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Messerattacke in Littau: Mann des Opfers verletzte sich wohl selbst

Der mutmassliche Täter befindet sich nach dem Tötungsdelikt vom Samstag weiter in Untersuchungshaft. Er war laut Polizei bei der Verhaftung verletzt. Ein Unfall ist unwahrscheinlich.
Urs-Ueli Schorno
Tatort: der «Ochsen» in Littau. Bild: Nadia Schärli (12. November 2016)

Tatort: der «Ochsen» in Littau. Bild: Nadia Schärli (12. November 2016)

Im «Ochsen» in Littau gehen viele Wildteller über die Theke. Nichts deutet darauf hin, dass auf der Treppe vor der rustikalen Beiz am vergangenen Samstag eine Frau nach einer Messerattacke verstorben ist. Die Portugiesin wurde vermutlich von ihrem Ehemann getötet.

Im Wirtshaus gibt man am Montag keine Auskunft über die Befindlichkeit nach der Tat: Die Polizei habe empfohlen, keine Informationen an die Medien weiterzugeben. Selbiges gelte übrigens auch für das Kebabhaus, in dem die getötete Frau und ihr Ehemann regelmässig verkehrt haben sollen. Es hatte am Montag sowieso geschlossen, wie üblich. Bei der Polizei war indes in Erfahrung zu bringen, dass es sich beim mutmasslichen Täter, dem 57-jährigen Ehemann des 51-jährigen Opfers, ebenfalls um einen portugiesischen Landsmann handelt. Die beiden hätten erwachsene Kinder. Die durch Augenzeugen geäusserte Mutmassung, der Verdächtige sei nach der Tat von einem Auto angefahren worden, konnte Simon Kopp, Informationsbeauftragter der Staatsanwaltschaft, nicht bestätigen. «Wir gehen nicht davon aus, dass der Täter angefahren wurde», teilt er mit. Allerdings wurden beim Verdächtigen, der sich seit seiner Verhaftung in Untersuchungshaft befindet, Verletzungen festgestellt. «Für uns steht im Moment eine Selbstverletzung im Zentrum der Abklärungen und Ermittlungen», ergänzt Kopp.

Achermann und Bussmann nicht im Dienst

Aus der Schwere des Falls ergibt sich übrigens bei der Luzerner Polizei eine gewisse Brisanz. Wir erinnern uns: Nachdem im März in Malters eine psychisch kranke Frau bei einem Zugriff durch die Polizei sich das Leben nahm, wies Regierungsrat Paul Winiker den Polizeikommandanten und seinen Stellvertreter an, in «heiklen Fällen» in den Ausstand zu treten. Einsätze, bei welchen verletzte Personen gemeldet werden, würden immer mit «hoher Priorität» bearbeitet, sagt Kopp allgemein dazu. Dies war auch am Samstag in Littau der Fall. Laut Polizeisprecher Urs Wigger standen dabei weder Polizeikommandant Adi Achermann noch sein Stellvertreter Daniel Bussmann im Einsatz.

«Der Einsatz vor Ort wurde von einem Einsatzleiter der Sicherheits- und Verkehrspolizei geleitet. Im rückwärtigen Raum stand der Pikettoffizier im Einsatz», so Wigger. Dies stünde aber nicht mit der Weisung des Regierungsrates in Zusammenhang. «So wie der Einsatz verlaufen ist, war es nicht notwendig, dass nebst dem Pikettoffizier noch ein weiterer Offizier in den Einsatz eingebunden wurde.» Wie bei einem Kapitalverbrechen üblich, seien zudem der Amtsarzt, der Staatsanwalt sowie die Fachspezialisten des Kriminaltechnischen Dienstes und der Fachgruppe Leib und Leben vor Ort aufgeboten worden.

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