«TOUCH YELLO»: Heidi Happy singt auf der neuen Yello-CD

Anfang Oktober wird das neue Album der Schweizer Electropop-Pioniere Yello veröffentlicht. Bei zahlreichen Songs hatte die Luzerner Singer/Songwriterin Heidi Happy ihre Finger im Spiel.

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Inszenierung in der Flora: Heidi Happy. (Bild pd)

Inszenierung in der Flora: Heidi Happy. (Bild pd)

Sechs Jahre hat es gedauert, bis Yello – bestehend aus Boris Blank und Dieter Meier, bekannt geworden vor allem durch Hits wie «Oh Yeah!» oder «The Race» – nach «The Eye» ihre Fans wieder mit einem neuen Album beglücken: «Touch Yello». Gesanglich auf fünf Tracks mit von der Partie ist Priska Zemp – besser bekannt als Heidi Happy. Die 1980 geborene Dagmersellerin begeisterte mit ihren Alben «Back Together» und «Flowers, Birds and Home» Kritiker und Publikum gleichermassen.

Die Wahl von Heidi Happy will etwas heissen: Schliesslich haben Yello in der Vergangenheit unter anderem Grössen wie die Grande Dame Shirley Bassey (zu hören 1987 auf «The Rhythm Divine») oder Stina Nordenstam («To the Sea», 1997) für ihre Songs verpflichtet.

Zisch hat sich mit Priska Zemp unterhalten:

Wie kam es eigentlich zu dieser Zusammenarbeit?

Priska Zemp: Boris hat mich auf DRS 3 gehört. Dann hat er mir in einer E-Mail geschrieben, ob ich Lust hätte, mit ihnen etwas zu machen.

Was bedeutet Ihnen Yellos Sound? Handelt es sich dabei nicht beinahe um eine Antithese zu Ihrer eigenen Singer/Songwriter-Musik?

Zemp: Lustigerweise war für mich die Musik, die Yello macht, nicht das wichtigste. Zu sehen, wie Boris arbeitet und wie sie über all die Jahre (das Duo wurde 1978 gegründet; Anm. d. Red.) die Freude an ihrem Schaffen nicht verloren haben, war wertvoll genug. Was mich an Yellos Musik beeindruckt, sind die riesigen Klangwelten, die erst entstehen können, wenn man sich mit jedem kleinsten Detail beschäftigt.

Wie haben Sie Dieter Meier und Boris Blank persönlich erlebt? Wie verlief die Kollaboration generell? Wie oft hat man sich gesehen? Wer hielt die «Fäden» in der Hand, wie lief das so ab?

Zemp: Zuerst hatte ich vor allem mit Boris zu tun. Er schickte mir die Klangwelten ohne Gesang. Ich nahm zu Hause die Vocals dazu auf, schickte ihm diese zurück, und er bastelte weiter an den Songs. Dann ging ich zu ihm ins Studio, und wir nahmen den definitiven Gesang auf. Boris ist einerseits sehr begeisterungsfähig, andererseits extrem wertschätzend. Mir hat es folglich immer Spass gemacht, mit ihm zu arbeiten.

Haben Sie auch an den betreffenden Songs mitgeschrieben? Um was geht es in den Lyrics?

Zemp: Alles, was ich auf dem Album singe, habe ich selber geschrieben. Die Lyrics habe ich den Stimmungen angepasst, welche die Songs bereits ohne Gesang hatten. Ich sah immer irgendwelche Welten, und habe mir dann versucht vorzustellen, was eine Person, die in dieser Welt lebt, wohl fühlen könnte. Die Texte sind also für einmal nicht autobiografisch.

Am 1. Oktober sind Sie ja mit Yello auch mit einer «Performance» in Berlin zu sehen? Was erwartet einem dort? Gibt es weitere Auftritte?

Zemp: Da hab ich Angst, etwas zu verraten, das nicht rausdarf... 
(Anm. d. Red.: Weitere Informationen » )

Am 3. Oktober findet in der Luzerner Schüür  das Schlusskonzert Ihrer «Flowers, Birds and Home»-Tournee statt. Wie geht es weiter, was sind Ihre nächsten Projekte?

Zemp: Ich bin im Moment zu Hause am Aufnehmen neuer Songs. Mein Ziel ist es, wieder vermehrt Momente während des Schaffens festzuhalten, die dann vielleicht nicht perfekt sind, dafür sehr frisch und persönlich. Nächstes Jahr werde ich dann für das Sinfonieorchester «Nota bene» schreiben. Sa werde ich dann genau in die andere Richtung gehen und jedes detail ausschreiben. Ich freue mich sehr darauf!

Interview von Dave Schläpfer

HINWEIS
Yello: «Touch Yello». VÖ: 2. Oktober 2009. Der von Heidi Happy gesungene Song ist zugleich das Titellied des neu angelaufenen SciFi-Films «Cargo», der vom Luzerner Marcel Wolfisberg produziert wurde. Mehr Infos »