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Chefredaktor der «htr Hotel Revue»: «Zentralschweizer Touristiker haben noch Mut und wagen mal etwas»

In Bern wird am 13. November der prestigeträchtigste Schweizer Tourismuspreis Milestone verliehen. Zentralschweizer Projekte wurden in den vergangenen Jahren auffallend oft nominiert und ausgezeichnet. Ein Zufall oder steckt mehr dahinter?
Dominik Buholzer
Die Stanserhorn-Bahn wurde bereits zwei Mal mit dem Milestone ausgezeichnet, was nur selten vorkommt. 2008 erhielt sie den Award für die neu eingeführten Ranger (im Bild einer der Ersten) ... (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 5. August 2008))

Die Stanserhorn-Bahn wurde bereits zwei Mal mit dem Milestone ausgezeichnet, was nur selten vorkommt. 2008 erhielt sie den Award für die neu eingeführten Ranger (im Bild einer der Ersten) ... (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 5. August 2008))

Gery Nievergelt muss in diesen Tagen ganz besonders aufpassen, was er sagt. Der 62-jährige Zürcher ist Chefredaktor der «htr Hotel Revue», der Zeitung der Schweizer Hoteliers, und in dieser Position auch zuständig für den Milestone, den grössten und bedeutendsten Tourismuspreis in der Schweiz, der nachhaltige Innovationen auszeichnet. Zu den Trägern gehört neben der «Hotel Revue» auch der Branchenverband Hotelleriesuisse. Unterstützt wird der Milestone im Rahmen des Innotour-Förderprogramms des Staatssekretariats für Wirtschaft Seco auch vom Bund.

Die Jury hat ihre Entscheide unlängst getroffen und auch Gery Nievergelt ins Bild gesetzt. So sieht es das Prozedere vor. Jetzt aber muss bis zum 13. November geschwiegen werden, dann werden im Berner Kursaal zum 18. Mal die Gewinner bekannt gegeben. Nur so viel lässt Nievergelt sich entlocken: «Die diesjährige Ausgabe wird zu reden geben.»

Region mit ausgeprägtem Qualitätsbewusstsein

Die Zentralschweiz hatte in den vergangenen Jahren in Bern schon fast ein Heimspiel. Wie kaum eine andere Ferienregion in der Schweiz heimste sie Nominierungen und Preise ein. Im vergangenen Jahr kamen die Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee mit ihrer MC Diamant, das Label «ächt Schwyz», sowie die Engelberger Buiräbähnli-Safari in die engere Wahl und in der Kategorie Nachwuchs Martina Stadler, Geschäftsführerin von Uri Tourismus AG.

... und 2012 erhielt die Stanserhorn-Bahn den Preis für die Cabrio-Bahn. (Bild: Pius Amrein (Stans, 27. Juli 2018))

... und 2012 erhielt die Stanserhorn-Bahn den Preis für die Cabrio-Bahn. (Bild: Pius Amrein (Stans, 27. Juli 2018))

Ähnlich lang war die Liste im Jahr davor. Und auch 2015, nur wurde da der Swiss Holiday Park in Morschach noch mit dem Umweltpreis ausgezeichnet. 2014 ging der Hauptpreis ans Hotel Schweizerhof in Luzern mit seinem neuartigen Zimmerkonzept, zwei Jahre davor kam die Cabrio-Bahn aufs Stanserhorn zu Ehren.

«All die Touristen kommen nicht einfach zu uns in die Schweiz, weil es bei uns Berge hat. Nein, sondern weil wir auch ein gutes Produkt verkaufen können.»

Nievergelt verwundert dies nicht. Die Zentralschweiz sei eine klassische Tourismusregion mit einem ausgeprägten Qualitätsbewusstsein, das stärke die Innovationskraft, sagt er und betont: «Vor allem haben die Zentralschweizer Touristiker noch Mut, wagen mal was und sind auch stolz auf ihre Leistungen.» Genau dies zeichne diese Region aus und deswegen sei sie so erfolgreich.

Letzteres gilt laut Nievergelt für den Tourismus in der ganzen Schweiz. Die Branche sei seit dem Währungsschock, der durch die Aufhebung des Mindestkurses durch die Nationalbank 2015 ausgelöst worden sei, viel vitaler geworden. «In solchen Situationen zeigt es sich, ob Substanz vorhanden ist.» Und die gebe es in unserem Land definitiv.

Cabrio-Bahn als Leuchtturm-Projekt

Gar nicht mehr hören will Nievergelt die Klagen über die unfreundlichen Schweizer. «Hört endlich damit auf!», sagt er. Nur Schweizer würden dies noch behaupten. Bei ausländischen Gästen höre man diesbezüglich rein gar nichts. Er kenne keine internationale Studie oder Umfrage, wo die Schweiz in dieser Hinsicht schlecht abschneide. Wird Nievergelt jetzt nicht zu sehr zum Fürsprecher einer Branche, in dessen Auftrag er publizistisch tätig ist? Der ehemalige Redaktor der «Schweizer Illustrierten», Ressortleiter bei der «Sonntagszeitung» und langjähriger Dozent an der Schweizer Journalistenschule MAZ wehrt sich vehement.

Er wolle damit auf gar keinen Fall den Eindruck vermitteln, dass alles in Butter sei. Klar gebe es jene Betriebe, die in den vergangenen Jahren zu wenig investiert hätten. Und trotzdem: «All die Touristen kommen nicht einfach zu uns in die Schweiz, weil es bei uns Berge hat. Nein, sondern weil wir auch ein gutes Produkt verkaufen können.» Die letzte klassische nachhaltige Innovation im Schweizer Tourismus sei der Bau der Cabrio-Bahn aufs Stanserhorn vor sechs Jahren gewesen. Die Bahn habe damit neue Standards gesetzt – weltweit.

Geht die Zentralschweiz für einmal gar leer aus?

2012 wurde die Stanserhorn-Bahn auch mit dem Milestone ausgezeichnet. Vier Jahre davor konnte Bahndirektor Jürg Balsiger diese Auszeichnung bereits für das Projekt «Stanserhorn Ranger» entgegen nehmen. Diese bringen den Gästen die Natur und ihre Sehenswürdigkeiten näher. Die Stanserhorn-Bahn ist damit einer der wenigen touristischen Leistungsträger, die zwei Mal mit dem Milestone ausgezeichnet worden ist.

Heute sitzt Stanserhorn-Direktor Jürg Balsiger in der Jury des Milestone. Mit Jürg Stettler, Leiter des Instituts für Tourismuswirtschaft an der Hochschule Luzern, gehört ihr ein weiterer Zentralschweizer an. Und mit alt Bundesrätin Ruth Metzler-Arnold steht ihr zumindest eine gebürtige Willisauerin vor.

68 Projekte wurden dieses Jahr für den mit insgesamt 32 500 Franken dotierten Milestone eingereicht. In den Kategorien «Innovation» und «Nachwuchs» sind keine Zentralschweizer Nominativen zu finden. Doch in den Kategorien «Lebenswerk» sowie «Premiere», mit der die Jury neuartige und mutige Projekte auszeichnen will, steht dies noch nicht fest. Macht also dort die Zentralschweiz das Rennen? Gery Nievergelt lächelt und schweigt.

Hinweis: Weitere Informationen gibt es auf www.htr-milestone.ch

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