Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

TOURISMUS: Es kommen mehr Amerikaner und Araber

Die Zahl der Gäste aus den USA und den Golfstaaten wächst rasant. Der lukrativste Markt birgt aber auch Konfliktpotenzial.
Stefan Dähler
Sie haben Luzern als Feriendestination entdeckt: Die Zahl der Touristen aus Golfstaaten ist in den letzten Monaten stark gestiegen. (Bild: Keystone/Sigi Tischler)

Sie haben Luzern als Feriendestination entdeckt: Die Zahl der Touristen aus Golfstaaten ist in den letzten Monaten stark gestiegen. (Bild: Keystone/Sigi Tischler)

Nach Jahren des Wachstums nimmt die Zahl der chinesischen Gäste in der Stadt Luzern wieder ab. In den ersten drei Monaten dieses Jahres beträgt der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr 13 Prozent. Der Grund dafür ist laut Luzern Tourismus, dass die Chinesen durch die Terroranschläge in Paris und Brüssel verunsichert seien und eher auf Reisen nach Europa verzichteten (Ausgabe vom Mittwoch). Terroranschläge hätten vor allem auf Gruppenreisende einen Einfluss. Andere Märkte sind dagegen im ersten Quartal 2016 stark gewachsen. Die Gästezahlen aus den USA haben um 28,9 Prozent auf 15 673 zugenommen, jene aus den Golfstaaten gar um 47,5 Prozent auf 4397. Auch im langjährigen Vergleich gehören diese beiden Gästegruppen zu jenen, die am stärksten wachsen.

Abstecher nach Rheinfahrt

Wie ist diese Zunahme zu erklären? «Bei Amerikanern sind Rheinschifffahrten derzeit sehr beliebt. Uns ist es gelungen, bei Anbietern ins Programm zu kommen. Das heisst, nach der Schifffahrt, die in Basel endet, verbringen die Gäste vor der Rückreise jeweils noch ein paar Tage in Luzern», sagt Marcel Perren, Direktor von Luzern Tourismus. «Wir betreiben aber schon seit Jahren aktiv Marketing in den USA. Ich werde im Juni erneut persönlich für eine Promotionstour hinreisen.» Auch künftig dürfte Luzern ein beliebtes Ziel für US-Amerikaner bleiben. «Wir sind guter Dinge. Der Dollar ist im Vergleich zum Franken stabil. Auch die wirtschaftliche Entwicklung in den USA ist positiv», sagt Perren.

TV-Soap als Werbemittel

In den Golfstaaten betreibt Luzern Tourismus seit fünf Jahren intensiv Marketing vor Ort. «Unter anderem haben wir gemeinsam mit Schweiz Tourismus eine TV-Soap organisiert, die in der Zentralschweiz spielt», sagt Perren. Die 30 Episoden umfassende Serie wurde vor rund zwei Jahren gedreht. Sie wurde während des Ramadans 2014 ausgestrahlt und war im gesamten arabischen Raum zu sehen.

Die Zahl der Gäste aus der Golfregion dürfte laut Perren weiterhin stark zunehmen, auch aufgrund des neuen Resorts auf dem Bürgenstock, hinter dem ein katarischer Investor steht. Bei den Golfstaaten handle es sich um einen besonders attraktiven Markt, sagt Perren. «Pro Person geben Touristen aus den Golfstaaten im Schnitt rund 430 Franken pro Tag aus. Es ist die Gästegruppe mit der höchsten Wertschöpfung.» Zum Vergleich: Chinesen geben pro Tag etwa 330 Franken, US-Amerikaner 230 Franken und Europäer 175 Franken aus.

Dämpfer durch Burkaverbot?

Allerdings zeichnet sich mit der nationalen Initiative für das Burkaverbot ein Konfliktfeld mit Gästen aus dem arabischen Raum ab. Weil Luzern als Tourismusdestination eine lange Tradition habe, erwartet Luzern Tourismus auch künftig nur vereinzelte kritische Reaktionen aufgrund von Burka-Trägerinnen. «Gleichwohl werden wir auch weiterhin interkulturelle Veranstaltungen organisieren, um die diversen Kulturen unserer Gäste der einheimischen Bevölkerung näherzubringen und das gegenseitige Verständnis im Dialog zu fördern», so Perren. «Ich kann verstehen, dass die Burka bei den Leuten ein ungutes Gefühl auslöst. Die meisten Touristinnen aus arabischen Ländern tragen aber lediglich ein Kopftuch.»

Was passiert bei einem Ja zur Initiative? «Ein Verbot hätte touristisch gesehen negative Auswirkungen, besonders auf das Image als weltoffene Schweiz im Ausland», sagt Perren. In diesem Fall wäre es wichtig, «die potenziellen Gäste in den Golfstaaten über die neue Situation bestmöglich zu informieren, um Missverständnissen bei einer Schweizreise» vorzubeugen. «Ein Blick nach Frankreich, wo bereits ein Verbot in Kraft ist, zeigt jedoch, dass die Auswirkungen nicht dramatisch sein müssen.» Es komme aber darauf an, wie strikt ein allfälliges Verbot umgesetzt werde.

Stefan Dähler

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.