TOURISMUS: Kritik als Retourkutsche?

Luzerner Hoteliers können die Kritik des «National»-Besitzers an Luzern Tourismus nicht verstehen. Eine Vermutung: Dieser rächt sich für die Tourismuszone.

Guy Studer
Drucken
Teilen
Sind Tagestouristen – hier am Mühlenplatz beim Reusswehr – schädlich für Luzern? Nein, sagen Hoteliers und der Experte. (Archivbild Eveline Beerkircher)

Sind Tagestouristen – hier am Mühlenplatz beim Reusswehr – schädlich für Luzern? Nein, sagen Hoteliers und der Experte. (Archivbild Eveline Beerkircher)

«Mir scheint, hier rechnet Herr Erculiani mit Luzern Tourismus ab, weil sich die Organisation für die Tourismuszone eingesetzt hat.» So ordnet Patric Graber, Präsident von Luzern Hotels, die Äusserungen von «National»-Besitzer Umberto Erculiani ein. Dieser hatte sich lautstark gegen die in der neuen Bau- und Zonenordnung vorgesehene Tourismuszone gewehrt. Diese Zone lässt nur noch eine beschränkte Umnutzung von gewissen Hotels an exponierter Lage – darunter das «National» – zu. Und vor kurzen Griff Erculiani nun in den Medien den Verwaltungsratspräsidenten von Luzern Tourismus, Adalbert Bütler an. Dieser war jahrelang «Bucherer»-Chef und sitzt dort noch im Verwaltungsrat. Erculianis Vorwurf: Die Tourismusorganisation, allen voran Bütler, mache gemeinsame Sache mit der Uhrenindustrie beim Schwanenplatz, was den Massentourismus fördere, aber zu Dumpingpreisen bei den Hotels führe.

Gegenseitige Befruchtung

Andere Hoteliers teilen diese Einschätzung allerdings nicht. Urs Wagenseil, Tourismusexperte und Leiter des Kompetenzzentrums Tourismus an der Luzerner Hochschule, gibt Erculiani teilweise recht: «Der volkswirtschaftliche Nutzen der Tagestouristen ist suboptimal. Diese geben ihr Geld in einem engeren Segment aus», nämlich vor allem für Souvenirs wie Uhren und für Essen.» Doch allgemein sei deren Nutzen nicht zu unterschätzen: Jeder Cartourist, der gute Eindrücke in sein Heimatland zurückbringe, sei ein potenzieller Wiederkehrer als Individualtourist.

<em><span style="display: none;">&nbsp;</span>Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung oder als Abonnent/in kostenlos im E-Paper</em>.