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TIERE: Fischzucht mitten in der Stadt Luzern

Die Korporation Luzern züchtet in ihrem Gebäude am Reusssteg Forellen. Die Anlage wurde 1878 in Betrieb genommen. Bereits damals machte man sich Sorgen um den Fischbestand.
Luca Merlo
Blick in die Fischzuchtanlage der Korporation Luzern am Reusssteg 7. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 29. April 2017))

Blick in die Fischzuchtanlage der Korporation Luzern am Reusssteg 7. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 29. April 2017))

Luca Merlo

stadt@luzernerzeitung.ch

Das würde man hinter den historischen Mauern des Korporationsgebäudes am Reusssteg 7 in Luzern nicht unbedingt erwarten: Im Erdgeschoss tummeln sich in steinernen Wasserbecken Hunderte zirka fünf Zentimeter kleine Forellenlarven. Sobald diese das Fressstadium erreicht haben, werden sie in den See und in die Reuss ausgesetzt. Die Betreiberin der Aufzucht, die Korporation Luzern, wolle damit dem Rückgang der Fischbestände entgegenwirken, sagt Armin Meyer, Fischereiverwalter und Schreiber der Organisation. Am Samstag hatten Interessierte die Gelegenheit, die Räume zu besichtigen. Die Eier für die Aufzucht werden den Laichplätzen entnommen.

Die Korporation betreibt die Fischaufzucht seit 1878. Bereits damals habe man bemerkt, «dass der Laich immer weniger wurde, was vor allem durch den häuslichen Abfall bedingt war», so Meyer. «Im Vergleich zu heute war der Fischbestand aber immer noch viel grösser.» Und vielfältiger: Bis 1900 gab es in der Reuss und der Emme noch Lachse. Diese hätten aber mit der Zeit schlichtweg ihren Weg vom Atlantik zurück ins Laichgebiet nicht mehr gefunden, da die Flüsse zunehmend mit Wanderhindernissen wie Schleusen und Kraftwerken verbaut wurden.

Zudem sei das Wasser immer schmutziger und ärmer an Nährstoffen geworden. Doch laut Meyer hat in den letzten 10 bis 15 Jahren ein Umdenken stattgefunden, und es sei vermehrt das Bewusstsein vorhanden, dass der «Lebensraum nicht an der Wasseroberfläche aufhört». Deshalb gibt es entlang der Gewässer verschiedene Revitalisierungsprojekte zur Förderung der Biodiversität. Auch die Korporation Luzern führt solche durch: Sie hat beim Naturhistorischen Museum die Voraussetzungen für Laichplätze verbessert.

Finanzierung über Patente und Gebühren

Da die Korporation eine sowohl von der Stadt als auch vom Kanton unabhängige Körperschaft ist, finanziert sie ihre Aufzucht- und Revitalisierungsprojekte selbst. Zum einen geschieht dies durch die Vergabe von Fischereipatenten in ihren Gewässern, zum anderen durch die Einnahme von Gebührenzahlungen für die Einschränkung der Fischereirechte in ihren Enzen. Diese fallen zum Beispiel für Bauprojekte am See- oder Reussufer an. Die Enzen der Korporation umfassen einen Teil der Luzerner Seebucht, die Reuss von der Seebrücke abwärts bis Ibach sowie den Reuss-Rotseebach.

Die Korporation Luzern besteht in ihrer heutigen Form seit 1822. Die Ideen der Französischen Revolution führten damals zu einer sogenannten «Sönderung». Diese sah eine Trennung von Staats- und Gemeindegut in der Stadt Luzern vor. Bis dahin gehörten die gemeinsam genutzten Räume allen Stimmbürgern der Stadt, den «Allmendgenossen». Im Zuge dieser «Sönderung» wurde die Korporation mit der Unterhaltspflege ihrer Wälder, Liegenschaften und Kulturgüter sowie der Pflege der Reuss- und Seefischenzen betraut. Neben der Korporation entstanden weiter die Einwohner- und die Bürgergemeinde, die mit politischen Aufgaben und dem Sozialwesen beauftragt wurden.

In den Obergeschossen des Korporationsgebäudes befand sich laut Armin Meyer einst die erste Bibliothek der Stadt Luzern. Die dort aufbewahrten Kulturgüter – unter anderem das Original der Diebold-Schilling-Chronik aus dem Jahre 1513 – vermachte die Korporation 1951 als Dauerleihgabe der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern. Heute dienen die Räumlichkeiten dem Bürgerrat und der Korporationsverwaltung. Weiter pflegt die Organisation über 1000 Hektaren Wald in Luzern und den umliegenden Gemeinden, die der Öffentlichkeit als Erholungsraum dienen.

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