TRADITION: 60'000 sehen sich den Jodlerfest-Umzug an

Heisses Wetter, proppenvolles Luzern: Ungefähr so viele Menschen, wie in der Stadt wohnen, haben sich am Sonntagnachmittag den Umzug des Jodlerfests angesehen.

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Die Zentralfahne der Jodler beim Umzug. (Bild Keystone)

Die Zentralfahne der Jodler beim Umzug. (Bild Keystone)

20 Minuten kamen die Kühe zu spät, welche den Umzug eröffnen sollten. So mussten sich die 60'000 an den Strassenrändern wartende Zuschauer bis um 13.50 Uhr gedulden, bis es losging. Spontane Alphorn- und Jodeleinlagen halfen aber, die Wartezeit zu überbrücken. Als die Kühe endlich am Startpunkt beim Hotel Palace eintrafen, konnte der Umzug beginnen. 51 Startnummern meldeten sich an, um die 1.7 Kilometer lange Strecke bis zur Pilatusstrasse, Höhe Winkelriedstrasse zurückzulegen.

Auch Auslandschweizer jodelten
Deren Sujets reichten von traditionell bis modern. Also gab es gewohnte Trachten wie auch spektakuläre Masken zu begutachten. So verschieden wie das Outfit der Umzugsteilnehmenden waren auch deren Herkunftsländer. Daher freute sich Schweizerische Jodlergemeinde, Kollegen aus Australien, Neuseeland oder der Ukraine in Luzern begrüssen zu können.

Auch die Fasnacht kam beim Umzug nicht zu kurz: Die Zünfte Luzerns waren mit einem grossen «Best of JoDu Fäscht»-Nummer vertreten und zogen für einmal bei fasnachts-untypischen Temperaturen durch die Strassen. Das Publikum sorgte für eine ausgelassene Stimmung und begrüsste jede Teilnehmernummer mit Applaus. Besonders zu gefallen wussten die vereinzelten Alphorneinlagen oder gekonnte Fahnenwürfe.

Nachwuchs lief mit
Dass für den Nachwuchs in Jodlerkreisen gesorgt ist, haben schon einige musikalische Kostproben während den vergangen Tage bewiesen. Auch während des Umzuges setzten sich die Kleinen wieder gekonnt ins Bild und kündigten stets ihren Klub oder Verein durch das Tragen deren Nummer an.

Insgesamt rund drei Stunden dauerte es, bis die letzte Nummer das Ziel erreichte. Für viele Mitmarschierte war es strenger Weg. So zum Beispiel für Mitglieder der Artilleriemusik aus Solothurn. Deren dicke Militärmäntel waren nicht gerade an den hohen Temperaturen angepasst. Bequemer hatten es die Zuschauer: Entlang der Umzugsstrecke waren in der ersten Reihe Festbänke zum kostenlosen Sitzen aufgestellt worden. Für die Daheimgebliebenen hat das Schweizer Fernsehen den Anlass übertragen.

Martin Erdmann/scd