Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Traumwetter beschert Zentralschweizer Skigebieten Rekordumsätze

Ob Andermatt, Titlis oder Sörenberg – in den grossen Skigebieten der Zentralschweiz herrschte über das Wochenende Grossandrang. Melchsee-Frutt verzeichnete sogar so viele Besucher wie noch nie.
Roman Hodel
Lange Warteschlangen wie hier am Sessellift Engstlenalp-Jochpass gab’s in vielen Skigebieten. (Bild: Roger Grütter, Engelberg 17. Februar 2019)

Lange Warteschlangen wie hier am Sessellift Engstlenalp-Jochpass gab’s in vielen Skigebieten. (Bild: Roger Grütter, Engelberg 17. Februar 2019)

Genial, hervorragend oder sensationell: Fragt man die Bergbahnen-Betreiber von grossen Zentralschweizer Skigebieten nach ihrer momentanen Befindlichkeit, sind derzeit nur solche Adjektive zu hören. Kein Wunder bei diesem Traumwetter. Das Hoch Dorit bescherte manchen sogar einen Rekord. «Wir zählten bei uns noch nie so viele Gäste an einem Wochenende», sagt Daniel Dommann, Geschäftsführer der Sportbahnen Melchsee-Frutt. Insgesamt rund 15 000 tummelten sich auf den zehn Pisten – 7000 am Sonntag und sogar 8000 am Samstag.

Trotzdem musste man laut Dommann die eiserne Parkplatzreserve in Kerns nicht anzapfen. Dafür war an der Talstation Stöckalp Geduld gefragt – zumindest für jene, die das Ticket nicht vorgängig online bezogen hatten. Die Wartezeiten dort betrugen maximal eine halbe Stunde. «Ich habe jedoch kein negatives Wort gehört», so Dommann. Weil es in der Nacht zudem nach wie vor auf unter null Grad abkühlt und die Luft trocken ist, bleibt die Schneedecke von aktuell 1,9 bis 3,2 Meter erhalten. Dommann: «Nur der unterste Teil der Talabfahrt war am Nachmittag jeweils etwas sulzig», so Dommann.

Höchstens fünf Minuten Anstehen bei den Bahnen

Am Nachmittag «sulzig, aber immer noch griffig» – diese Beschreibung traf für gewisse Abschnitte auf den 22 Pisten im Skigebiet von Sörenberg ebenso zu, wie René Koller, Direktor der Bergbahnen Sörenberg sagt. Grundsätzlich seien die Pistenverhältnisse bestens – je nach Höhe liegen zwischen 1,1 und 2,4 Meter Schnee. Die Bergbahnen Sörenberg verzeichneten das bislang beste Wochenende der Saison mit je 8000 Gästen am Sonntag und am Samstag. Verantwortlich dafür waren neben den guten Bedingungen auch zwei Sportanlässe – der Biathlon-Wettkampf und der Salwideli-Langlauf. Gleichwohl hätten die Skifahrer an den Sessel- und Skiliften höchstens fünf Minuten Anstehen müssen. Auch Parkplätze seien genügend vorhanden gewesen.

Dies galt ebenfalls für Engelberg – zumindest am Sonntag. Am Samstag hingegen war es zeitweise zu Engpässen bei den Parkplätzen gekommen. «Das ist bei so vielen Besuchern unvermeidbar», sagt Peter Reinle, Leiter Marketing der Titlis Bergbahnen. Diese zählten am Sonntag über 8000 und am Samstag gar fast 9500 Gäste. «Eines der stärksten Wochenende der Saison.» Auch am Titlis trafen die Skifahrer auf bestens präparierte Pisten. Da die meisten davon am Nordhang liegen, ist der Schnee laut Reinle selbst am Nachmittag noch pulvrig, obwohl das Thermometer für den Februar ungewöhnlich hoch hinaufklettert.

Sorry, kein Platz mehr – Skis soweit das Auge reicht vor dem Bergrestaurant Jochpass. (Bild: Roger Grütter, Engelberg 17. Februar 2019)

Sorry, kein Platz mehr – Skis soweit das Auge reicht vor dem Bergrestaurant Jochpass. (Bild: Roger Grütter, Engelberg 17. Februar 2019)

Auf den meisten Pisten des Skigebiets Klewenalp-Stockhütte hingegen gelten ab dem Nachmittag zurzeit «sulzige Frühlingsbedingungen», wie Roger Joss, Direktor der Bergbahnen Klewenalp-Stockhütte sagt. Was aber dank der formidablen Schneedecke von 1,4 bis 1,8 Metern kein Problem darstellt. Mit 4600 Gästen am Sonntag und 6000 Gästen am Samstag kann sich Joss über das zweitbeste Wochenende der Saison freuen. «Diese haben sich im Gebiet gut verteilt, sodass es nur kurze Wartezeiten gab.»

Da lacht das Skifahrerherz: Beste Pistenverhältnisse am Wochenende auf der Klewenalp. (Bild: PD)

Da lacht das Skifahrerherz: Beste Pistenverhältnisse am Wochenende auf der Klewenalp. (Bild: PD)

Schneerutsch legt Sessellift lahm

Nennenswerte Zwischenfälle gab es gemäss Joss nur deren zwei: So kam es am Sonntagnachmittag zu einem Schneerutsch im Gebiet des Sessellifts Ängi. «Die Passagiere auf dem Lift konnten diesen nach 20 Minuten geordnet verlassen», so Joss. Nach einer Stunde habe der Lift den Betrieb wieder aufgenommen. Verletzt wurde niemand. Anders am Samstag: Beim Nachtschlitteln erlitt ein Gast einen Schienbeinbruch – ein Fall für die Rega. Wie viele Einsätze sie in der Zentralschweiz insgesamt am Wochenende fliegen musste, konnte die Rega-Medienstelle am Sonntag nicht sagen – das Bulletin folge Montag.

In den anderen angefragten Skigebieten kam es zwar ebenfalls vereinzelt zu Unfällen – insgesamt aber «unterdurchschnittlich wenig» im Vergleich zu anderen Wochenenden. Die Verantwortlichen führen dies auf die guten Pistenbedingungen zurück. So auch Silvio Schmid, CEO der Andermatt-Sedrun Sport AG. Im grössten Skigebiet der Zentralschweiz registrierte man am Sonntag und am Samstag je gegen 9'000 Gäste. Das sei sehr gut, aber noch etwas weg von den Zahlen über Weihnachten und Neujahr, als bis zu 11'000 Gäste unterwegs waren. Schmid sagt:

«Wir merken momentan, dass viele tiefer gelegene Skigebiete ebenfalls über viel Schnee verfügen – was sich auf unsere Gästezahlen auswirkt.»

Er und die anderen Bergbahnen-Betreiber freuen sich vor allem über eines: Das gute Wetter soll laut Meteorologen noch längere Zeit bestehen bleiben. Peter Reinle von den Titlis Bergbahnen fasst es so zusammen: «Die Aussichten für uns sind fantastisch.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.