Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Touristen suchen die Museggmauer und werden in die Irre geführt

Wer sich über Google Maps von der Altstadt zur Luzerner Stadtmauer navigieren lässt, landet beim Wachtturm. Dort geht der Weg aber nicht weiter. Nach Reaktionen von Anwohnern will die Stadt nun besser beschildern.
Gina Bachmann, Sandra Peter
Auf diesem Privatweg beim Wachtturm müssen Touristen Kehrt machen. (Bild: Pius Amrein, 26. Juli 2019)

Auf diesem Privatweg beim Wachtturm müssen Touristen Kehrt machen. (Bild: Pius Amrein, 26. Juli 2019)

Dutzende pro Tag sind es, die den Anweisungen ihrer Smartphones folgend, die Museggmauer suchen. Bei Google Maps ist die Landmarke der Luzerner Stadtmauer beim Wachtturm platziert. Doch ausgerechnet dort hat die Mauer weder einen Durchgang noch einen Aufstieg. Suchen Touristen von der Altstadt aus den Eingang, endet ihre Route deshalb ungewollt vor der hohen Mauer, am Ende des Privatwegs Auf Musegg.

Dieses Schild übersehen Touristen meist. (Bild: Pius Amrein, 26. Juli 2019)

Dieses Schild übersehen Touristen meist. (Bild: Pius Amrein, 26. Juli 2019)

Bei der Kreuzung dieses Weges mit der Museggstrasse wohnt Trudi Scharpf. Täglich beobachtet sie, wie die Touristen wegen der falschen Wegführung in den langen Privatweg einbiegen und anschliessend wieder Kehrt machen müssen. «Sie kommen vom Mühlenplatz oder von der Mariahilfgasse her», sagt Scharpf.

«Google Maps leitet sie dann aber nicht zum Schirmerturm, wo es einen Durchgang gäbe, sondern zum Wachtturm».

Die in die Irre geführten Besucher täten ihr leid. Schon vor einem Jahr habe ihr Ehemann das Problem bei Luzern Tourismus gemeldet.

Google reagiert nicht auf Anfragen aus Luzern

Laut der Mediensprecherin von Luzern Tourismus, Sibylle Gerardi, gingen insgesamt zwei Hinweise von Anwohnern ein. Daraufhin habe Luzern Tourismus eine Meldung an das Geoportal Mapplus gemacht. Sibylle Gerardi sagt, das Portal habe diese dann an Google weitergeleitet, doch seither sei die Anfrage dort hängig.

Blick auf den Wachtturm. (Bild:

Blick auf den Wachtturm. (Bild:

Auch dem Verein für die Erhaltung der Museggmauer haben Anwohner das Problem schon gemeldet. Auf dessen Website ist zur Wegbeschreibung ein Kartenausschnitt von Google abgebildet, doch auch dort ist die rote Landmarke beim Wachtturm platziert. Der Verein hat ebenfalls versucht, Google auf die falsche Wegführung aufmerksam zu machen – bisher jedoch ohne Erfolg.

Eine Antwort per E-Mail erhielt jedoch unsere Zeitung, wenn auch eine sehr generelle. Nutzer könnten Hinweise auf Fehler durch einen «Feedback-Button» melden. Auf die Frage, wie lange es dauert, bis entsprechende Anpassungen gemacht werden, antwortete der Konzern nicht.

Der Verein Museggmauer will das Problem nun anders lösen: «Wir planen einen genaueren Wegbeschrieb aufzuschalten», sagt Vorstandsmitglied Sereina Schmidt.

«Als Verein können wir auf öffentlichem Grund aber keine Schilder aufstellen, das ist Sache der Stadt.»

Neue Beschilderung braucht Bewilligung

Den städtischen Behörden ist das Problem bekannt, wie Martin Urwyler, Projektleiter Mobilität der Stadt Luzern, sagt. Eine zusätzliche, gut sichtbare Stele ist deshalb im Bereich der Kreuzung Museggstrasse/Auf Musegg bereits in Auftrag gegeben worden. Dazu brauche es jedoch ein Bewilligungsverfahren und es seien diverse Abklärungen betreffend Städtebau, Denkmalschutz und Unterhalt notwendig. Urwyler schätzt, dass die Stele frühestens im September dieses Jahres eingesetzt werden kann.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.