Tourismus
Kräfte bündeln als Chance in der Krise: Kantonsrat fordert Luzerner Tourismus-Cluster

Der Luzerner CVP-Kantonsrat Ferdinand Zehnder möchte, dass der Regierungsrat alle am Tourismus in Luzern Beteiligten an einen runden Tisch einlädt. Dafür soll ein Tourismus-Cluster gebildet werden.

Alexander von Däniken
Merken
Drucken
Teilen
Die Entwicklung des Tourismus rund um Luzern soll an einem runden Tisch diskutiert werden - das fordert ein CVP-Kantonsrat.

Die Entwicklung des Tourismus rund um Luzern soll an einem runden Tisch diskutiert werden - das fordert ein CVP-Kantonsrat.

Bild: Patrick Hürlimann (29. Dezember 2020)

Manchmal krempelt die Zeit alles um. So auch beim Postulat des Stadtluzerner Hoteliers und CVP-Kantonsrats Ferdinand Zehnder. Mit dem Vorstoss verlangte Zehnder vom Regierungsrat, dass dieser die Schaffung eines sogenannten Tourismus-Clusters prüft. Also eine Bündelung der Kräfte von den Fachschulen über die Betriebe bis zu Luzern Tourismus.

Der Regierungsrat beantragte eine teilweise Erheblicherklärung. Damit konnte Zehnder damals leben. Doch als der Kantonsrat letzte Woche das Postulat behandelte, ging es plötzlich um alles oder nichts. Die GLP stellte einen Ablehnungsantrag – und Zehnder forderte die vollständige Überweisung. Schliesslich überzeugte der Hotelier die Ratsmehrheit.

Tourismus-Cluster auf dem Silbertablett

Den Ausschlag für Zehnders stärkeres Engagement hat die Coronakrise gegeben. «Die Hotelfachschulen haben auf Fernunterricht umgestellt und können ihren Studenten kaum Praktika anbieten, die Betriebe sind geschlossen oder laufen auf Sparflamme, der Tourismus ist im Coronaschlaf», fasst Zehnder auf Anfrage zusammen. «In dieser Situation präsentiert sich ein Tourismus-Cluster auf dem Silbertablett.» Jetzt könne die Chance genutzt werden, dass der Kanton alle Beteiligten an einen runden Tisch einlädt. Im Zentrum stehe die Frage, wie sich der Tourismus neu erfinden könne – in eine nachhaltige und für alle Beteiligten stimmige Richtung.

Dafür erwartet Zehnder jetzt nur, dass der Kanton diesen runden Tisch einberuft. Werde dann kein gemeinsamer Nenner gefunden, habe man es wenigstens versucht. «Ich bin aber überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist.» Die Chancen in der Krise sehe auch Luzern Tourismus. Schon vor einem Jahr zeigte sich Tourismusdirektor Marcel Perren gegenüber einem Cluster offen.

Sollten die Gespräche am runden Tisch fruchten, müsste das Rad nicht neu erfunden werden. Denn laut Markus Berger, Mediensprecher von Schweiz Tourismus, arbeiten im Wallis bereits verschiedene Partner für das Tourismusobservatorium sehr eng zusammen. Und auch auf nationaler Ebene gebe es das Tourist Office Lab, bei dem verschiedene Destinationsorganisationen an der Weiterentwicklung des Tourismus tüfteln. «Dass auch in Luzern über eine Bündelung des Know-how gesprochen wird, begrüssen wir grundsätzlich», sagt Berger.

Denn alles, was helfe, Innovationen voranzutreiben und neue Erkenntnisse auszutauschen, sei wertvoll. Eine Herausforderung dürfte sein, die Erkenntnisse aus kantonalen und regionalen Projekten möglichst allen Tourismuspartnern in der Schweiz zugänglich zu machen. Theoretisch ist laut Berger dafür am ehesten der Schweizer Tourismusverband geeignet. Da dieser aufgrund knapper Ressourcen aber nicht unbegrenzt neue Aufgaben wahrnehmen könne, wäre es auch denkbar, die Marketing-Organisation Schweiz Tourismus einzubinden.