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Tiefgarage bei der Altstadt, drei Varianten für ältesten Hof: So will sich Sempach neu aufstellen

Momentan arbeitet die Stadt Sempach an der Ortsplanungsrevision. Die künftige Entwicklung hält einige Knacknüsse bereit, wie sich an einer Orientierungsversammlung zeigte.
Ernesto Piazza
Sempach von oben: Will das Städtli künftig wachsen, braucht es eine neue Ortsplanung. (Bild: Manuela Jans-Koch, 24. November 2018)

Sempach von oben: Will das Städtli künftig wachsen, braucht es eine neue Ortsplanung. (Bild: Manuela Jans-Koch, 24. November 2018)

«Die Ortsplanung ist ein Generationenprojekt», sagte Franz Schwegler (CVP) am Donnerstagabend als Einstieg in die Orientierungsversammlung zu einem Thema, mit welchem Sempach seine Weichen für die nächsten 15 Jahre stellen will.

In diesem Zusammenhang macht das aktuell sich in aller Munde befindende Wort «Entwicklung nach innen» auch vor Sempach nicht Halt. Das ist in einem Gebiet mit historischem Ortskern eine Herausforderung. Bauvorsteherin Mary Sidler (CVP) sagt:

«Wir wollen jedoch die Grundlagen schaffen, dass Sempach ein überdurchschnittlich lebenswerter Ort bleibt.»

In den nächsten 15 Jahre rechnet man im Schnitt mit einem jährlichen Wachstum von 0,7 Prozent. So soll die Bevölkerung bis 2045 von heute knapp 4200 auf rund 5200 Einwohner steigen.

Die Ortsplanungsrevision in Sempach gliedert sich in diverse Teilprojekte. So soll zum Beispiel im Gebiet Wygart, das sich an einer Hanglage nahe der Autobahn befindet, eine Fläche von rund 20'000 Quadratmeter eingezont werden. Geplant sind drei viergeschossige Häuser mit rund 110 Wohnungen. Für die Entwicklung braucht es hier einen Gestaltungsplan. Dieser hat sich auf das Siegerprojekt, welches aus einem Wettbewerb hervorgegangen ist, abzustützen.

Gebiete Stadtweiher und Meierhof fordern heraus

Herausfordernd dürfte für die Verantwortlichen das Stadtweiher-Areal sein. Diesbezüglich erklärte Arthur Stierli vom Büro Ecoptima AG, Bern, das Sempach berät: «Dieses Gebiet nahe der Altstadt ist bezüglich Entwicklung anspruchsvoll und verlangt daher ein sorgfältiges Vorgehen.» Man wolle den «grünen Charakter» beibehalten. Die zwischen Wohnen und Kleingewerbe entstehenden Flächen sollen eine hohe Aufenthaltsqualität erhalten. Aufgehoben würden dort rund 60 Parkplätze. Anstelle dieser sind zirka 160 unterirdische Abstellmöglichkeiten geplant.

Umstritten ist in der Bevölkerung die Entwicklung des Gebiets Meierhof. Hier musste der Stadtrat in der Vergangenheit auch Kritik einstecken. Schwegler weiss um deren Sensibilität und sagte dazu: «Dort steht der älteste Hof der Gemeinde und dort war ebenfalls die Gerichtsbarkeit von Sempach.» Er habe eine hohe Wertigkeit. Deshalb unterbreitet der Stadtrat der Bevölkerung drei Varianten.

Bei der ersten Version bliebe die Überbauungsmöglichkeit erhalten. Die heute der zweigeschossigen Wohn- und Arbeitszone zugeordneten Grundstücke kämen in die Mischzone A. Und die sich in der Arbeitszone befindenden Gebiete würden der Arbeitszone A zugeordnet. Variante zwei sähe die Rückzonung eines kleinen Perimeters in eine Landwirtschaftszone vor. Bei der Version drei käme es zur Rückzonung eines grösseren Perimeters. Je nach Variante rechnet die Stadt mit einer Wertminderungsklage inklusive Abschreibung des gemeindeeigenen Grundstücks von bis zu 2,5 Millionen Franken.

Dass dieses Thema brisant ist, wurde auch an der Informationsveranstaltung klar. So sprach sich ein Teilnehmer für Variante zwei aus und sagte: Der Meierhof habe für Sempach einen so wichtigen Stellenwert, dass man das dortige Gewerbe und die Einfamilienhäuser belassen solle.

Bei der Luzernerstrasse wurde durch ein Planerteam eine ortsbauliche Studie mit zwei Zielbildern erarbeitet. Aktuell befindet sich in diesem Gebiet auch die Gärtnerei Gabriel. Zielbild eins berücksichtigt diese Situation. Das zweite Bild zeigt eine Weiterentwicklung auf, sofern eine Nutzungsänderung auf diesem Areal erfolgt.

«Siedlung und Verkehr sind unmittelbar verknüpft»

Das Gebiet Honrich ist im kantonalen Richtplan als strategisches Arbeitsgebiet bezeichnet. Hier unterbreiten Stadtrat und Ortsplanungskommission aufgrund ihrer Diskussionen zwei Varianten. Und zwar mit der Festlegung einer Reservezone oder deren Verzicht. Bei Version eins würde das bereits heute als «übriges Gebiet B» festgelegte Areal in den neuen Zonenplan übernommen. Bei der Variante zwei würde dieses neu der Landwirtschaftszone zugewiesen. Ebenfalls Bestandteil der Sempacher Ortsplanungsrevision ist ein Mobilitätskonzept.

Mary Sidler erklärt: «Siedlung und Verkehr sind unmittelbar verknüpft und müssen miteinander funktionieren. Uns ist wichtig, dass diese sorgfältig aufeinander abgestimmt werden.» In dem Zusammenhang sind ein Verkehrsrichtplan und ein Parkplatzreglement erstellt worden. Ein wichtiger Aspekt ist auch die Festlegung der Gewässerräume. Zudem zeigte Marcel Hurschler, Präsident der Ortsplanungskommission, auf, wie das Werk in vier Etappen bis 2035 umgesetzt werden könnte.

Das Mitwirkungsverfahren läuft noch bis am 2. Dezember. Anschliessend gehen die Unterlagen zur Vorprüfung zum Kanton. Im Herbst 2020 soll die Ortsplanungsrevision mit Einspracherecht öffentlich aufliegen. Der Stadtrat rechnet damit, dass die Bevölkerung im zweiten Halbjahr 2021 darüber befindet.

Hinweis: Infos dazu gibt es unter: www.ortsplanungsempach.ch.

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