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TOURISMUS: «Ni hao!» Geschäfte setzen auf Mandarin

Die Übernachtungszahlen chinesischer Gäste sind jüngst zwar leicht gesunken. Doch die Gäste aus Fernost werden weiter umworben – unter anderem mit Charme: Sie werden nun vermehrt in ihrer eigenen Landessprache angesprochen.
Urs-Ueli Schorno
Van Krummenacher-Tran arbeitet in der «Chocolat World» von Bachmann, stammt ursprünglich aus Vietnam und spricht Mandarin. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Februar 2017))

Van Krummenacher-Tran arbeitet in der «Chocolat World» von Bachmann, stammt ursprünglich aus Vietnam und spricht Mandarin. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Februar 2017))

Die sonst gute Bilanz in der Luzerner Hotellerie im vergangenen Jahr trüben 10 Prozent weniger chinesische Gäste. Im Tourismusort Engelberg waren es gar rund einen Viertel weniger Übernachtungen. Auch die Uhren­geschäfte spüren den Rückgang der Besucher aus Fernost. Doch Schweiz Tourismus zeigt sich optimistisch und erwartet wieder ­einen Aufschwung chinesischer Gäste – allerdings nicht mehr ­einen ganz so rasanten wie in den vergangenen Jahren. Tendenziell sollen mehr Individualgäste und Kleingruppen aus China in die Schweiz reisen, wird prognostiziert. So bleibt China ein interessanter Markt für den Zentralschweizer Tourismus. Einer, der auch eine besondere Herausforderung beinhaltet: «Die Sprachbarriere ist bei chinesischen Gästen hoch. Die Englischkenntnisse sind nicht so ausgeprägt wie etwa in Indien», sagt Frédéric Füssenich, Tourismusdirektor Engelbergs, wo man reichlich Erfahrungen mit Gästen beider Bevölkerungsgruppen hat.

Mandarin ist deshalb auf den Informationstafeln auf dem Titlis neben Englisch Standard. Überdies soll hier ein chinesischer Skilehrer erste Ski-Erlebnisse positiv gestalten – im Zuge der olympischen Spiele 2022 in Peking wird in China ein wahrer Skiboom erwartet. «Davon würden wir natürlich gerne auch in Engelberg profitieren», so ­Füssenich, der kürzlich zum ­ersten Mal in China auf einer ­Skimesse ­seinen «Mountain of Angels» vertrat.

Migros hat einen Pilotversuch gestartet

Die chinesische Landessprache Mandarin ist auf dem Titlis also bereits gang und gäbe. Nun hält sie auch in der Stadt Luzern vermehrt Einzug, nachdem sie bisher in einigen Souvenirshops und Uhrengeschäften verstanden wird. So startete die Migros Genossenschaft Luzern einen Pilotversuch bei der Filiale Schweizerhof. «Mitarbeitende dieser Filiale werden speziell im Umgang mit asiatischen Kunden geschult», führt Marisa Michlig, Sprecherin der Migros Genossenschaft Luzern aus. Seit November 2016 sind auch Informationstafeln in Deutsch, Mandarin und Englisch angebracht. Auch Take-away und Kassen sind ent­sprechend gekennzeichnet. Die Filiale für den Versuch ist nicht zufällig gewählt: «Der Migros-Standort Schweizerhof Luzern liegt mitten im touristischen Zentrum der Stadt Luzern und zieht viele Touristen und ­Reisegruppen an, auch aus China. Sie erledigen ihre Einkäufe im Supermarkt oder verpflegen sich im Take-away», so Michlig. Fortan soll ihnen mit einem freund­lichen «Ni hao!» auch ein guter Tag gewünscht werden. Ob weitere Filia­len folgen werden, lässt die Migros derzeit noch offen.

Auch die Bäckerei Bachmann vergrössert gerade ihre Chinakompetenz. «Das Thema ist bei uns sehr aktuell», sagt Mitinhaber Matthias Bachmann. Bei Bachmann frequentieren Touristen aus China insbesondere die «Chocolat World» am Schwanenplatz regelmässig. «Wir beschäftigen dort auch Mitarbeiterinnen, die Mandarin sprechen.» Weitere Mitarbeiterinnen werden zurzeit in internen Kursen geschult. «Wir haben sehr positive Rückmeldungen von unseren asiatischen Gästen, und die Schulungen helfen stark bei der Kommunikation mit den Kunden.» Geht es um kompliziertere sprachliche Herausforderungen, etwa Abläufe im Restaurationsbetrieb oder das Bezahlen per Kreditkarte, stehen den Mitarbeitern zusätzlich auf Mandarin verfasste Infoblätter zur Verfügung. Auch bei Bachmann wird chinesisch vorerst in einer Filiale forciert. «In den anderen Filialen hat Englisch als Fremdsprache weiterhin Priorität.»

Bei der Stadt Luzern gilt Chinesisch besonders für das Dreieck Kapellbrücke–Schwanenplatz–Löwendenkmal als wichtig. Entsprechend sind dort einzelne Sehenswürdigkeiten, Bänke oder WCs auf Mandarin beschriftet.

Urs-Ueli Schorno

ursueli.schorno@luzernerzeitung.ch

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