Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

TOURISMUS: Asiatische Gäste stürmen auf die Rigi

Über 14-mal mehr Besucher aus Asien als vor einem Jahr verzeichnen die Rigi-Bahnen für Anfang 2015. Vor allem in einem Land ist die Rigi äusserst beliebt.
Ansturm auf die Rigi-Bahnen: Asiatische Reisegruppen pilgern auf die Rigi. (Bild: Nadia Schärli)

Ansturm auf die Rigi-Bahnen: Asiatische Reisegruppen pilgern auf die Rigi. (Bild: Nadia Schärli)

Matthias Stadler

Was in der Stadt Luzern seit Jahren gang und gäbe ist, tritt nun vermehrt auch auf der Rigi auf: Asiatische Touristen strömen in Scharen zur Königin der Berge. Die Rigi-Bahnen verzeichneten in den ersten vier Monaten dieses Jahres eine regelrechte Explosion von asiatischen Gruppenreisen, wie die neusten Zahlen zeigen, welche unserer Zeitung vorliegen. Besuchten in den Jahren zuvor während der Periode Januar bis April jeweils rund 1500 Asiaten die Rigi, waren es dieses Jahr zwischen Januar und April deren 22 000, also sage und schreibe über 14-mal mehr. Der Anteil der internationalen Gäste der Rigi-Bahnen betrug 22,5 Prozent, es besuchten rund 45 000 Personen aus dem Ausland die Königin der Berge.

Den Löwenanteil machen dabei die Chinesen aus. 15 000 Personen aus dem bevölkerungsreichsten Land der Welt zog es in den ersten vier Monaten dieses Jahres in Gruppenreisen auf die Rigi. Auch Südkoreaner scheinen den Berg für sich entdeckt zu haben, rund 5000 Besucher aus dem Land nutzten die Rigi-Bahnen. Der Grossteil der ausländischen Gäste sind dabei Gruppenreisende.

Werbestandorte in China

Naturgemäss erfreut über diese Entwicklung sind die Verantwortlichen der Rigi-Bahnen AG. Verkaufsleiter Roger Joss ortet die Gründe bei den verstärkten Werbebemühungen der Rigi-Bahnen. Seit November letzten Jahres sind die Bahnen mit einer eigenen Vertretung in Schanghai und Peking vertreten. Sie bewerben vor Ort zusammen mit der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee, Chronoswiss und dem Verkehrshaus die Region Luzern. Zudem wurde ein sogenannter Steintausch initiiert. Im September 2014 wurde ein 3 Tonnen schwerer Stein aus dem Rigi-Massiv am chinesischen Berg Emei Shan aufgestellt. Im kommenden Sommer soll nun das Gegenstück, also ein Stein vom Emei Shan, auf der Rigi aufgestellt werden. Ein weiterer Grund ist laut Joss paradoxerweise der schwache Euro, welcher eine Reise nach Europa für Chinesen massiv vergünstigt habe. Da liege auch eine Übernachtung in der Schweiz drin, obwohl der Franken bekanntlich momentan sehr stark ist.

Probleme wegen Ansturm

Nicht alle waren auf den Ansturm der Asiaten vorbereitet. Vitznau als grösste Ausgangsstation auf den Berg hatte Anfang Jahr Verkehrsprobleme wegen der Häufung von Reisecars im Dorf (Ausgabe vom 8. April). «Wir waren vom Ansturm schon etwas überrascht», gibt Gemeindepräsident Noldi Küttel zu. Die Cars verstopften die Talstation der Rigi-Bahnen, da die Fahrer in der Nähe warteten, anstatt auf die extra dafür vorgesehenen Parkplätze auszuweichen. Auch gab es Probleme mit den öffentlichen Toiletten.

Nun seien diese Probleme gelöst, sagt Noldi Küttel: «Die Carchauffeure sind durch die Rigi-Bahnen orientiert, die Situation hat sich eingependelt.» Die Touristen würden nun bei der Talstation ausgeladen, woraufhin die Cars zu den Carparkplätzen am Ende des Dorfes fahren und dort warten würden. Um bei den Toilettenproblemen Abhilfe zu schaffen, stellten die Rigi-Bahnen Hinweisschilder auf Chinesisch auf, nun sei auch dieses Problem gelöst. Der Gemeindepräsident ist zufrieden mit der Entwicklung: «Wir sind froh, dass im Dorf etwas läuft», sagt Küttel. Nun gelte es, mit den Gästen etwas zu verdienen, mit Souvenirläden beispielsweise.

Auf der anderen Rigi-Seite im Kanton Schwyz spürt man den Ansturm deutlich weniger, wie der Gemeindepräsident von Arth, Peter Probst, erklärt. Der Bahnhof Arth-Goldau ist der wichtigste Ausgangspunkt im Kanton Schwyz, um auf die Rigi zu gelangen. «Wir merken den Ansturm so gut wie nicht», sagt Probst. Die wenigen asiatischen Touristen, welche durch das Dorf wandern würden, spüre man kaum, sagt Probst.

Titlis: 400 000 Besucher aus Asien

Asiatische Touristen besuchen aber bekanntlich nicht nur die Rigi, auch andere Zentralschweizer Bergdestinationen sind beliebt. Laut Peter Reinle, dem Marketingverantwortlichen des Titlis, besuchen «über den Daumen gepeilt» etwa 400 000 Asiaten pro Jahr den Berg, dies bei einer Gesamtbesucherzahl von einer Million. Beim Pilatus stammen laut Marketingchef Beat Wälti rund 15 Prozent der jährlich insgesamt 680 000 Gäste aus Asien, also über 100 000 Personen.

An der Generalversammlung der Rigi-Bahnen AG vom 21. Mai gab es zwei kritische Voten zu den vielen asiatischen Touristen. Ein Votant kritisierte, dass es mittlerweile «fast nur noch Asiaten» auf dem Berg habe. Roger Joss entgegnet, dass die Anzahl Touristen auf der Rigi in keinem Vergleich stünde mit anderen Zentralschweizer Bergdestinationen: «Wir sind noch weit weg von einem Niveau des Titlis. Und wir werden auch nie dort hinkommen. Die Rigi wird zu keinem ‹Schwanenplatz der Berge› verkommen», sagt er. Kritischen Stimmen begegnet er mit dem Ziel des Bahnunternehmens, eine Durchmischung von 70 Prozent Schweizer Gästen und 30 Prozent ausländischen Besuchern zu erreichen. «Der Schweizer Gast wird für uns immer der wichtigste Gast sein.»

Bei Schweizern besonders beliebt

Und so schätzen nicht nur Asiaten die Aussicht, welche man von der Rigi aus bestaunen kann, auch bei Einheimischen ist der Berg nach wie vor beliebt. Er war 2014 der meistbesuchte Berg der Schweizer. Sie machen denn auch den grössten Anteil des Besucherkuchens aus. Mehr als drei Viertel sämtlicher Rigi-Bahn-Benutzer kommen aus der Schweiz. Und auch hier gibt es ein Wachstum zu verzeichnen. 200 000 Gäste insgesamt beförderten die Rigi-Bahnen im ersten Trimester dieses Jahres. Letztes Jahr waren es zum selben Zeitpunkt 160 000 Besucher, das ergibt ein Plus von 25 Prozent. Im ganzen Jahr 2014 benutzten rund 655 000 Passagiere die Rigi-Bahnen, 2013 lag diese Zahl bei 607 000, 2012 bei 594 000 und 2011 bei 645 000.

Logiernächte nach Herkunft in der Region Luzern-Vierwaldstättersee. (Bild: Grafik Neue LZ)

Logiernächte nach Herkunft in der Region Luzern-Vierwaldstättersee. (Bild: Grafik Neue LZ)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.