ganzen Land wahrgenommen wird, dass Luzern einen Engpass hat. Das ist die positive Seite der Zugentgleisung vom Mittwoch.

Die negative ist, dass solche Unglücke den öffentlichen Verkehr mitten ins Herz treffen – diese Gefahr besteht noch bis 2043. Dann kann der Durchgangsbahnhof frühestens eröffnet werden. Sorgt das Unglück nun für eine schnellere Realisierung?

Im finanziellen Verteilkampf für die Realisierung der Bahnausbauten haben zukunftsorientierte Projekte bessere Chancen. Und so tragisch das Unglück ist: Es hilft uns, auf das Nadelöhr in Luzern aufmerksam zu machen. Darum bin ich überzeugt: Beim Bund hat man zur Kenntnis genommen, dass ein 120-jähriger Sackbahnhof, wie wir ihn haben, der Vergangenheit angehören muss.

Also wird der Durchgangsbahnhof schneller gebaut?

Das kann ich aus heutiger Sicht nicht beurteilen. Das Unglück führt aber sicher zur Erkenntnis, dass nun mit den konkreten Planungen begonnen werden muss. Diese nehmen zehn Jahre in Anspruch.

Der Durchgangsbahnhof steht aber in Konkurrenz zum Zimmerbergtunnel zwischen Baar und Thalwil.

Eben nicht. Wir haben beim Bund nur dann eine Chance, wenn wir mit unseren Plänen einen nationalen Nutzen aufzeigen können. Und diesen gibt es nur mit beiden Projekten – dahinter stehen alle Zentralschweizer Kantone.

Der Zimmerbergtunnel dürfte jedoch vorher gebaut werden.

Das ist noch nicht entschieden, aber auch nicht von der Hand zu weisen.

Es werden wieder Stimmen laut, die einen neuen Bahnhof im Norden Luzerns fordern (siehe Kasten). Die Verkehrspolitik sei zu stark auf das Zentrum Luzern ausgerichtet.

Die Tatsache, dass wir die Pendlerströme trotz Ausfall des Bahnhofs Luzern bewältigen können, beweist das Gegenteil. Unser System mit den regionalen Hubs rund um Luzern ist also gerade nicht nur auf das Zentrum Luzern ausgerichtet.

Der Durchgangsbahnhof soll rund 2,5 Milliarden Franken kosten. Alternativen wie der Doppelspurausbau am Rotsee wären nicht einmal halb so teuer und erst noch viel schneller realisierbar.

Wir sind gegen Pflästerlipolitik und wollen nur Geld in Projekte investieren, die langfristige Perspektiven bieten. Diese Sicht vertritt auch der Bund.

Hinweis

Robert Küng (61, FDP) steht seit 2011 dem Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement vor. Vorher sass der Willisauer vier Jahre im Kantonsrat.

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