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TIEFBAHNHOF LUZERN: Zugentgleisung befeuert die Diskussion um den Tiefbahnhof

Nach der Entgleisung eines Zuges mit verheerenden Folgen für den Bahnverkehr in Luzern flammt die Diskussion um ein Dauerthema wieder auf: Befürworter und Gegner eines Tiefbahnhofs melden sich zu Wort.
Kein Zugang zu den SBB-Gleisen im Bahnhof Luzern. (Bild: René Meier (Luzern, 23. März 2017))

Kein Zugang zu den SBB-Gleisen im Bahnhof Luzern. (Bild: René Meier (Luzern, 23. März 2017))

Der Unfall vom Mittwoch ist für die Befürworter des Tiefbahnhofs ein klares Zeichen: Das Projekt braucht es jetzt mehr denn je. Die Luzerner CVP-Nationalrätin Andrea Gmür-Schönenberger etwa suchte via Twitter für gestern eine Mitfahrgelegenheit von Luzern nach Sursee, um nach Bern zu gelangen (sie wurde fündig). Und schob nach: «Luzern braucht dringend den Durchgangsbahnhof.»

Auch die Gegner des Tiefbahnhofs sehen sich bestätigt. So etwa der Verein Bahndreieck Luzern Nord. Für Präsident Viktor Rüegg ist klar: «Bei einer dezentralen Lösung wäre das Chaos nach einem Ausfall im Bahnhof Luzern viel kleiner.» Das Bahndreieck Luzern Nord besteht einerseits aus dem Doppelspurausbau der Strecke am Rotsee, einer neuen Bahnstation mit vier Perrons am Sedel und einer neuen Verbindung zwischen der Station am Sedel und dem Bahnhof Emmenbrücke.

Das Bahndreieck und neue S-Bahn-Stationen am Kreuzstutz und am Paulus­platz würden es laut Rüegg erlauben, den übrigen Bahnverkehr zwischenzeitlich vom Bahnhof Luzern zu trennen. Obwohl der Kanton Luzern und der Bund mittlerweile den Durchgangsbahnhof klar priorisieren, sind Rüegg und seine Mitstreiter mehr denn je von ihrem Projekt überzeugt. Denn: «Auch bei einem Durchgangsbahnhof bliebe das Risiko eines Totalausfalls bestehen.»

SVP-Fraktionschef kritisiert Regierungsrat

Vehement gegen den Durchgangsbahnhof war und ist eine Mehrheit der kantonalen SVP-Fraktion. Fraktionschef Guido Müller sprach sich denn auch in erster Linie für den Doppelspurausbau Rotsee aus. Weiter schlug er eine neue Reussbrücke im Gebiet Fluhmühle für eine Verbindung zum Bahnhof Emmenbrücke vor. Müller ist mit Rüegg einig: «Wenn man sieht, wo der Unfall passiert ist, wäre das Ausmass des Ausfalls auch mit einem Durchgangsbahnhof nicht kleiner.» Der Regierungsrat versuche nun, «einseitig aus dem Unfall Profit zu schlagen».

Dabei sei es jetzt vernünftig, den Bahnknoten Luzern nicht noch zu vergrössern, sondern dezentral zu entlasten. «Die Zeit drängt. Seit Mittwoch haben wir ein mehrtägiges Verkehrsproblem. Ein Durchgangsbahnhof wäre eine Lösung in etwa zwanzig Jahren.»

Dieser Meinung ist auch Bahnplaner Paul Stopper. Der als «Vater der Zürcher Durchmesserlinie» bekannte ETH-Ingenieur pocht auf eine möglichst realistische (Zwischen-)Lösung, die innert weniger Jahre realisiert werden könne: ein Gütschwaldtunnel, der nach der Reussbrücke einen weiten Bogen bis zum Steghof macht, um dann eine gerade Zufahrt zum Bahnhof zu ermöglichen.

Denn: «Das Problem am Bahnhof Luzern ist die sehr enge und kurvige Einfahrt.» Der Gütschwaldtunnel dürfte zwischen 400 und 500 Millionen Franken kosten. (avd)

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