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TOURISMUS: Auch dank neuen Angeboten: Camping ist wieder angesagt

Nach schwierigen Jahren mit immer weniger Feriengästen geht es mit den Campingplätzen wieder aufwärts – auch, weil sie auf neue Konzepte setzen.
Roger Rüegger
Aus St. Gallen angereist sind Fabienne Bless und Samuel Suter mit ihren Kindern Olivia und Rebecca. Sie geniessen ihren Aufenthalt in einem der Vitznauer «Schlafhüsli». In Buochs schaut derweil Campingleiter Markus Barmettler (unten) in einem Nostalgiewagen zum Rechten. Auch Safarizelte und Tipis gehören zum Buochser Angebot. (Bild: Dominik Wunderli (Vitznau, 25. Juni 2017))

Aus St. Gallen angereist sind Fabienne Bless und Samuel Suter mit ihren Kindern Olivia und Rebecca. Sie geniessen ihren Aufenthalt in einem der Vitznauer «Schlafhüsli». In Buochs schaut derweil Campingleiter Markus Barmettler (unten) in einem Nostalgiewagen zum Rechten. Auch Safarizelte und Tipis gehören zum Buochser Angebot. (Bild: Dominik Wunderli (Vitznau, 25. Juni 2017))

Roger Rüegger

roger.rueegger@luzernerzeitung.ch

Eine Übernachtung im engen Zweierzelt ist nicht für alle das grosse Highlight in den Ferien. Schon gar nicht, wenn man im Sommer bereits am frühen Morgen von der Hitze geweckt wird. Was nicht bedeutet, dass man auf Campingferien verzichten muss. Denn inzwischen gibt es auf vielen Campingplätzen der Schweiz Alternativen zum eigenen Wohnwagen oder zum mitgeführten Zelt.

Unter Begriffen wie «Glamping» oder «Camphotels» bieten zahlreiche Campingplätze Schlafplätze in fix installierten Gebäuden, Wohnwagen oder Zelten an. «Diese Mietobjekte bieten insbesondere Campingeinsteigern ohne eigene Ausrüstung das naturnahe Campingfeeling», teilt Tanja Roth vom Zentralsekretariat Swisscamps, dem Verband Schweizerischer Campings, auf Anfrage mit.

Auf dem Campingplatz Vitznau zum Beispiel sind auf letzte Saison hin zwei schmucke kleine Holzhäuschen für je vier Personen gebaut worden. Eine Nacht kostet je nach Saison zwischen 70 und 100 Franken. Heuer wurde das Angebot um ein drittes «Schlafhüsli» erweitert. Campingplatzbetreiberin Manuela Zanetti erkärt, wieso: «Das Übernachten in solchen Unterkünften ist ein Trend, der massiv zunimmt.» Die Häuschen seien auch in der Vor- und Nebensaison gut belegt, weshalb man in Vitznau in Zukunft sukzessive aufstocken werde. «Früher mussten wir jeweils in den Monaten ausserhalb der Hochsaison kämpfen, nun sind wir durchgehend sehr gut ausgelastet», sagt sie. Der Vorteil sei, dass die Unterkünfte auch bei schlechtem Wetter vermietet werden könnten.

Mietunterkünfte sind ein Gästemagnet

Das Camping Lido in Luzern bietet seit mehreren Jahren Mietwohnwagen und unter dem Namen «Holly Cabs» Schlafkabinen samt Veranda an. Michael Hipp­ler, stellvertretender Leiter des Campings, sagt: «In der Hauptreisezeit sind diese Mietobjekte sehr gut gebucht. Wir als Durchgangscampingplatz sind aber generell gut belegt.»

Auch verschiedene Campingplätze des Touring-Clubs Schweiz (TCS) sind mit Mietunterkünften ausgestattet. Laut TCS-Mediensprecher David Venetz sind diese ein wahrer Gästemagnet. In der Zentralschweiz bieten die TCS-Campingplätze Sempach, Horw und Buochs eine entsprechende Infrastruktur. So stehen in Sempach sechs Bungalows für je sechs Personen, zwei behindertengerechte Bungalows für fünf Personen sowie drei Zeltbungalows für fünf Personen zur Verfügung. Laut Campingmitarbeiterin Cecile Meier wurden an Auffahrt ausserdem drei sogenannte «Pods» mit einem halbrunden Holzdach für drei Personen und zwei «Familienpods» für vier Personen eröffnet. Die Nachfrage sei enorm. «Über die nächsten Wochen sind nur noch wenige ‹Glamping›-Unterkünfte verfügbar», sagt Meier.

Auch der Campingplatz ­Buochs, der soeben für 6 Millionen Franken ausgebaut wurde, ist seit kurzem um einige Angebote reicher. So wurden als Unterkünfte Nostalgiewagen, Tipis, Safarizelte und wie in Sempach «Pods» errichtet. Es ist davon auszugehen, dass auch diese gut gebucht werden. TCS-Sprecher Venetz: «Solche Unterkünfte waren in der Hauptsaison 2016 auf den meisten TCS-Campingplätzen restlos belegt.»

Logiernächte steigen um 7 Prozent

Zahlen belegen die Aussagen von Venetz: Der Touring-Club als grösster Campingplatz-Betreiber der Schweiz verzeichnete im letzten Jahr 512 000 touristische Logiernächte, was einer Zunahme um 7 Prozent entspricht. Der Bruttoumsatz stieg dabei um 4,1 Prozent auf 21,1 Millionen Franken. Dieses Wachstum sei auch darauf zurückzuführen, dass mehr Gäste aus Deutschland, Frankreich und Holland angereist seien, teilte der TCS kürzlich mit. «Weiter sorgten der schöne Spätsommer und die angespannte politische Situation in Feriendestinationen wie Ägypten und der Türkei dafür, dass sich zahlreiche Schweizer spontan dazu entschieden, Campingferien in der Heimat zu verbringen.»

2016 verbuchten die 406 Campingplätze, die in der Schweiz statistisch erfasst sind, 2,8 Millionen Logiernächte. Dies entspricht gemäss Swisscamps gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme um 4,9 Prozent. Davon wurden 1,8 Millionen Logiernächte von den inländischen Gästen generiert, was einer leichten Zunahme um 0,2 Prozent entspricht. Viel stärker, nämlich um 14,4 Prozent, stieg die Zahl der ausländischen Besucher an: Auf sie fielen insgesamt 997 000 Logiernächte.

Dabei zeigte sich bis vor kurzem noch ein deutlich anderes Bild. Die Logiernächte waren laut TCS in den letzten Jahren in der ganzen Schweiz generell rückläufig. Von 2011 bis 2015 haben die Campingübernachtungen um 13,1 Prozent abgenommen (wir berichteten im September).

Wie die Zukunft für die beiden TCS-Campingplätze in Horw und Zug aussieht, ist nach wie vor unklar. Den Ende 2018 auslaufenden Pachtvertrag für den Campingplatz in Horw haben der TCS und die Gemeinde Horw nicht erneuert. Und der TCS-Campingplatz Brüggli am Chamer Fussweg muss dem Projekt Lorzen­ebene weichen. Er wird 2022 am jetzigen Standort geschlossen.

In Buochs schaut Campingleiter Markus Barmettlerin einem Nostalgiewagen zum Rechten. (Bild: Corinne Glanzmann)

In Buochs schaut Campingleiter Markus Barmettlerin einem Nostalgiewagen zum Rechten. (Bild: Corinne Glanzmann)

Auch Safarizelte und Tipis gehören zum Buochser Angebot. (Bild: Corinne Glanzmann)

Auch Safarizelte und Tipis gehören zum Buochser Angebot. (Bild: Corinne Glanzmann)

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