TRIBSCHEN: Bei diesem Spektakel spielt der See eine tragende Rolle

Die Bühne und die Tribüne für die Freilichtspiele sind fast aufgebaut. Zwölf Meter lang ist die Bühne – wenn kein Schiff vorbeifährt.

Mirjam Weiss
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Sasa Stanimirovic (im Wasser) baute gestern mit Lucas Notter und Louis Castro (von links) auf Tribschen an der Seebühne für die Freilichtspiele Luzern. (Bild Eveline Beerkircher)

Sasa Stanimirovic (im Wasser) baute gestern mit Lucas Notter und Louis Castro (von links) auf Tribschen an der Seebühne für die Freilichtspiele Luzern. (Bild Eveline Beerkircher)

Bei einem Bühnenaufbau steht man normalerweise nicht hüfttief im Wasser. Im Tribschen-Park beim Richard-Wagner-Museum war genau dies aber gestern der Fall: Seit Montag werden hier die Seebühne und die Tribüne für die diesjährigen Freilichtspiele Luzern «Wetterleuchten» aufgebaut. Das Besondere daran: Die Bühne liegt komplett im Wasser und fällt zum See hin schräg ab.

Kürzere Bühne wegen Algen

Ein Arbeiter steht im Neoprenanzug im Wasser und befestigt gemeinsam mit weiteren Arbeitern kleine Holzleisten am Ende der Sperrholzplatten, die als Bühne dienen. «Wellenbrecher», erklärt der technische Leiter Stefan Bättig. Warum es die braucht, sieht man wenig später: Ein Schiff fährt vorbei, Wellen schlagen ans Ufer und überschwemmen einen Teil der Bühne. «Je nach Wasserstand ist die Bühne nur noch halb so gross, da reichen schon ein paar Zentimeter», sagt Stefan Bättig. Wegen der aktuellen Schneeschmelze sei der Wasserstand seit Anfang Woche gar um rund 30 Zentimeter gestiegen. «Ursprünglich sollte die Bühne länger sein», erzählt er. Aus Rücksicht auf die speziellen Algen, die in Ufernähe zu finden sind, hätten sie sich mit dem Landschaftsschutzverband Vierwaldstättersee und den kantonalen und städtischen Behörden aber auf zwölf Meter geeinigt. Die ganze Seebühne nimmt eine Fläche von rund 200 Quadratmetern ein.

Dass die Aufbauarbeiten am und im Wasser stattfanden, habe keine Probleme verursacht, so Bättig. «Ein Problem ist dagegen, dass man mit den Sattelschleppern nicht bis zur Bühne fahren kann.» Stattdessen mussten die rund 100 Tonnen Material bei der Tribschenbadi gelagert und von dort mit kleinen Lastenträgern zum See gefahren werden.

Aus Sicherheitsgründen waren die Spazierwege beim Richard-Wagner-Museum während der Aufbauarbeiten diese Woche teilweise gesperrt. Nächste Woche sind sie aber wieder begehbar. Dann sollen die Bühne und die Tribüne mit den rund 500 Sitzplätzen fertig sein.

Nächste Woche erste Probe am See

«Am nächsten Dienstag wird am See die erste Aussenprobe mit allen Beteiligten stattfinden», verrät Elisabeth Tobisch, Medienverantwortliche des Vereins Luzerner Freilichtspiele. Der Luzerner Autor Beat Portmann hat das Stück eigens für die diesjährige Produktion geschrieben. Inszeniert wird es von Regisseur Volker Hesse, der unter anderem bei den «Tellspielen» in Altdorf Regie geführt hat. «Volker Hesse hat ganz bewusst auf eine künstliche Bühne über dem Wasser und auf ein eigentliches Bühnenbild verzichtet», sagt Elisabeth Tobisch. «Er spielt mit der Naturkulisse und mit dem fliessenden Übergang zwischen Bühne und Wasser.» Die sechs Profis und über 60 Laienschauspieler spielten denn auch «am, im und auf dem Wasser», verrät sie. Was den Inhalt des Stücks angehe, solle man sich von der idyllischen Kulisse nicht täuschen lassen: «Unter dieser Postkartenidylle tun sich Abgründe auf.»

Die Freilichtspiele sind vom 11. Juni bis zum 17. Juli 2013, jeweils von Mittwoch bis Samstag um 21 Uhr auf Tribschen zu sehen. Die Aufführungen finden grundsätzlich bei jeder Witterung statt, für alle Fälle sind jedoch Verschiebedaten vorgesehen. Der Vorverkauf läuft bereits. Tickets kosten 56 oder 76 Franken. Sie sind unter anderem auf www.freilichtspiele-luzern.ch, bei LZ-Cornern und an Bahnhöfen erhältlich.