TIERSCHUTZ: Wolf: Rekurs gegen Abschuss eingereicht

Die drei verfügten Wolfs-Abschüsse in Luzern und im Wallis verstossen gegen internationales und nationales Recht – sind sich WWF und Pro Natura sicher und greifen nun zu rechtlichen Mitteln.

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Ein Wolf, hier in einem Tierpark. (Bild EQ)

Ein Wolf, hier in einem Tierpark. (Bild EQ)

Den angedrohten Rekurs haben WWF und Pro Natura am (heutigen) Montag in die Tat umgesetzt, wie es in einer gemeinsamen Medienmittei. Die beiden Umweltschutzorganisationen fordern nun, dass Rekurse künftig aufschiebende Wirkung haben sollen – was heute nicht der Fall ist: «Es werden Fakten geschaffen, ohne dass eine rechtliche Prüfung erfolgen kann», moniert Mirjam Ballmer, Projektleiterin Naturschutzpolitik bei Pro Natura.

Vorwurf: Fokus einseitig gesetzt
Das geltende Verfahren befriedigt aus Sicht von WWF und Pro Natura nicht: Insbesondere die Bewilligung von Abschüssen komme intransparent zustande. «Die drei Fälle in den Kantonen Wallis und Luzern zeigen, dass das Wolfskonzept nicht ausgewogen ist», sagt Ballmer. «Das Konzept schützt vor allem die Schafe, dabei ist der Wolf eine streng geschützte Tierart», findet Kurt Eichenberger, Grossraubtier-Experte beim WWF Schweiz.

Wolfskonzept soll revidiert werden
Die Umstände der einzelnen Wolfsrisse würden beweisen, dass die bestehenden Herdenschutzmassnahmen nicht konsequent genug umgesetzt werden, wie es weiter heisst. So seien in Luzern die Schafe auf der Alp gar nicht geschützt gewesen. «27 Risse sind in ungeschützten oder schlecht geschützten Herden schnell da», sagt Eichenberger. Zudem seien nicht alle gerissenen Schafe wie vorgeschrieben von Behördenvertretern begutachtet worden. Nach den Rekursverfahren wird daher eine Revision des Wolfskonzepts gefordert.

scd