TODESPFLEGER-FALL: Luzerner Obergericht spricht Heimarzt frei

Der ehemalige Arzt des Pflegeheims Eichhof wird vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen. Das Obergericht urteilt anders als die Vorinstanz.

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Das Betagtenzentrum Eichhof in Luzern. (Bild Archiv)

Das Betagtenzentrum Eichhof in Luzern. (Bild Archiv)

Das Amtsgericht Luzern-Stadt hat im Juni 2007 dem heute 65-jährigen pensionierten Arzt vorgeworfen, er hätte im Jahr 2001 den Todespfleger früher stoppen können. Hätte der Arzt Mitte Mai 2001 zwei Todesfälle mit unklarer Todesursache sofort der Polizei gemeldet, so hätte dank der früheren Meldung der Tod des letzten Opfers verhindert werden können.

Das Obergericht, das gestern sein Urteil mit Kurzbegründung veröffentlicht hat, sieht das anders. Es sei nicht nachgewiesen, dass eine frühere Meldung gegenüber den Strafverfolgungsbehörden den Tod des letzten Opfers verhindert hätte. Ausserdem habe der Pfleger Roger A., der insgesamt 22 betagte Menschen getötet hat, davon 9 im Pflegeheim Eichhof in Luzern, einzig wegen seiner Geständnisse überführt und verurteilt werden können. Diese Geständnisse machte er aber erst nach der Tötung des letzten Opfers.

Weiterzug offen
Ob der Staatsanwalt das Urteil des Luzerner Obergerichts an das Bundesgericht weiterziehen wird, ist offen. Er verlangt vorerst die Urteilsbegründung.

Ruth Schneider

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Luzerner Zeitung