Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

TIERE: Was bitte ist Kaninchen-Agility?

Kaninchen sind nicht einfach nur Haustiere – einige gehen gerne spazieren oder machen Sport. Wie das geht, erfährt man an der Luga.
Katharina Wermuth mit «Häsli» Alexey an der Kaninchen-Agility in der Luga-Arena. (Bild: Manuela Jans (Neue Luzerner Zeitung))

Katharina Wermuth mit «Häsli» Alexey an der Kaninchen-Agility in der Luga-Arena. (Bild: Manuela Jans (Neue Luzerner Zeitung))

Anja Glover

Ein Hindernis, grösser als das Tier selbst – und doch wird es durch beeindruckende Sprungkraft gekonnt überwunden. Eine Leistung, die die Zuschauer dem Tier vielleicht nicht zugetraut hätten – und sie deshalb erfreut. Meistens handelt es sich bei den sprungstarken Tieren um Pferde oder Hunde – haben Sie aber auch schon mal was von Kaninchen-Agility gehört?

Ein nasses Gehüpfe

Der sandige Arena-Boden der Luga ist vom Regen durchnässt. Die Kaninchen werden an der Leine geführt und sollten eigentlich über die Hindernisse springen. Anders als an sonnigen Tagen wollen sie am gestrigen Sonntag aber nicht so recht. Viel lieber planschen sie mit ihren nassen Pfoten in den Pfützen und lassen ihre Besitzerinnen hinter sich herhüpfen. Diese geben sich Mühe, die Leine richtig zu führen und den Pfützen auszuweichen, ohne dass der Wille des Kaninchens gebrochen wird. Die Kinder im Publikum freuts: Es ist wahrhaft amüsant, wie die zwei Wesen hintereinander herhüpfen.

Vier Stunden Training – täglich

Man findet sie an der Luga normalerweise im Streichelzoo: die niedlichen zweiohrigen «Häsli», die eigentlich keine sind. «Hasen leben nur in der Wildnis, die Leute meinen damit Kaninchen», erklärt Katharina Wermuth (28) aus Wangen SZ. Die Kaninchen-Züchterin trainiert mit ihren sieben Agility-Kaninchen täglich bis zu vier Stunden, um sie auf Spring-Turniere vorzubereiten. «Nicht jedes Kaninchen hat immer Lust zu springen, vielleicht passt einem das Wetter nicht. Das ist bei uns Menschen auch so.» An der Luga handle es sich ohnehin um eine Präsentation und nicht um ein Turnier.

Die ehemalige Springreiterin (das tat sie mit Pferden) hat sich vor vielen Jahren für das Kaninchen-Hobby begeistern lassen. Durch jahrelanges Training habe sie sich selbst, aber auch die Kaninchen immer besser kennen gelernt. Heute startet sie mit ihrem Lieblingskaninchen Alexey sogar in der Elite-Kategorie, in welcher ein Kaninchen bis zu 50 Zentimeter hoch und 70 Zentimeter weit springen muss. Wermuth: «Es macht den Kaninchen grundsätzlich Spass zu springen, weil es ihrem Bewegungsdrang entspricht und eine willkommene Abwechslung zum Alltag ist.»

Spazieren mit den Kaninchen

Das Kaninchen ist, wie das Pferd auch, ein Fluchttier. Es müsse sich zuerst an einen Menschen gewöhnen. «Es gibt Kaninchen, die wollen vom Menschen nur gefüttert werden, und andere, die auf den Menschen zugehen und sich mehr Aufmerksamkeit wünschen», so die Züchterin, die mit ihren Kaninchen oft und gerne spazieren geht. «Viele von ihnen muss ich nicht einmal an die Leine nehmen.»

Der Sport stammt ursprünglich aus Schweden, deshalb auch der Name: Kanin Hop. Doch auch im deutschsprachigen Raum erfreut sich der Sport zunehmender Beliebtheit. Im Februar 2012 wurde aus dem Verein «Europa und Schaukaninchen» offiziell der Name «Kanin Hop Schweiz». «Heute zählen wir über 70 Mitglieder», sagt Mitgründerin Wermuth erfreut.

Übung macht den Meister

Wer sich nun an den hüpfenden Tieren an der Luga erfreut, sollte seinem «Häsli» zu Hause allerdings nicht die Hundeleine überziehen. «Ja nicht! Kanin Hop muss richtig gemacht werden. Ausserdem eignen sich nicht alle Kaninchen dazu», so Wermuth. Jedes Tier habe seinen eigenen Charakter, weshalb mit jedem auch anders umgegangen werden müsse. Damit das Handwerk des Kaninchen-Hüpfens richtig erlernt werden kann, bietet der Verein Trainings und Workshops an. «Ein Tier darf auf keinen Fall zum Springen gezwungen werden. Das Kaninchen entscheidet immer selbst, ob es springen will oder nicht», so die Detailhandelsfachfrau. Mit der Luga ist die Spring-Saison für die Kleintiere schon bald zu Ende. Im Sommer sei es ihnen zu heiss – Zeit, sich auszuruhen und spazieren zu gehen.

Alexey zeigt noch einmal, was er wirklich drauf hat und dass ihm Regen und Pfützen eigentlich doch nicht so wichtig sind. Meisterhaft springt er mit ausgestreckten Pfoten über die hohen Hindernisse, eins nach dem anderen. Die Zuschauer klatschen etwas überrascht, aber begeistert in die Hände.

Hinweis

Kanin Hop wird an der Luga täglich zwischen 11.00 und 14.30 Uhr in der Arena gezeigt. Weitere Informationen zum Sport finden Sie unter kaninhopschweiz.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.