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TOURISMUS: Übernachten in der Stadt Luzern wird immer günstiger

Die Preise der Hotelzimmer in Luzern sinken auffällig. Der Preissturz bereitet den Experten Sorgen.
Yasmin Kunz

Die Touristen freuts: Die Zimmerpreise in den Luzerner Hotels sind erneut gesunken. Während ein Zimmer im Schnitt pro Nacht im März 2015 noch rund 140 Franken kostete, zahlte man dieses Jahr im gleichen Monat rund 20 Franken weniger für eine Übernachtung. Das entspricht einer Reduktion von 15 Prozent. Im Juni 2014 kostete ein Zimmer im Schnitt noch 218 Franken. Ein Jahr später sank der Preis um 17,6 Prozent auf 179 Franken (wir berichteten). Die neusten Zahlen gehen aus einem gestern veröffentlichten Preisbarometer hervor, das vom internationalen Buchungsportal Hotel.de mit Sitz in Nürnberg regelmässig erstellt wird. Die Berechnungen werden auf Basis aller durchschnittlichen Buchungen mit dem Abreisedatum im März über die Portale Hotel.de und Hotel.info gemacht. Gemäss Hotelpreisbarometer sind die Preise auch in den anderen Schweizer Städten gesunken (siehe Tabelle).

Der Vizepräsident des Luzerner Hotelierverbandes Arno Affolter, der das Hotel Wilden Mann in Luzern führt, musste die Zimmerpreise im besagten Zeitraum ebenfalls senken. Er sagt, dass die Auslastung im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent gesunken ist. Doch auch reduzierte Preise hätten nicht mehr Touristen gebracht. Die fehlende Auslastung schlägt sich auf die Umsatzzahlen nieder: Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres ist Affolters durchschnittlicher Zimmerpreis heuer um 8 Prozent zurückgegangen. Er kennt auch einige Gründe für die ausbleibenden Buchungen: «Zum einen fanden heuer keine Grossanlässe statt, zum anderen spielt auch der starke Franken eine Rolle.» Gemäss Affolter würde die Nachfrage jetzt aber wieder steigen.

Perren: «Massive Reduktion»

Der Luzerner Tourismusdirektor Marcel Perren ist erstaunt über die erneute Preissenkung. Er sagt: «15 Prozent sind eine massive Reduktion.» Perren stellt allerdings klar, dass der Monat März nicht zur Hochsaison gehöre und deshalb zum Zeitpunkt der Erhebung weniger Touristen in Luzerner Hotels übernachten. Zudem erklärt Perren, dass Luzern im Gegensatz zu Städten wie Basel, Zürich und Bern weniger Geschäftstourismus habe. In der Stadt Luzern seien rund 75 Prozent Freizeittouristen. In den anderen Schweizer Städten sei es genau umgekehrt. Dennoch: Perren begrüsst die Preissenkung nicht: «Mir wäre es lieber, wenn die Übernachtungspreise in den Luzerner Hotels höher angesetzt würden.» Grund: Die Senkung von Preisen habe eine Spiralwirkung. Würde ein Hotel die Preise tiefer ansetzen, müssten andere folgen. Die Preise während der Hochsaison dann wieder anzuheben, sei schwierig, erklärt Perren.

Urs Wagenseil, Tourismusexperte und Dozent an der Hochschule Luzern HSLU, pflichtet Perren aus denselben Gründen bei. Die Hoteliers würden sich in einem Dilemma befinden: Sollen sie die Preise senken und damit mehr Gäste anlocken? Oder halten sie an den hohen Preisen fest und riskieren so mehr leere Zimmer? Wagenseil ist sicher, dass die Preise unter anderem auch wegen des starken Frankens gesenkt wurden.

Tieferer Preis, bessere Bewertung?

Weiter stellt Wagenseil fest, dass mit der Preissenkung die lokale Wertschöpfung sinke. Er sagt aber auch: «Kostet die Übernachtung weniger, geben etliche Touristen das Geld vielleicht anderswo in der Stadt Luzern aus; häufig hat man ja ein gewisses Ferienbudget.» Bezüglich Preis gelte es zu relativieren; die Preissenkung zum Vorjahr erkennen die Gäste nicht. Sie bewerten immer das aktuelle Preis-Leistungs-Verhältnis. Tiefere Preise könnten demnach zu besseren Bewertungen auf den Internetportalen führen, «und das stimuliert dann wieder etwas die Nachfrage für das betreffende Hotel», so Urs Wagenseil.

Yasmin Kunz

Ein Hotelzimmer in der Stadt Luzern (Symbolbild). (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Ein Hotelzimmer in der Stadt Luzern (Symbolbild). (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

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