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Sursee: Verurteilung eines Treuhänders sorgt für Aufsehen

Jüngst stand ein Surseer Treuhänder vor dem Luzerner Kriminalgericht. Wegen Veruntreuung wurde er schuldig gesprochen. Der Mann ist im Nebenamt aber noch Finanzchef eines Betriebs, an dem auch die Stadt beteiligt ist. Dieses Mandat gibt nun zu reden.
Thomas Heer
Hier wirkte der Treuhänder: Blick auf Sursee. (Bild: Dominik Wunderli, 20.01.2018)

Hier wirkte der Treuhänder: Blick auf Sursee. (Bild: Dominik Wunderli, 20.01.2018)

Das muss man diesem Mann attestieren: Um den heissen Brei herumzureden, scheint seine Sache nicht zu sein. Denn als er diese Woche morgens um acht Uhr von der Redaktion zum jüngst ­gefällten Kriminalgerichtsurteil angesprochen wurde, antwortete er auf eine entsprechende Frage ohne zu zögern: «Nein, ich werde das Urteil nicht weiterziehen.» Anfang November war in der «Luzerner Zeitung» ein kurzer einspaltiger Artikel mit dem Titel «Zwei Jahre bedingt für Treuhänder» überschrieben. Aus dem Text liess sich unter anderem Folgendes entnehmen: «Das Luzerner Kriminalgericht hat einen Treuhänder aus Sursee der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung schuldig gesprochen.»

800 000 Franken in den Sand gesetzt

Der Finanzexperte hat dem Gericht zufolge in den Jahren 2011 bis 2012 offenbar 800 000 Franken, die ihm ein Mandant zu treuhänderischen Zwecken anvertraute, in den Sand gesetzt. Dabei soll auch ein Projekt in Thailand eine Rolle gespielt haben. Das noch nicht rechtskräftige Urteil lautet: Freiheitsstrafe von zwei Jahren bedingt, verknüpft mit einer Probezeit von derselben Dauer.

Beim eingangs erwähnten Telefongespräch ging es dem Anrufer auch darum, mehr über die Hintergründe des missratenen Geschäfts in Erfahrung zu bringen. Es wäre interessant gewesen, zu ergründen, wie es zu diesem Flop kommen konnte? Handelte der Treuhänder einfach nur naiv und wurde seinerseits von irgendwelchen zwielichtigen ­Figuren über den Tisch gezogen? Oder war sein misswirtschaftliches Handeln verbunden von hoher eigener krimineller Energie? Der Treuhänder sagte nur: «Sie müssen verstehen, dass ich mit Ihnen am Telefon nicht darüber sprechen will.»

Hingegen antwortet er unmissverständlich, wenn er auf sein Mandat als Finanzchef bei einem – für die gesamte Region Sursee bedeutenden – Betrieb angesprochen wird: «Darüber müssen wir diskutieren.» Das heisst also, der fehlbare Treuhänder ist sich durchaus bewusst, dass er in seinem Nebenamt womöglich nicht mehr erwünscht ist. Der Präsident des Betriebs, an dem auch die Stadt Sursee beteiligt ist, sagt auf Anfrage: «Über den Verbleib des Finanzchefs wird die Generalversammlung entscheiden.» Und zwar noch in diesem Herbst.

Als sich der Präsident Anfang November der Lektüre der «Luzerner Zeitung» hingab, stiess auch er auf den besagten Artikel. Bereits während der Lektüre schwante dem Mann Böses. Der Präsident wollte auf Nummer sicher gehen, kontaktierte das Kriminalgericht und bat um einen Termin. Unmittelbar nach dem Telefonat meldet sich bei ihm der Vizepräsident und berichtete von einem soeben geführten Gespräch. Beim Vize hatte sich nämlich der Treuhänder und Finanzchef gemeldet und von der Sache am Kriminalgericht erzählt.

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