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TREFFEN: Oldtimer erobern Beromünster

Über 500 Gefährte aus vergangenen Epochen der Automobilindustrie zogen am Samstag die Massen in ihren Bann. Mit dabei war auch ein echter Champion.
Sehen und gesehen werden: In Beromünster präsentierten sich die Oldtimer in voller Pracht. (Bild Manuela Jans-Koch)

Sehen und gesehen werden: In Beromünster präsentierten sich die Oldtimer in voller Pracht. (Bild Manuela Jans-Koch)

Stephan Santschi

Daniel Notz kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. «Die Resonanz ist überwältigend, viel grösser als wir erwartet hatten. Die Hütte ist voll», sagte der lokale OK-Präsident des Oldtimerfests in Beromünster. Tausende von Zuschauern füllten am Pfingstsonntag das Dorfzentrum auf eine Weise, wie man es sich sonst vom Umzug der Fleckenzunft während der Fasnachtszeit gewohnt ist. Anstelle der Guuggenmusigen sorgten über 500 Fahrzeuge für eine Atmosphäre, die jener des närrischen Treibens in nichts nachstand.

Der Sieger von Le Mans

Die Bandbreite der historischen Autos und Motorräder war gewaltig, umfasste rund 100 Baujahre und liess in Sachen Markenvielfalt kaum etwas zu wünschen übrig. Als Oldtimer gilt dabei ein Fahrzeug, das mindestens 30 Jahre alt ist. So etwas wie der Oldie unter den Oldies war der «Locomobil Steamer», ein dampfbetriebenes Vehikel mit Baujahr 1900, das sich nicht mit einem Lenkrad, sondern einem Hebel steuern und über Holzbremsen stoppen lässt. Ein Augenschmaus waren die legendären Modelle von Ford, Citroën und die unverwüstlichen VW-Käfer. Auch die schicken Mercedes und Jaguars. Die eleganten Rolls-Royces. Die sportlichen Maseratis, Alfa Romeos, De Tomasos. Und die echten Rennfahrzeuge, wie jenes von Markus Hauer. «Dieser Wagen gewann im Jahr 1933 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans», erzählte der 62-jährige Autoliebhaber aus Baden. Seit fünf Jahren gehört der Riley Brooklands ihm, für stolze 250 000 Franken hatte er ihn erworben.

Im August wird Hauer wieder an der Oldtimer-Rallye von Basel nach Paris teilnehmen. «Ab 100 km/h fallen dir die Plomben aus den Zähnen, derart ruckelt es. So lernt man richtig Auto fahren», berichtete er und schwärmte: «Es macht einfach Spass.» Man müsse das Auto spüren, wie ein Reiter mit seinem Ross fühle er sich mit seinem Gefährt verbunden. Wenn etwas nicht stimmt, wird repariert. «Ohne herumschrauben geht gar nichts. Sonst müsste man ständig in die Garage fahren.»

Der Pick-up aus Texas

Damit spricht er seinen Gleichgesinnten aus dem Herzen. Nicht nur Nostal­gie und Tradition machen die Faszination Oldtimer aus, auch die handwerkliche Herausforderung trägt massgeblich dazu bei. Das bestätigt Franz Feldmann (54) aus Niederurnen im Kanton Glarus. 2500 Stunden Arbeit habe er in sein Automobil investiert, welches der vormalige Besitzer als nicht mehr fahrtauglich eingestuft hatte. Die Rede ist von einem Chevrolet Pick-up, Baujahr 1948. «Ich sah ihn in einem Schopf, als ich in Texas auf Reisen war. Er gehörte einem Farmer», erzählt Feldmann. Speziell: Anders als die meisten Fahrzeuge, die vorgestern für das Publikum blank poliert wurden, machte sein Pick-up den Eindruck, als käme er gerade von einem landwirtschaftlichen Einsatz zurück. «Ich wollte mal etwas anderes machen als Glanz und Gloria», erklärte er lachend. Mit Erfolg: «Immer wieder musste ich anhalten, damit die Leute Fotos schiessen konnten.»

Die Gründung in Obwalden

In Bewegung setzte sich das rollende Museum am Sonntag in Sarnen, ab 11 Uhr fuhr es nach einer Tour über Luzern und Sempach in Beromünster ein. Am Samstag war in Sarnen der jährliche Heimanlass über die Bühne gegangen – «Oldtimer in Obwalden» genannt. Gründer und Veranstalter ist Ruedi Müller aus Ramersberg ob Sarnen. Im Jahr 2000 kam es zur Premiere, seither besucht man regelmässig gute Bekannte für Gastauftritte, «weil wir unsere Fahrzeuge nicht nur auf einem grossen Parkplatz abstellen, sondern auch Routen fahren wollen», wie Müller erklärt. Zum vierten Mal gastierte man nun im Flecken. «Die Stimmung hier ist einfach sensationell.»

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