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TIERE: In der Arena hat Stier Alex die volle Aufmerksamkeit

Auf dem Luga-Bauernhof ist eine Braunviehfamilie gleich mit drei Generationen vertreten. Die Rede ist von Stammkuh Prisca, ihren vier Töchtern und einem Enkel-Kalb. Seinen Ursprung hat das Braunvieh in der Zentralschweiz.
Drei Jahre alt, 1200 Kilo schwer: Stier Alex ist ein imposanter Vertreter der Rasse Original Braunvieh. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 27. April 2018))

Drei Jahre alt, 1200 Kilo schwer: Stier Alex ist ein imposanter Vertreter der Rasse Original Braunvieh. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 27. April 2018))

«Das Original Braunvieh ist eine besonders robuste Kuhrasse und stammt ursprünglich aus der Zentralschweiz», erklärt Stallchef Damian Schuler. Vor 600 Jahren ist diese Rasse vorwiegend in den Klöstern der katholischen Zentralschweiz gezüchtet worden, während in protestantischen Gebieten das Fleckvieh vorherrschend war.

An der Luga sind die Kühe im Bauernhof zu bewundern. Zu sehen gibt es dort auch Pferdestuten mit ihren Fohlen, Schafe und Ziegen sowie eine Muttersau mit einer Schar kleiner Ferkel. Besondere Aufmerksamkeit erhält hier jedoch der dreijährige Stier Alex. Wenn er steht, überblickt der 1200 Kilo schwere Muni das Geschehen um ihn herum. Stolz bewegt er seinen Kopf. Er ist bereit für den täglichen Auftritt in der Arena. Zurück im «Stall» liegt er dann am liebsten im Stroh. Besucher nähern sich dem eindrücklichen Tier mit Respekt. Das ist auch richtig, erklärt Stallchef Damian Schuler: «Ein gewisser Abstand ist immer gut.»

Tiere haben 24 Stunden Betreuung

Schuler und fünf weitere Betreuer bilden die diesjährige Stallcrew. Sie sind um das Wohl der Tiere besorgt, beantworten die Fragen der Besucher und sind rund um die Uhr im Einsatz. Über Nacht sind sie zu zweit, wovon einer in der Zelthalle zwischen den Kühen schläft. «Das ist aus Sicherheitsgründen so, die Tiere sind sehr wertvoll», erklärt Schuler. Tagsüber sind die Betreuer im Bauernhof zugegen und stehen den Besuchern Red und Antwort. Denn nicht allen – vor allem den Kindern – ist klar, dass die Milch nicht von den Grossverteilern kommt, sondern von den Kühen. Gross ist deshalb auch das Staunen wenn die Kühe gemolken werden. Und wenn sie dann noch die Möglichkeit haben, die Melkbecher selber über die Zitzen zu stülpen, kommen die Kinder aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Die gefüllten Euter erwecken dieses Jahr nach einem kürzlich ausgestrahlten «Kassensturz»-Beitrag besonderes Interesse. «Wir werden oft gefragt, ob das tiergerecht sei und dem Tier nicht Schmerzen bereite», erzählt Damian Schuler. Doch er kann die Fragesteller beruhigen: «Die Luga ist keine Viehschau, an der prall gefüllte Euter präsentiert werden. Hier in der Zelthalle wird den Besuchern das Hofleben nähergebracht, und die Tiere werden zweimal täglich gemolken.» Auch wird Schuler öfters gefragt, warum denn die Kühe meistens keine Hörner mehr hätten. Das habe mit Sicherheit zu tun, um Verletzungen zu vermeiden. Viele Bauern bevorzugen zudem Kühe ohne Hörner, weil diese auch weniger Platz brauchen. Und heute werde bereits bei der Besamung gefragt, ob eine Kuh mit oder ohne Hörner gewünscht werde. Denn bei vielen Rassen sind die Hörner bereits genetisch bedingt nicht mehr vorhanden und ermöglichen so eine hornlose Zucht.

Das wiederum erstaunt, denn in der Werbung und selbst auf Milchpackungen blicken Kühe mit wohl geformten Hörnern in die Welt. Das sei reines Marketing, sagt Schuler. Nicht so bei der Stammkuh Prisca, einem Original Braunvieh. Die 15-Jährige trägt ihren Kopfschmuck wohlgeformt. Sie hat bereits zwölfmal gekalbert, davon acht Töchter. Mit vier von ihnen und einem Enkel-Kalb ist sie an der Luga. Diese Braunviehfamilie vertritt ihre Rasse in voller Pracht.

Ohne Verwandtschaft ist Stier Alex vor Ort. Er ist ebenfalls ein Original Braunvieh – und der imposanteste Vertreter des Gastkantons Schwyz.

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch


Hinweis

Die Luga auf der Luzerner Allmend dauert noch bis Sonntag, 18 Uhr.

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