Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

TOURISTEN-CARS: Berner Terminalbetreiber mahnt: «Fünf Anhalteplätze – das ist Alibi-Politik»

Die Stadt Bern ist beim Thema Car-Parkplätze schon einen Schritt weiter als Luzern. Der Betreiber des dortigen Car-Terminals warnt Luzern vor unüberlegten Schritten.
Hugo Bischof
Beim Luzerner Inseli stehen Cars aus Osteuropa bereit. Viele Reisende besuchen dort ihre Familien. (Bild Nadia Schärli)

Beim Luzerner Inseli stehen Cars aus Osteuropa bereit. Viele Reisende besuchen dort ihre Familien. (Bild Nadia Schärli)

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

Das Ja zur Inseli-Initiative bedeutet das Ende der heutigen 32 Car-Parkplätze beim Luzerner Inseli. Ab 2019 sollen diese aufgehoben werden, sagte die Luzerner Stadträtin und Baudirektorin Manuela Jost nach Bekanntwerden des Abstimmungs- ergebnisses am Sonntag.

Wo die wegfallenden CarParkplätze kompensiert werden sollen, bleibt aber unklar. Die Frage ist dabei längst nicht nur für den Tourismus entscheidend, sondern auch für all jene Car-­Firmen, die Vereinsfahrten, Ausflüge oder regelmässige Fernbus-Verbindungen ab dem Inseli anbieten. Eine Arbeitsgruppe von Stadt und Kanton evaluiert zurzeit mögliche Standorte für einen neuen Fernbus-Terminal.

2 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt

Wie machen es andere Städte? In Bern gibt es das Car-Terminal Neufeld, rund 2 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, beim Autobahnanschluss Bern-Neufeld. Die Bushaltestelle «P + R Neufeld» ist über einen Fussweg in wenigen Minuten erreichbar. Der Terminal dient primär als Ausgangs- und Endpunkt für Gruppenreisen und internationale Buslinien von und nach Bern. Die Benutzung ist kostenpflichtig. Betrieben wird der Terminal vom Schweizerischen Nutzfahrzeugverband (Astag) und dem Car-Verband Bern-Solothurn. «Die Lage ist ideal, von hier ist man per ÖV in weniger als zehn Minuten in der Innenstadt», sagt Stefan Huwyler, Leiter Personentransport bei der Astag und zuständig für den Betrieb des Car-Terminals Neufeld. Der Car-Terminal Neufeld bietet Platz für insgesamt etwa 20 Cars. «Aber nur 3 bis 4 Cars sind jeweils Dauerparkierer bis 48 Stunden. Die anderen laden ihre Gäste ein oder aus und fahren dann unmittelbar wieder weg», so Stefan Huwyler.

Einen Nachteil hat der Standort Neufeld: Er ist optisch alles andere als schön anzusehen. Deswegen und weil der Terminal auf drei verschiedenen Ebenen angelegt ist, was das Parkieren erschwert, wird er von vielen als «Schandfleck» bezeichnet. «Das ist tatsächlich ein Problem», sagt Huwyler. «Wir stellen fest, dass einige Busbetreiber das Neufeld meiden und ihre Gäste wild ein- und aussteigen lassen.» So wie es sich heute präsentiere, sei das Neufeld «eine schlechte Visitenkarte für die Stadt Bern».

Der Car-Terminal Neufeld ist nur eine provisorische Lösung. Um eine definitive Lösung wird auch in Bern seit Jahren gerungen. Ein Projekt liegt vor, politische Entscheide sind aber noch nicht gefallen. Ein moderner Terminal soll durch die Stadt Bern respektive allfällige Investoren erstellt werden.

3 Millionen für neuen Fernbus-Terminal

Zurück nach Luzern: Spätestens 2019, wenn mit dem Abbau der Inseli-Parkplätze gestartet wird, muss ein Ersatzstandort vor­liegen. Im Agglomerationsprogramm Luzern sind die Kosten für einen Fernbus-Terminal auf 3 Millionen Franken veranschlagt. Zeithorizont für die Realisierung: bis 2022, also viel zu spät, um als Ersatz für die Inseli-Parkplätze zu dienen. Wo ein solcher FernbusTerminal zu stehen käme, ist derzeit noch offen. «Der Start der Planung erfolgt jetzt, nach Vorliegen des kantonalen Budgets», sagt Beat Hofstetter, Abteilungsleiter Planung Strassen der kantonalen Dienststelle Verkehr und Infrastruktur (vif).

Neben dem Fernbus-Projekt hat die Stadt Luzern ihrerseits noch ein eigenes Carparkierungs-Konzept am Laufen. Dieses sucht ebenfalls nach Antworten für neue Parkplatz-Standorte sowohl für Fernbusse und einheimische Cars als auch für die klassischen Touristen-Cars. Ob sich zwischen dem städtischen Car-Konzept und dem kantonalen Fernbus-Projekt Synergien ergeben, werde sich zeigen, hält der Regierungsrat in seiner Antwort auf ein Postulat von SP-Kantonsrat Marcel Budmiger fest. Mit anderen Worten: Eine Lösung für die wegfallenden Carparkplätze in der Stadt liegt nach wie vor in weiter Ferne.

Luzerner Seeufer: Nur anhalten statt parkieren

Die Suche nach einem Langzeit-Ersatzparkplatz für Cars (Aufenthalt bis 48 Stunden) ist allerdings nur das eine. Kurzfristig noch dringender ist der Erhalt von Kurz-Anhalteplätzen im Bereich Bahnhof/KKL/Schiff-Anlegebrücken. Dafür stellte der Stadtrat vor der Inseli-Abstimmung eine Lösung in Aussicht: Drei bestehende Inseli-Parkplätze könnten um ein paar Meter an den Rand des Inseli­quais verschoben werden. Weitere zwei Anhalteplätze gäbe es demnach vor dem Café Luz bei der SGV-Landungsbrücke.

Reicht das? «Ganz sicher nicht; fünf Car-Anhaltestellen – das ist Alibi-Politik», sagt dazu Stefan Huwyler. «Luzern ist in der Schweiz ein Hotspot für den Incoming-Tourismus aus Asien und Nordamerika, vergleichbar mit Interlaken. Deshalb braucht es zwingend einen Ein- und Ausladeplatz für Reisebusse an zentraler Stelle.» Huwyler verweist auf eines der Hauptprobleme: «Wenn man grössere chinesische Reisegruppen in den öffentlichen Verkehr umplatzieren muss, gibt das grosse logistische Probleme. Da werden sich viele Car-Unternehmen mit asiatischen Gästen überlegen, ob sie Luzern weiterhin anfahren wollen – mit entsprechenden Auswirkungen auf Hotellerie, Gastronomie, Bijouterie, Uhrenindustrie.»

Wie löst Bern dieses Problem? «Bern hat nicht so viele Incoming-Touristen aus dem Ausland wie Luzern», sagt dazu ­Huwyler.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.