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TOURISMUS: Airbnb: Politiker greifen ein

Immer öfter werden im Kanton Luzern Wohnungen an Touristen untervermietet. Nun wehren sich Politiker von links bis rechts dagegen.
Matthias Stadler
Eine Frau, die ein Zimmer ihrer Wohnung an Touristen untervermietet.Bild: Nadia Schärli (Luzern, 28. August 2016)

Eine Frau, die ein Zimmer ihrer Wohnung an Touristen untervermietet.Bild: Nadia Schärli (Luzern, 28. August 2016)

Es ist einfach, es ist günstig. Und das Angebot wächst. Die Rede ist von Unterkünften, die Private im Internet für Touristen anbieten. Auf Plattformen wie Airbnb können Touristen angebotene Zimmer oder Wohnungen auch in unserer Region direkt für Übernachtungen buchen. Über 800 Inserate finden sich mittlerweile auf der Homepage von Airbnb für die Region Luzern – Tendenz steigend. Das System ist eine direkte Konkurrenz für Hotels und Gaststätten. Die Krux ist: Weder Gastgeber noch Gäste solcher Unterkünfte müssen Abgaben bezahlen oder Auflagen erfüllen, die in Hotels Standard sind (Ausgabe vom 29. August).

Deswegen hat der Luzerner SP-Kantonsrat David Roth nun eine Motion dazu eingereicht. Er betont auf Anfrage die Probleme: «In touristischen Regionen zeichnet sich ab, dass ganze Häuser geleert werden, um diese an Touristen zu vermieten.» Dies würde den Wohnungsmangel verstärken. «Das Schadenpotenzial von Airbnb und Businessapartments ist enorm.» Deswegen soll der Regierungsrat ein Gesetz ausarbeiten, das diverse Punkte umfasst: So sollen sämtliche Anbieter von Übernachtungsmöglichkeiten gesetzlich gleichgestellt werden. Das heisst, auch Anbieter von Wohnungen auf Airbnb sollen abgabepflichtig sein. Die Motion fordert weiter, dass komplette Wohnungen nicht länger als drei Monate pro Jahr an Touristen untervermietet werden dürfen. Ausserdem sollen die Anbieter ihre Wohnungen der Gemeinde melden müssen. Zudem könnten Gemeinden künftig die Vermietung von Immobilien an nicht angemeldete Personen einschränken, sofern Wohnungsknappheit besteht.

David Roth erklärt, dass die Zeit für das Gesetz ideal sei: So seien Plattformen wie Airbnb in der Bevölkerung schon bekannt, aber das Angebot noch nicht unüberschaubar. Somit könne man mit einer Gesetzgebung nun Wildwuchs verhindern. Roth betont aber auch, dass er nicht komplett gegen das Vermieten von privaten Unterkünften sei. So könne es durchaus sinnvoll sein, wenn jemand für ein paar Wochen nicht in der eigenen Unterkunft sei, diese auf Airbnb anzubieten.

Unterstützung von Bürgerlichen

Die Motion findet Anklang. So gehören Vertreter sämtlicher im Luzerner Kantonsrat vertretenen Parteien zu den Erstunterzeichnern. Auch bekannte Hoteliers sind darunter. So etwa Patrick Hauser, Besitzer des Fünfsternehotels Schweizerhof in Luzern und FDP-Kantonsrat. «Wir wollen gleich lange Spiesse für alle», erklärt er. Denn Vermieter von privaten Wohnungen würden direkt von touristischen Massnahmen profitieren, die sie aber wegen der fehlenden Kurtaxe nicht mitfinanzieren würden. Zudem würden für Hotels andere Vorschriften gelten als für Airbnb-Anbieter. Beispielsweise müssten Hotels Brandmelder installiert haben, private Wohnungen hingegen nicht. Mit der Unterstützung der Motion will Hauser die Beseitigung solcher «Ungleichheiten» in Angriff nehmen.

Auch Ferdinand Zehnder, Besitzer des Hotel de la Paix in Luzern und CVP-Kantonsrat, unterstützt das Anliegen. Airbnb-Anbieter würden ihre Wohnungen kaum deklarieren, sagt er. Zudem: «Es werden sämtliche für die Hotels geltenden Reglemente umgangen.» Zehnder betont aber, dass er nicht per se gegen solche Plattformen sei. «Ganz im Gegenteil: Ich unterstütze das sogar. Der kulturelle Austausch wird verbessert, und im Sommer können Spitzen gebrochen werden. Aber es sollen für alle die gleichen Regeln gelten.»

Matthias Stadler

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