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Oberster Luzerner Detaillist: «Warum sollten wir über etwas Illegales verhandeln?»

Der Luzerner Detaillistenverband boykottierte den Workshop zur Tourismuszone in der Stadt. Präsident Heinz Bossert sagt weshalb – und er erklärt, warum für ihn nur eine kantonale Lösung Sinn macht.
Interview: Roman Hodel
Blick in die Weggisgasse – eine der Haupteinkaufsstrassen in der Stadt Luzern. (Bild: Nadia Schärli (22. Oktober 2018))

Blick in die Weggisgasse – eine der Haupteinkaufsstrassen in der Stadt Luzern. (Bild: Nadia Schärli (22. Oktober 2018))

Samstags bis 17 statt bis 16 Uhr und im Gegenzug nur noch einen Abendverkauf statt deren zwei unter der Woche: Das ist der Vorschlag des Luzerner Detaillistenverbandes und der Gewerkschaften für eine moderate Anpassung der Ladenöffnungszeiten im ganzen Luzern – und quasi die Antwort auf die von der Stadt geplante Tourismuszone (wir berichteten). Wir sprachen mit Heinz Bossert, Präsident des Luzerner Detaillistenverbands.

Heinz Bossert, Präsident des Luzerner Detaillistenverbands. (Bild: PD)

Heinz Bossert, Präsident des Luzerner Detaillistenverbands. (Bild: PD)

Heinz Bossert, kommt der Vorschlag Ihres Verbandes durch, wären die Läden pro Woche künftig 1,5 Stunden weniger lang offen als bisher – das wäre also keine Ausdehnung, sondern eine Kürzung.

Es ist ein Kompromiss. Der längere Samstag entspricht einem Bedürfnis vieler unserer Mitglieder. Es handelt es sich um den umsatzstärksten Tag der Woche. Dafür soll ein Abendverkauf weg.

Man könnte die Kürzung für eine moderate Ausdehnung einsetzen: Montags bis mittwochs auf 19 Uhr und donnerstags/freitags bis 20 Uhr.

Das ist allenfalls ein Thema für den Runden Tisch mit dem Regierungsrat. Vergessen Sie aber nicht: Längere Öffnungszeiten bedeuten nicht mehr Umsatz, sondern bloss eine Verlagerung. Und Abendverkäufe laufen schon länger nicht mehr so gut.

Da würden Ihnen Einkaufszentren vermutlich widersprechen, die von der Regelung mit nur einem Abend­verkauf auch betroffen wären.

Nur vertreten wir nicht die Einkaufszentren, sondern Hunderte von familiengeführten Klein- und Mittelbetrieben.

Aber diese können ja selber entscheiden, ob sie offen haben wollen oder nicht?

Das höre ich seit Jahrzehnten, «man muss ja nicht». Man muss es sich leisten können, länger offen zu haben. Es geht um gleich lange Spiesse für alle Läden, deshalb sind wir entschieden gegen die vom Stadtrat geplante Tourismuszone in Luzern. Diese würde den Wettbewerb verzerren.

Warum?

Weil nur jene Geschäfte davon profitierten, die innerhalb der Zone liegen. Kommt dazu, dass die Zone auch die Mietpreise für Ladenlokale in die Höhe treiben würde. Und wer kontrolliert, welche Geschäfte genug Umsatz mit Touristen machen, damit sie länger offen haben dürfen? Unter den Befürwortern sind interessanterweise einige, die sonst für weniger Regelwerke einstehen – diese Zone würde aber im Gegenteil mehr Regelwerke schaffen.

Das sind Dinge, die Sie den Befürwortern am Workshop vom Dienstag hätten sagen können. Weshalb hat Ihr Verband diesen boykottiert?

Warum sollen wir mit jemandem in Verhandlungen steigen, der etwas Illegales plant?

Was meinen Sie mit «illegal»?

Mit der Tourismuszone würde der Stadtrat das Ruhetags- und Ladenschlussgesetz umgehen. Zumal die Basis ein Rechtsgutachten eines Theoretikers bildet, zurechtgebogen auf die Bedürfnisse gewisser Branchen und Läden. Wir werden rechtlich gegen die geplante Zone vorgehen, sollte es nicht zu einer kantonalen Kompromisslösung kommen.

Die Zone soll dem Umstand Rechnung tragen, dass die Touristenstadt Luzern andere Bedürfnisse hat als etwa Schötz. FDP-Kantonsrat Maurus Zeier schlägt sogar vor, dass die Gemeinden selber über ihre Ladenöffnungszeiten entscheiden sollen. Was halten Sie davon?

Nichts. Es würde ebenfalls den Wettbewerb verzerren. Und kundenfreundlich wäre es auch nicht, weil in jeder Gemeinde wieder andere Öffnungszeiten gelten würden. Gerne diskutiere ich mit Herrn Zeier die Vorzüge einer kantonalen Lösung.

Wie soll es nun weitergehen?

Wir haben den Regierungsrat angeschrieben betreffend eines weiteren Runden Tisches. Denn auch wir möchten eine baldige Lösung, die der gesellschaftspolitischen Veränderung Rechnung trägt und die für alle verträglich ist. Letztlich geht es um ein faires Gesetz für alle – und nicht nur für Touristen und Warenhäuser.

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