Töfffahrer erobern Horw

Am Umzug der Egli-Zunft begeisterten 23 kreative Nummern. Eine Gruppe war voll auf Flirtkurs, andere waren sportlich unterwegs.

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Eine Grossfamilie von Töfffahrern am Umzug in Horw. (Bild: Nadia Schärli)

Eine Grossfamilie von Töfffahrern am Umzug in Horw. (Bild: Nadia Schärli)

Eisige Kälte und strahlende Sonne – Das Eine schien in Horw niemandem etwas auszumachen, und das Andere sorgte für Begeisterung bei den zahlreichen Umzugsbesuchern. Dieser stand unter dem Motto «D’Fasnacht a de Horwer Bucht, das esch en Wucht». So breit interpretierbar das Motto, so kreativ und abwechslungsreich waren die Sujets.

Gotthardkutsche und Töfflifahrer

Knallblaue Figuren im Real-Abfallentsorgungsgwändli eröffneten um 14 Uhr mit dem Slogan «Öberall nome Gösel» den Umzug. Kurz darauf flogen die ersten Orangen aus der Kutsche mit dem Eglivater Gianmarco I. Helfenstein und seiner Frau Helen. Ein fahrbares WC-Hüsli, auf dem ein Pfarrer sein Geschäft erledigte, sorgte für Lacher, und so mancher Zuschauer bekam einen Sprutz vom WC-Bürsteli ab. Eine Grossfamilie von Töfffahrern, die an die Hells Angels erinnerten, tuckerten vorbei und auf dem Wagen des Horwer Turnerchörli bekochten flotte Kerle unter dem Motto «Männer erobern die Landfrauenküche» ihre Damen.

Politische Sujets

Auch an politischen Sujets mangelte es am Horwer Umzug nicht. Das Thema Hochhäuser wurde hochgenommen, eine kleine Gotthardpost – als Alternative zur zweiten Röhre – ratterte vorbei, und auf dem «Gemeinderats-Wagen» politisierten die «Gegen-Alles-und-für-Nichts-Partei» und die «Knorporationsunion» mit- oder eben gegeneinander.

Rasselbandi auf Partnersuche

Unter dem Motto «Rasseler ledig sucht» war die Horwer Guuggenmusig Rasselbandi unterwegs auf der Suche nach der grossen Liebe. Lautstark erklang das «Burebüebli» und auf dem Wagen verheiratete ein Pfarrer spontan einige Zuschauer mit einem Prachtsweib. Wenn es doch im echten Leben mit der Partnersuche auch so einfach wäre! Die zweite Horwer Guuggenmusig, die Nachtheueler, heuer als Hockey-Mannschaft unterwegs, sorgten ebenfalls für ordentlichen «Lärm» im Dorf.

Guggenkonzert in der Horwerhalle

Nach rund einer Stunde waren die Füsse kalt, die Orangen, die Süssigkeiten und der Kaffee verteilt, die Kindergesichter zufrieden und der Umzug auch schon wieder vorbei. Weitergefeiert wurde aber dennoch: In der Horwerhalle luden die Guuggenmusigen zum Konzert, und die schönsten Kindermasken wurden prämiert. Zum Glück war ja erst «Rüüdiger Sonntig» und an ein Ende der Fasnacht noch lange nicht zu denken.

Rahel Hug
 

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