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TRANSPORT: Horw schafft Schulbus ab

Die Gemeinde will ihren alten Schulbus nicht mehr ersetzen. Für Kinder wird der Schulweg dadurch umständlicher. Doch der Entscheid hat noch weitere Konsequenzen.
Christian Glaus
Panorama auf Horwer Halbinsel vom Stanserhorn aus (Bild: Philipp Unterschütz)

Panorama auf Horwer Halbinsel vom Stanserhorn aus (Bild: Philipp Unterschütz)

Christian Glaus

christian.glaus@luzernerzeitung.ch

Der orange Schulbus der Gemeinde Horw hat bald ausgedient. Dies teilte die Gemeinde den betroffenen Eltern auf der Halbinsel mit. «Da sich die Lebensdauer des Busses dem Ende zuneigt, sind wir gezwungen, die Transporte mit dem aktuellen Schulbus einzustellen», heisst es in dem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt. Betroffen sind vor allem Kinder, die im Gebiet rund um Weinbauer Ottiger wohnen. «Künftig müssten sie – und zwar auch schon die Kindergärtler – bis zur Haltestelle Kastanienbaum laufen, wo sie den öffentlichen Bus nehmen können», sagt CVP-Einwohnerrat Ivan Studer, der eine Dringliche Motion zum Thema eingereicht hat. «Das ist nicht zumutbar. Die Folge ist, dass die Kinder künftig von ihren Eltern mit dem Auto zur Schule gefahren werden.»

Änderungen gibt es auch für die Sechstklässler, die in den Gebieten Stutz, Hasli, Langensand und Felmis wohnen. Bisher hat Horw die Kosten für das ÖV-Abo Passepartout zurückerstattet, wenn die Kinder mit dem Bus zum Schulhaus Mattli fuhren. Dies ändert ab dem nächsten Schuljahr, wie die Gemeinde schreibt. «Da in der fünften Primarklasse die Veloprüfung absolviert wird, ist es den Kindern zumutbar, mit dem Velo zur Schule zu fahren.» Auch in diesem Punkt ist Studer anderer Meinung: «Es gilt zu bedenken, dass Velofahren von Oktober bis März im Dunkeln und bei winterlichen Verhältnissen für Kinder gefährlich ist», schreibt er in seinem Vorstoss. «Das Risiko wird durch den fehlenden Velostreifen von Stutz her und die schlecht beleuchtete Mättiwilstrasse noch vergrössert.»

Motion für Beibehaltung des Schulbusses

Ivan Studer kann den Entscheid des Gemeinderats nicht nachvollziehen. «Dies geschieht nur aus Kostengründen, doch so gross ist der Spardruck in unserer Gemeinde nicht.» Zudem sei es falsch, beim Schülertransport zu sparen, wenn man als Gemeinde für Familien attraktiv sein wolle.

Mit der Motion verlangt Studer: «Wir fordern den Gemeinderat auf, einen Ersatz für den Schulbus zu suchen oder mit einem externen Anbieter eine adäquate Lösung anzubieten sowie die Rückerstattung des Busbilletts für den Schulweg bis und mit sechster Klasse weiterzuführen.» Erklärt der Einwohnerrat den Vorstoss für dringlich, wird er bereits am 29. Juni behandelt. Interessant in diesem Fall ist ein Entscheid des kantonalen Bildungsdepartements von 2004. Horw beabsichtigte damals, nur einen Teil der Kosten für das Passepartout-Abo, welches die Kinder für den Schulweg benötigten, zurückzuerstatten. Dagegen erhoben Eltern Beschwerde – mit Erfolg. Kinder, die mehr als 1,6 Kilometer vom Schulhaus Mattli entfernt wohnen, könnten nicht mit dem Velo zur Schule fahren, befand das Bildungsdepartement: «Der fragliche Schulweg erscheint für diese Kinder wegen der Gefährlichkeit einzelner Abschnitte nicht als zumutbar», heisst es im Entscheid. Horw wurde verpflichtet, allen Kindern ein Passepartout-Abo zu zahlen, wenn sie dieses für den Schulweg benötigen.

Transport zum Schwimmen könnte länger dauern

Die Abschaffung des gemeindeeigenen Schulbusses hat einen weiteren unschönen Neben­effekt: Der Bus wird heute auch eingesetzt, um die Kinder des Schulhauses Mattli für den Schwimmunterricht ins Schulhaus Spitz zu fahren. Wie dieser Transport künftig organisiert wird, ist offen. Studer geht davon aus, dass die Schüler den Linienbus benützen müssen. Dadurch würde der Transport länger dauern.

Laut Gemeindepräsident Ruedi Burkard ist die Abschaffung des Schulbusses keine Sparmassnahme. Der zehnjährige Bus habe 22 Plätze geboten. «Aufgrund der ansteigenden Schülerzahlen hätte ein Bus mit 31 Plätzen angeschafft werden müssen.» Ein solcher koste 100 000 Franken. Im Betrieb hätte es jedoch Probleme gegeben: «Der grössere Bus könnte nicht von Gemeindeangestellten gefahren werden und nur noch über die Seestrasse fahren.» Burkard betont, der Gemeinderat habe mehrere Alternativen geprüft und «sich aus verkehrstechnischer und personeller Sicht zur Abschaffung entschieden». Es wäre bedauerlich, wenn die Kinder künftig mit dem Auto zur Schule gefahren würden, sagt er. «Die Absolvierung des Schulwegs trägt massgebend zur Entwicklung des Kindes bei.»

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