TIERE: Wenn sich Tiere aufeinanderstellen

Weil die springende Kuh Circe kränkelt, gibt es als Ersatz an der Luga ein Pferd zu sehen. Dieses wird nicht nur von Menschen, sondern auch von einem Hund und einer Geiss geritten.

Drucken
Teilen
Die Isliker Tierschau überrascht das Publikum: Die Ziege Peterli reitet auf Hengst Lincoln. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 6. Mai 2017))

Die Isliker Tierschau überrascht das Publikum: Die Ziege Peterli reitet auf Hengst Lincoln. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 6. Mai 2017))

Aufgewirbelter Sand verbreitet sich in der Luft der Arena. Gleich soll die berühmte Isliker Tierschau folgen. Gespannt und erwartungsvoll haben die Zuschauer auf der Tribüne Platz genommen. Einige Kinder klammern sich an die Abschrankung, sie wollen die Kunststücke ganz gut sehen. Und dann geht’s los: Aus den Lautsprechern erklingt vielversprechend heroische Musik. Manuela Helbling und Julia Willi kommen mit der ungarischen Post daher – das bedeutet, dass sie je zwei Pferde stehend reiten. Während 15 Minuten kann das Publikum nun akrobatisches Können mit Tieren bestaunen.

Auch die Geiss steht auf dem Pferd

Aber nicht nur Menschen stellen sich auf den grossen Vierbeiner: Auch der Hund namens Speck scheint sich auf dem Rücken von Pferd Lincoln pudelwohl zu fühlen. Die Vorstellung erinnert an die Bremer Stadtmusikanten. Denn es kommt noch besser: Ziege Peterli stellt sich ebenfalls auf Lincoln. Während seine betagte Mutter Gitze ihm zusammen mit den Ponys dabei zusieht, lässt sich Peterli erhobenen Hauptes in der Manege herumtransportieren. Das Publikum tobt, ist überrascht, begeistert und besorgt: Was, wenn die Ziege fällt? Doch das tut sie nicht, während der täglichen Auftritte an der Luga ist die Ziege immer oben geblieben. Es scheint ihr sogar ziemlich gleichgültig zu sein, ob sie nun auf einem Pferd oder auf dem Boden steht, Hauptsache, es gibt eine Futterbelohnung.

Die Pferde können aber mehr als geritten werden: Sie machen beispielsweise «sitz». Und der Hengst legt sich sogar hin, während die ganze Tierbande über ihn hinwegspringt. Für ein Fluchttier ist das äusserst bemerkenswert. Leiterin Andrea Helbling erklärt, dass Tieren mit viel Vertrauen und zeitlich grossem Aufwand sehr viel beigebracht werden kann.

Ursprünglich sollte während der Tierschau sogar die Kuh ­Circe springen, doch leider sei sie nicht so fit. «Dann wollen wir die Tiere jeweils in Ruhe lassen», so Helbling. Sie schaut den Hund Speck an und fügt hinzu: «Es lief prima, aber nach zehn Tagen sind auch die Tiere froh, nächste Woche wieder andere Übungen zu machen.» Auf dem Isliker Hof gibt es also weder dumme Geissen noch blöde Kühe, das dürfte die Isliker Tierschau an der Luga definitiv bewiesen haben.

 

Anja Glover

stadt@luzernerzeitung.ch