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TOURISTEN: Car-Regime: Am Löwenplatz bleibts eng

5 Minuten dürfen Cars am Löwenplatz anhalten. Das ist extrem knapp kalkuliert. Inzwischen drücken die Lotsen auch mal ein Auge zu – und die Stadt verspricht einen neuen Warteraum für die Touristen.
Robert Knobel
Eine Reisegruppe am Löwenplatz auf dem Weg zu ihrem Car. Überwacht wird das Ganze von einem Verkehrslotsen. (Bild Corinne Glanzmann)

Eine Reisegruppe am Löwenplatz auf dem Weg zu ihrem Car. Überwacht wird das Ganze von einem Verkehrslotsen. (Bild Corinne Glanzmann)

Seit zehn Wochen gilt in der Innenstadt das neue Car-Regime. Touristencars dürfen auf dem Schwanenplatz zwischen 17 und 20 Uhr nur noch anhalten, um die Fahrgäste aussteigen zu lassen. Nach erfolgter Shoppingtour müssen die Touristen zum Löwenplatz laufen, um dort wieder in ihren Car einzusteigen. Mit dieser Massnahme will die Stadt zu den Stosszeiten für einen flüssigeren Verkehr rund um den Schwanenplatz sorgen. Aktuelle Zählungen gibt es zwar nicht, gemäss Berechnungen sind es aber täglich bis zu 70 Cars, die am Schwanenplatz wegfallen. «Die Reduktion der Cars ab 17 Uhr ist am Schwanenplatz mit blossem Auge sichtbar», sagt Pierre Rügländer, Präsident des Quartiervereins Altstadt. Auch Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen bei der Stadt Luzern, zieht für den Schwanenplatz eine positive Zwischenbilanz. «Es ist eine sichtbare Entspannung der vorabendlichen Spitzenbelastungen eingetreten.»

Keine Zeit für Altstadt-Shopping

Vor der Einführung des neuen Car-Regimes wurden zudem Hoffnungen laut, die Altstadt-Geschäfte würden zusätzlich profitieren, da die Touristen auf ihrem Fussweg zum Löwenplatz die Hertensteinstrasse entlanggehen. Laut Pierre Rügländer benutzen aber längst nicht alle Touristengruppen diese Route. Viele gelangen auch via Schweizerhofquai zum Löwenplatz. Man müsse sich ohnehin keine allzu grossen Hoffnungen machen: «Die Touristen, die in Gruppen mit Reiseleiter unterwegs sind, haben meist gar keine Zeit, um in den Geschäften Halt zu machen», sagt Rügländer.

So rund es am Schwanenplatz läuft – am Löwenplatz ist die Situation deutlich komplizierter. Dies allein schon deswegen, weil dort die Zahl der Cars im gleichen Umfang zugenommen hat, wie sie am Schwanenplatz abgenommen hat. Die Koordination zwischen den Carchauffeuren und ihren Reisegruppen gestaltet sich schwierig. Sobald die Gruppe am Schwanenplatz fertig eingekauft hat, fährt der Car von seinem Parkplatz am Inseli, am Lido, am Kasernenplatz oder am Alpenquai los. Am Löwenplatz angekommen, hat er gerade mal fünf Minuten Zeit, um seine Gruppe aufzuladen. Danach muss er den Platz wieder freigeben. In der Praxis funktioniert das oft nicht. Es kommt vor, dass eine Gruppe für den Fussmarsch länger braucht als geplant. Dann wartet der Car am Löwenplatz vergebens und muss schlimmstenfalls unverrichteter Dinge wieder abfahren. Oft muss der Chauffeur auch auf einige Nachzügler warten. Dann bleibt ihm nichts anderes übrig, als mit einem Teil der Gruppe wegzufahren, um später den Rest abzuholen. Reiseleiter haben sich denn auch bereits in der Vergangenheit in unserer Zeitung beklagt, die fünf Minuten Parkdauer seien viel zu knapp.

Viele Chauffeure haben zudem keine Lust auf eine Ehrenrunde mitten in der Hauptverkehrszeit. So konnten immer wieder Cars beobachtet werden, die an der Bushaltestelle Löwenplatz warteten, um wenig später wieder auf den Car-Parkplatz zurückzufahren. Das Problem hat man auch bei der Stadt bemerkt. Bemühten sich die Lotsen am Löwenplatz am Anfang noch, die 5-Minuten-Regel konsequent durchzusetzen, tönt es inzwischen etwas milder. «Die Verkehrsdienstleistenden entscheiden situativ, ob aufgrund der Platzbelegung etwas länger gewartet werden kann», sagt Mario Lütolf.

Der Löwenplatz muss nicht nur mehr Cars schlucken, es sind durch das neue Car-Regime auch deutlich mehr Fussgänger unterwegs. Doch die engen Trottoirs am Löwenplatz sind für solche Massen nicht ausgelegt. Auch auf dem Carparkplatz selber sind manchmal derart viele Gruppen gleichzeitig versammelt, dass Touristen teils mitten auf der Strasse warten. Kommt hinzu, dass etliche Touristen einfach beim Löwen-Center über die Strasse laufen, statt den Fussgängerstreifen zu benützen. Die Stadt prüft deshalb einen neuen Fussgängerstreifen dort, wo die Hertensteinstrasse in die Alpenstrasse mündet. Gemäss Mario Lütolf kann diese Massnahme aber frühestens im nächsten Jahr umgesetzt werden – zurzeit sei man noch am Planen.

Platz für Touristen statt Velos

Auch für die wartenden Touristen am Löwenplatz soll es Verbesserungen geben. Konkret prüft die Stadt einen überdachten Warteraum beim WC-Häuschen am Löwenplatz. Dafür müssten allerdings die dortigen Veloparkplätze weichen. Als Kompensationsmassnahme für die gedeckten Veloparkplätze sollen einige umliegende Veloparkplätze neu überdacht werden – so etwa in der Frieden-, Wey- und Hofstrasse. Wann diese Massnahme umgesetzt wird, ist ebenfalls noch unklar.

Robert Knobel

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